| Evonik Industries AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE000EVNK013 |
| Gründung | 14. September 2006 (als RAG Beteiligungs-AG) |
| Sitz | Essen, |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | 31.053 (31. Dezember 2025) |
| Umsatz | 14,069 Mrd. Euro (2025) |
| Branche | Chemische Industrie |
| Website | www.evonik.com |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |
Evonik Industries AG ist ein börsennotiertes Chemieunternehmen mit Schwerpunkt Spezialchemie und Sitz in Essen. Zum Geschäft gehören unter anderem Additive, Katalysatoren, Kunststoffe, Wasserstoffperoxid und Futtermittelzusätze. Der Konzern ging aus den nicht zum Steinkohlenbergbau gehörenden Aktivitäten der RAG hervor. Diese wurden 2006 in der RAG Beteiligungs-AG zusammengefasst, die seit September 2007 Evonik Industries heißt. Größter Aktionär ist die RAG-Stiftung, die nach eigenen Angaben am 25. September 2026 rund 43,8 Prozent der Aktien hielt. Über ihre Evonik-Beteiligung erzielt die Stiftung Erträge, die zur Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben des früheren Steinkohlenbergbaus beitragen.

Evonik stellt überwiegend chemische Produkte her, die von anderen Unternehmen weiterverarbeitet oder ihren Erzeugnissen zugesetzt werden. Das operative Geschäft ist seit 2025 in drei Segmente gegliedert:
Für 2025 wies der Konzern 98 Produktionsstandorte in 27 Ländern aus. Der Anteil des außerhalb Deutschlands erzielten Umsatzes betrug 82 Prozent. Die regionale Umsatzverteilung entfiel zu 48 Prozent auf Europa, den Nahen Osten und Afrika, zu 29 Prozent auf Nord- und Südamerika zusammen und zu 23 Prozent auf Asien-Pazifik.
Die Chemieaktivitäten des Konzerns gehen unter anderem auf Degussa, Goldschmidt, Hüls, Röhm, Stockhausen und SKW Trostberg zurück. Goldschmidt wurde 1847 in Berlin gegründet, die Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt vormals Roessler, später Degussa, 1873 in Frankfurt am Main. Röhm & Haas entstand 1907 in Esslingen. Die Chemischen Werke Hüls bauten ab 1938 in Marl ein Werk für synthetischen Kautschuk auf. 1999 fusionierten Degussa und Hüls zur Degussa-Hüls AG; 2001 wurde diese mit SKW Trostberg zur Degussa AG zusammengeführt.
Die damalige Degussa war an der Übernahme jüdischen Eigentums im Rahmen der sogenannten Arisierung beteiligt, verarbeitete geraubte Edelmetalle und setzte während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter ein. 1998 beauftragte sie den Historiker Peter Hayes mit der Untersuchung ihrer Geschichte von 1933 bis 1945.
Degussa hielt 42,5 Prozent an der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch); weitere Anteilseigner waren die I.G. Farben mit ebenfalls 42,5 Prozent und Goldschmidt mit 15 Prozent. Degesch war an Entwicklung und Vermarktung von Zyklon B beteiligt, das die SS auch für den Massenmord in Vernichtungslagern einsetzte. Die Produktion erfolgte in Dessau und Kolín, der Verkauf unter anderem über Heerdt & Lingler und Tesch & Stabenow.
Zwischen 2003 und 2006 erwarb die RAG die Degussa vollständig. Zusammen mit den Beteiligungen an Steag und RAG Immobilien bildete diese den nicht zum Steinkohlenbergbau gehörenden Teil des Konzerns. Am 14. September 2006 entstand dafür die RAG Beteiligungs-AG. Sie wurde am 12. September 2007 in Evonik Industries AG umbenannt.
Ende 2007 ging Evonik aus dem Besitz der RAG in den der 2007 gegründeten RAG-Stiftung über.
Die Verselbständigung der nicht zum Steinkohlenbergbau gehörenden RAG-Geschäfte und die Gründung der RAG-Stiftung standen im Zusammenhang mit dem geplanten Rückzug aus der Steinkohlenförderung. 2007 wurde vereinbart, die subventionierte Förderung in Deutschland bis Ende 2018 zu beenden. Die in Evonik gebündelten Chemie-, Energie- und Immobiliengeschäfte bildeten eine wirtschaftliche Grundlage des Stiftungsmodells: Dividenden, Erlöse aus dem Verkauf von Evonik-Anteilen und daraus erwirtschaftete Kapitalerträge sollten zur Finanzierung der nach dem Ende des Bergbaus verbleibenden Verpflichtungen beitragen.
