Inka Schube studierte von 1982 bis 1987 klassische Archäologie, Kulturtheorie und Kunstwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie schloss 1987 mit einer Arbeit zur Rezeption der Abstrakten Malerei in der DDR-Kunstgeschichtsschreibung als Diplom-Kunstwissenschaftlerin ab.
Von 1987 bis 1990 arbeitete sie als freie Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin. Unter anderem leitete sie die Galerie Berliner Junger Künstler im Haus der Jungen Talente Berlin (heute Palais Podewils), begleitete kuratorisch 1987 und 1988 die EKO-Pleinair Metall–Eisen–Stahl, im Eisenhüttenkombinat Ost und gemeinsam mit Ulrich Domröse 1990 die Ausstellung Zweitakt:bildende Kunst aus Berlin Ost und Berlin West (erste gemeinsame Ausstellung von VBK und BBK).
1990 gründete sie gemeinsam mit Florian Merkel die (Foto-)Galerie in der Brotfabrik Berlin e.V. in der Trägerschaft von Förderband e.V., die sie bis 1998 leitete. Nach dem Wechsel der Trägerschaft schloss sich eine einjährige ehrenamtliche kuratorischer Arbeit gemeinsam mit Tina Bara, Stefanie Grebe und Brigitte Werneburg an.
Von 1998 bis 2001 arbeitete Schube in verschiedenen Projektgruppen der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst und initiierte unter anderem die Konferenz Fotografie im Zentrum – Centrum für Photographie (1999) – nGbK.
2023-2025 ist bzw. war sie Mitglied der beratenden Gründungskommission, die 2023 in Vorbereitung der Einrichtung eines Deutschen Fotoinstituts eingesetzt wurde.
Schube ist verheiratet mit dem Künstler Florian Merkel. Das Paar hat zwei Kinder.
Kuratierte Ausstellungen (Auswahl)
2004: Helga Paris, Fotografien, Sprengel Museum Hannover, im Anschluss Brandenburgische Kunstsammlungen, Cottbus
2005: Martha Rosler, If not now, when?»Spectrum« Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen, Sprengel Museum Hannover; Heidi Specker, Im Garten (P); Heidi Specker & Germaine Krull, Bangkok, Sprengel Museum Hannover
2013: Boris Mikhailov, Die Bücher 1968–2012, »SPECTRUM«Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen, Sprengel Museum Hannover
2015: Hannah Collins, »SPECTRUM« Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen, Sprengel Museum Hannover
2016: Werkstatt für Photographie 1977–1987: Und plötzlich diese Weite, Sprengel Museum Hannover
2019: Umbo, Sprengel Museum Hannover; Helga Paris. Fotografin. Akademie der Künste Berlin
2021: Zanele Muholi, Zazise – „Spectrum“ – Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen. Sprengel Museum Hannover
2023: Ocular Witness: Schweinebewußtsein: Max Baumann, Frank Berger, Felix Bielmeier, Pierre Bismuth, Anetta Mona Chişa & Lucia Tkáčová, Anna Haifisch & Anja Koch, Jochen Lempert, Arne Schmitt, Wenke Seemann, Maria Sewcz, Maria Sturm, Andrzej Steinbach, Young-Hae Chang Heavy Industries, Sammlung Heidi Specker
2024: Das Bild ist, was es tut: Ann Collier, Dörte Eißfeldt, Seiichi Furuya, Christina Glanz, Rodney Graham, Annette Kelm, Andrzej Steinbach, Raphaela Vogel, Ian Wiblin – Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung und Kunststiftung Bernhard Sprengel und Freunde; Schweinebewusstsein vagabundierend (an 5 externen Orten)
2025: Frida Orupabo, Spectrum Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen, Sprengel Museum Hannover; Stand Up! Feministische Avantgarde, Werke aus der Sammlung Verbund, Wien, Sprengel Museum Hannover
