Thomas Plenert

Thomas Plenert (* 1. Februar 1951 in Nauen; † 15. Juli 2023 in Waren (Müritz)) war ein deutscher Kameramann, der an etwa 20 preisgekrönten Filmen wie Die Beunruhigung (1982), Winter adé (1988), Verriegelte Zeit (1991), Herr Zwilling und Frau Zuckermann (1998), sowie Der Himmel über Berlin (1988) maßgeblich mitwirkte und damit einer der renommiertesten Kameramänner aus der DDR war.

Leben

Thomas Plenert war der Sohn des Kinderarztes Wolfgang Plenert. Er studierte 1972 bis 1976 Kamera an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Babelsberg sowie kurze Zeit als Stipendiat an der Staatlichen Film- und Theaterhochschule im polnischen Łódź.

Als Dokumentarfilmkameramann machte er sich bereits zu DDR-Zeiten einen Namen und arbeitete seit Ende der 1970er Jahre mit renommierten Regisseuren wie Rainer Ackermann und Jürgen Böttcher (Rangierer (1984), Kurzer Besuch bei Hermann Glöckner (1985) und Die Mauer (1990)). Besonders fruchtbar war Plenerts Zusammenarbeit mit Volker Koepp, für den er seit 1988 bei fast sämtlichen Filmen hinter der Kamera stand. Zu ihren preisgekrönten Dokumentarfilmen gehörten Die Wismut (1993), Kalte Heimat (1994), Herr Zwilling und Frau Zuckermann (1998) und Holunderblüte (2007).

Neben seiner Dokumentarfilmarbeit drehte Plenert auch gelegentlich Spielfilme. Bereits für seinen ersten Kinospielfilm, den unter Lothar Warnekes Regie in Schwarzweiß gedrehten Die Beunruhigung, hatte Plenert 1982 auf dem 2. Nationalen Spielfilmfestival der DDR den Preis für die beste Kamera gewonnen. Später drehte er mit Regisseuren wie Jan Schütte (Fette Welt, 1998) und Bernd Böhlich (Du bist nicht allein, 2007) sowie einzelne Filme von Fernsehserien wie Polizeiruf 110, Die Kommissarin, Im Namen des Gesetzes und Stubbe – Von Fall zu Fall.

Ab 1997 war Plenert Mitglied der Berliner Akademie der Künste, Sektion Film- und Medienkunst. Thomas Plenert war mit der Filmeditorin Gudrun Steinbrück-Plenert verheiratet, die an einigen seiner Filme mitarbeitete. Er starb nach kurzer Krankheit im Alter von 72 Jahren im Krankenhaus Waren (Müritz). Er ist beerdigt auf dem Dorffriedhof in Barkow (Barkhagen).

Filmografie

Dokumentarfilme

Spielfilme

Fernsehproduktionen

Theaterfilm/Musikfilm

Darsteller

Auszeichnungen und Ehrungen

Ausgezeichnete Filme

Siehe auch Filmografie

Thomas Plenert wirkte an etwa 20 preisgekrönten Spiel- und Dokumentarfilmen maßgeblich mit, darunter Die Beunruhigung (1982), Winter adé (1988), Blonder Tango (1986), Die Mauer (1990), Verriegelte Zeit (1991), Die Wismut (1992), Kalte Heimat (1994), Herr Zwilling und Frau Zuckermann (1998), Holunderblüte (2007) und Der Himmel über Berlin (1988, als Gast).

Persönliche Auszeichnungen
Weitere Ehrungen

Würdigungen

Die Filmemacherin Helke Misselwitz, die mit Thomas Plenert einige erfolgreiche Filme machte, lobte ihn in ihrer Laudatio für den Preis der DEFA-Stiftung 2008

„Für Thomas Plenert ist die Kamera kein Instrument, sondern ein Organ, ein lebenswichtiges. (…) „Neugierig bleiben und reagieren“, das sind die beiden Fähigkeiten, die Tommy selbst, als die beiden wichtigsten seines Berufes bezeichnet. (…) Die Lebendigkeit zu bewahren, die aus der Genauigkeit der Beobachtung resultiert und den Zufall einschließt, ist ihm wichtiger, als ausgeklügelte Perfektion. (…) Das Gedächtnis von Tommy scheint unendlich aufnahmefähig. Wenn ein lebendiger Impuls darauf trifft, holt er Bilder daraus hervor, die einen bezaubern und das Gefühl vermitteln, das man nicht allein auf der Welt ist. Kein anderer scheint Menschen, Landschaft und Meer mit solcher Zärtlichkeit in Schwenks filmen zu können.“

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Newsletter der DEFA-Stiftung 04/2023, S. 6
  2. ↑ (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) Biografie bei der Defa-Stiftung. Abgerufen am 4. März 2024
  3. ↑ Ulrich Seidler: Die Geduld des Blicks: Der Kameramann Thomas Plenert ist tot. In: Berliner Zeitung. 17. Juli 2023, abgerufen am 17. Juli 2023.
  4. ↑ Christina Tilmann: Film: Kameramann Thomas Plenert mit 72 Jahren gestorben. In: Märkische Oderzeitung. 17. Juli 2023, abgerufen am 17. Juli 2023.
  5. ↑ Prenzlauerberginale Stadtleben, vom 23. August 2023; nur einmal im ZDF gezeigt, und dann erst wieder 2023
  6. ↑ Helke Misselwitz: Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst: Thomas Plenert. In: DEFA-Stiftung. 25. November 2008, abgerufen am 16. Juli 2023.; Laudatio
  7. ↑ Verweis, in taz vom 12. März 2024 (Text): vom 6. bis 20. März 2024, darunter Winter adé, Rangierer, Holunderblüte und viele andere
  8. ↑ Helke Misselwitz: Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst: Thomas Plenert. In: DEFA-Stiftung. 25. November 2008, abgerufen am 16. Juli 2023.