Seit 2019 finanziert die RAG-Stiftung die Ewigkeitsaufgaben des früheren Steinkohlenbergbaus an Ruhr und Saar sowie in Ibbenbüren. Die Mittel stammen aus den Erträgen ihrer Beteiligungen, darunter Evonik, sowie weiterer Kapitalanlagen. Evonik ist damit eine Ertragsquelle der Stiftung, während die RAG Aktiengesellschaft in Zusammenarbeit mit Wasserverbänden die operative Umsetzung übernimmt.
Als Ewigkeitsaufgaben werden hierbei Bergbaufolgen bezeichnet, die auf unabsehbare Zeit technische Maßnahmen und laufende Ausgaben erfordern. Im Finanzierungsmodell der RAG-Stiftung werden drei Aufgabenbereiche unterschieden: Grubenwasserhaltung, Poldermaßnahmen und Grundwasserreinigung. Davon abzugrenzen sind insbesondere die Regulierung einzelner Bergschäden und die Sicherung stillgelegter Schächte, für die die RAG gesondert aufkommt.
An der Emscher, der Lippe und ihren Nebenläufen müssen unter anderem Pumpwerke und Deiche betrieben beziehungsweise unterhalten sowie Gewässerabschnitte angepasst werden, soweit das Wasser nicht mehr im natürlichen Gefälle abfließt. Damit werden der Wasserabfluss und der Schutz tiefer liegender Siedlungsflächen vor Vernässung und Überflutung aufrechterhalten. Die RAG-Stiftung finanziert die bergbaubedingten Maßnahmen, jedoch nicht die gesamte Gewässerunterhaltung oder den ökologischen Umbau der Emscher.
Verunreinigtes Grundwasser wird an belasteten Flächen ehemaliger Kokereien und anderer bergbaulicher Betriebe abgefangen und behandelt, um eine weitere Ausbreitung der Schadstoffe zu verhindern; die Wirkung der Maßnahmen wird überwacht.
Bei Bergehalden ist zwischen Sanierung und Sicherung, allgemeiner Landschaftspflege sowie besonderen langfristigen Umweltmaßnahmen zu unterscheiden. Für 2021 von der RAG übernommene Halden übernahm beispielsweise der Regionalverband Ruhr diese Pflege und Unterhaltung. Als Teil langfristiger Nachsorgepflichten an der Halde Graf Moltke ordnete die RAG 2024 die laufende Grundwassersanierung sowie die Grundwasser- und Haldenbrandüberwachung ausdrücklich ihren Ewigkeitsaufgaben zu.
Die Satzung der RAG-Stiftung sieht neben dem Halten von Evonik-Aktien auch deren Veräußerung vor. Mehrerlöse aus der Verwertung des früheren Beteiligungsbereichs gegenüber dem Erwerbspreis sind nach § 3 Absatz 4 zur Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Erblastenvertrag bestimmt. Für den Fall, dass das Stiftungsvermögen nicht ausreicht, gewährleisten Nordrhein-Westfalen und das Saarland die Finanzierung der Ewigkeitslasten; bei einer Inanspruchnahme der Länder ist eine Beteiligung des Bundes zu einem Drittel vereinbart.
Die zunächst ebenfalls zum Konzern gehörenden Energie- und Immobiliengeschäfte wurden schrittweise abgegeben. 2011 übernahm das Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr 51 Prozent an Steag. Im August 2014 vereinbarten die Beteiligten den Verkauf der übrigen 49 Prozent für rund 570 Millionen Euro. Das Immobiliengeschäft wurde 2012 mit den Aktivitäten der THS in Vivawest zusammengeführt. Den verbliebenen Vivawest-Anteil von 10,3 Prozent veräußerte Evonik im Juni 2015 an die RAG Aktiengesellschaft.
Zum 1. Juli 2013 schloss Evonik Betriebsführungsverträge mit der Infracor GmbH in Marl und der Industriepark Wolfgang GmbH in Hanau ab. Im März 2014 vereinbarte der Konzern den Verkauf des Hautschutzgeschäfts Stoko Professional Skin Care an die britische Deb Group.
