Ingebrigt Valderhaug

Ingebrigt Løeg Valderhaug (geb. 2. November 1914 in Ålesund; gest. 28. Juni 1943 im KZ Fuhlsbüttel) war ein norwegischer Widerstandskämpfer der Stein-Organisation während der deutschen Besatzung Norwegens und britischer Agent.

Leben und Widerstand

Ingebrigt Valderhaug wuchs als Sohn des Kaufmanns Ole Ingebrigtsen Valderhaug und seiner Frau Gjertrud Elisabeth in Ålesund auf. Er arbeitete als Funker auf See und ab Januar 1940 aufgrund von Empfehlungen als Telegrafist für das norwegische Verteidigungsministerium in Oslo. Während der Angriffe beim Unternehmen Weserübung am 9. April 1940 war er im Dienst, konnte jedoch aus dem Gebäude des Ministeriums fliehen und einer Verhaftung entgehen.

Illegaler norwegischer Radioempfänger, Heimatfrontmuseum Oslo
Britische Funkanlage für den norwegischen Widerstand

Im besetzten Norwegen konstruierte er im Oktober 1940 gemeinsam mit einem seiner Brüder in Ålesund eine improvisierte Radioanlage, um Kontakt mit Widerstandsorganisationen in London aufzunehmen, was jedoch scheiterte, da er nicht über die Kenntnisse der verwendeten Funkbänder und Codes verfügte. Es gelang ihm jedoch, Kontakt zu Gruppen in Bergen herzustellen. Im Februar 1941 kam er daher nach Bergen, um Billy Forthun zu treffen, der bereits lose Kontakte zum britischen Geheimdienst aufgebaut hatte und meldete sich zur Tarnung in der Schifffahrtsschule an. In dieser Zeit gehörte er zum Führungszirkel der Organisation um Kristian Stein und versuchte gemeinsam mit Forthun eine Radioverbindung nach England aufzubauen, um direkt mit den britischen Geheimdiensten kooperieren zu können. Bis dahin verfügte die Stein-Organisation nicht über eine eigene Funkstrecke nach London und war auf Mittelsmänner als Telegrafen angewiesen. Im Sommer 1941 reiste Forthun nach Oslo, um eine neue Radioanlage für Bergen zu beschaffen. Zudem nahmen Valderhaug und Forthun an Operationen des Shetland Bus teil, beide waren als Agenten des Secret Intelligence Service registriert. Im September nahmen sie an einer erfolgreichen Fahrt zwischen der Special-Operations-Executive-Basis Lunna House und der Insel Hernar teil, zu einem Ausbau der Kooperation mit dem SOE kam es durch die Zerschlagung der Stein-Organisation kurze Zeit später jedoch nicht mehr.

Am 2. Oktober 1941 wurde die Stein-Organisation nach dem Verrat durch den norwegischen Kollaborateur Marino Nilsson zerschlagen. Mehr als 40 Personen wurden am ersten Tag verhaftet und ins Gestapo-Hauptquartier Viten 3 in Bergen gebracht, darunter auch Valderhaug. Insgesamt wurden im Zuge der Aktion 204 Widerständler verhaftet und später als Nacht-und-Nebel-Gefangene nach Deutschland deportiert, Valderhaug in das KZ Fuhlsbüttel. Der Volksgerichtshof in Kiel verurteilte ihn am 11. Mai 1943 wegen „Kriegsspionage“ und „landesverräterischer Feindbegünstigung“ zum Tod. Am 28. Juni 1943 wurde er in Fuhlsbüttel hingerichtet.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Arnfinn Haga: Da Stein-organisasjonen ble sprengt. Capellen Damm, 1987, S. 35-29, ISBN 82-02-10749-0 (norwegisch).
  2. ↑ NNIU 021 Land SIS party GAMMA. Einsatzbericht bei norskmotstandsbevegelse.no
  3. ↑ Rolf Schwarz: Norweger vor dem Volksgerichtshof in Kiel (= Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte. Band 41). Akens, 1. Januar 2003, S. 244–261, Rolf Schwarz, Uwe Fentsahm, Kay Dohnke: Kritische Annäherungen an den Nationalsozialismus in Norddeutschland.
Personendaten
NAME Valderhaug, Ingebrigt
ALTERNATIVNAMEN Valderhaug, Ingebrigt Løeg (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG norwegischer Widerstandskämpfer
GEBURTSDATUM 2. November 1914
GEBURTSORT Ålesund
STERBEDATUM 28. Juni 1943
STERBEORT KZ Fuhlsbüttel