Publikationen als Herausgeberin (Auswahl)
Boris Mihailov, Sergej Bratkov, Sergej Solonskij, Wenn ich ein Deutscher wäre, Galerie in der Brotfabrik, Verlag der Kunst Berlin, Dresden; Basel, 1995, ISBN 978-3-364-00352-8
Helga Paris: Fotografien/Photographs; [anlässlich der Ausstellung Helga Paris. Fotografie; Sprengel-Museum Hannover, 15. September 2004 - 13. Februar 2005; Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus, Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus, 1. März - 30. April 2005]. 1. Auflage. Holzwarth, Berlin 2004, ISBN 978-3-935567-19-0
Hans-Peter Feldmann: Buch / Book #9, (mit Martin Clark und Martin Hochleitner), Sprengel Museum Hannover, Anrolfini Bristol, Landesgalerie Linz, Verlag Walther König, Köln 2007, ISBN 3-86560-232-0 / ISBN 978-3-86560-232-9
Boris Mikhailov: Bücher, Strukturen des Wahnsinns, oder warum Hirten in den Bergen oft Verrückt werden / Books: structures of madness, or why shepherds living in the mountains often go crazy, Sprengel Museum Hannover, Walther König, Köln, 2013, ISBN 978-3-86335-303-2
Zanele Muholi: Zazise, Spectrum - Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen, Sprengel Museum Hannover, 2021, ISBN 3-89169-254-4 / ISBN 978-3-89169-254-7
Als Autorin (Auswahl)
Habitat in: Anne Schönharting, Habitat Berlin-Charlottenburg, Hartmann Books, Stuttgart, 2022, S. 151 ff., ISBN 978-3-96070-091-3
Image Warrior, in: Thierry Geoffroy/Colonel, a propulsive retrospective, Snoeck, Köln, 2024, S. 198 ff., ISBN 978-3-86442-395-6
Diverse Beiträge in: Porträt einer Sammlung - Sprengel Museum Hannover, Hrsg. von Carina Plath und Julius Osmann, Hirmer, München, 2024, ISBN 978-3-89169-258-5
Abgesang. Zu Christina Glanz, 24 Frauen, in: An den Rändern taumelt das Glück: Die späte DDR in der Fotografie. Hrsg. von Annett Jahn und Ulrike Mönnig, M BOOKS, Weimar, 2024, S. 254 ff., ISBN 3-944425-35-9, ISBN 978-3-944425-35-1
Podcast dieMotive und Inka Schube. Eine Podcastepisode über ihren Weg in eine Institution, ihre Anfänge in der DDR und die Fotogalerie in der Brotfabrik Berlin
Fotografie neu Denken, #075Es gibt ein starkes Bedürfnis nach Realitätseffekten. Inka Schube. Fotokuratorin, Sprengel Museum Hannover, 2022
Einzelnachweise
↑Jochen Stöckmann:Die Straße als Bühne.In:deutschlandfunkkultur.de.11.Februar 2008,abgerufen am 29.Mai 2025.
↑Klaus Irler:Inka Schube, Kuratorin: "Eine nüchterne Art von Zuneigung". In: Die Tageszeitung: taz. 3.November 2010 (taz.de[abgerufen am 29.Mai 2025]).
↑Team.In:Sprengel-Museum.Abgerufen am 29.Mai 2025.
↑Zweitakt: bildende Kunst aus Berlin Ost und Berlin West; [Ausstellung des Verbandes Bildender Künstler Berlin VBK und des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlin BBK, Ausstellungszentrum Fernsehturm am Alexanderplatz, 12. Dezember 1990 bis 13. Januar 1991]. Kupfergraben-Verl, Berlin 1990, ISBN 3-89181-430-5 (dnb.de[abgerufen am 29.Mai 2025]).
↑Inka Schube u.a.:Zweitakt: bildende Kunst aus Berlin Ost und Berlin West. Hrsg.: Kupfergraben Verlag. Kupfergraben Verlag, Berlin (DDR) 1990, ISBN 3-89181-430-5.
↑Berlin Alexanderplatz U2: Wettbewerb der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst e.V. (NGBK) 2000. NGKB, Berlin 2000, ISBN 3-926796-67-7 (gfzk.de[abgerufen am 29.Mai 2025]).
↑Inka Schube.In:nGbK-Archiv.Abgerufen am 29.Mai 2025.