Im Juli 2019 wurde der Verkauf des Methacrylatgeschäfts an Advent International abgeschlossen. Das ausgegliederte Geschäft wurde unter dem Namen Röhm GmbH fortgeführt. Ende Juni 2023 übernahm die International Chemical Investors Group (ICIG) den Standort Lülsdorf sowie das zugehörige Cyanurchloridgeschäft in Wesseling. Zum 31. August 2024 verkaufte Evonik auch das Superabsorbergeschäft mit rund 1.000 Beschäftigten an ICIG.
Im Juni 2026 kündigte Evonik an, das seit 2023 laufende Sparprogramm Evonik Tailor Made fortzuführen. Auf den bis Ende 2026 vorgesehenen Abbau von rund 2.800 Stellen sollte von 2027 bis 2029 ein weiterer Abbau von etwa 3.200 Stellen folgen, davon rund 2.150 in Deutschland. Vorstandschef Christian Kullmann begründete die Maßnahmen mit schwachem Wirtschaftswachstum und verschärftem internationalen Wettbewerb.
Zugleich kündigte Evonik an, das Polyestergeschäft bis Ende 2027 einzustellen. Davon waren nach den Unternehmensangaben Produktionsaktivitäten in Witten, Marl und Shanghai betroffen.
Im Juni 2008 vereinbarten von CVC Capital Partners beratene Fonds den Erwerb von 25,01 Prozent der Evonik-Aktien von der RAG-Stiftung für rund 2,4 Milliarden Euro. Nach mehrfach verschobenen Börsenplänen wurden die Aktien am 25. April 2013 erstmals an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Der Börsennotierung waren Privatplatzierungen bei institutionellen Anlegern vorausgegangen; ein öffentliches Zeichnungsangebot gab es nicht. CVC verkaufte seine restlichen Anteile im Mai 2016.
Das Grundkapital ist in 466 Millionen auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Die Aktie wird im Prime Standard gehandelt und gehört dem MDAX an. Die RAG-Stiftung bezifferte ihre Beteiligung am 25. September 2026 auf rund 43,8 Prozent.
Am 25. September 2026 berichteten Medien über das Interesse von BASF an einer Übernahme von Evonik. Evonik bestätigte, von BASF unverbindlich kontaktiert worden zu sein. Dabei ging es um ein mögliches freiwilliges öffentliches Angebot zum Erwerb aller Evonik-Aktien. Evonik erklärte zugleich, zu diesem Zeitpunkt fänden keine Gespräche statt.
Die RAG-Stiftung teilte am selben Tag mit, ebenfalls von BASF wegen eines möglichen Übernahmeangebots angesprochen worden zu sein. BASF bestätigte Sondierungen mit Evonik und der RAG-Stiftung und bezeichnete deren weiteren Verlauf und Ergebnis als offen.
Die Sponsoringbeziehung zu Borussia Dortmund begann 2006, zunächst unter dem Namen RAG. Die Verträge über das Trikotsponsoring endeten mit der Saison 2024/25. Evonik vereinbarte anschließend eine bis zum 30. Juni 2030 laufende Zusammenarbeit als sogenannter Champion Partner. Neben dem Sponsoring ist Evonik an der börsennotierten Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA beteiligt. Zum 30. Juni 2025 betrug der Anteil 8,20 Prozent.
Evonik leistete unter anderem die folgenden vom Deutschen Bundestag veröffentlichten Großspenden an politische Parteien:
| Zeitraum | SPD | CDU | Beleg |
|---|---|---|---|
| September 2014 | 90.000 Euro | 70.000 Euro | |
| November 2017 | 80.000 Euro | 80.000 Euro | |
| November 2018 | 80.000 Euro | 80.000 Euro |
Am 12. März 2024 schlossen Evonik und die Europäische Investitionsbank eine Finanzierungsvereinbarung über 500 Millionen Euro. Sie betrifft Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsausgaben für den Zeitraum 2024 bis 2027. Die EIB beschreibt die Entwicklung von Produkten und Verfahren mit geringerer Umwelt- und Klimabelastung als Ziel des finanzierten Programms.
2021 berichtete der Spiegel über mögliche EEG-Nachforderungen gegen Evonik bis zu einer Milliarde Euro; das Unternehmen widersprach.
Bei der EEG-Umlage waren unter anderem sogenannte Scheibenpachtmodelle umstritten, mit denen Strom als umlagebegünstigte Eigenerzeugung behandelt wurde. Die Bundesregierung erklärte im April 2021 allgemein, ob solche Modelle eine zulässige Nutzung gesetzlicher Privilegien oder eine missbräuchliche Umgehung darstellten, müsse anhand der konkreten Vertragsgestaltung im Einzelfall beurteilt werden.