| Film | |
| Titel | Innere Emigranten |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland, Frankreich |
| Originalsprache | Russisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 94 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Produktionsunternehmen | Karbe Film, Macalube Films |
| Stab | |
| Regie | Lena Karbe |
| Drehbuch | Lena Karbe, Gregor Koppenburg |
| Produktion | Lena Karbe, Anne-Catherine Witt |
| Musik | Maxence Dussère |
| Kamera | Anonym |
| Schnitt | Charlotte Tourrès |
Innere Emigranten (internationaler Titel: Inner Emigrants) ist ein deutsch-französischer Dokumentarfilm von Lena Karbe aus dem Jahr 2026. Der Film begleitet ehrenamtliche Psychologen einer Moskauer Krisenhotline während des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
Drei Psychologen leisten seit Beginn des Krieges ehrenamtlich Telefondienst bei einer Moskauer Krisenhotline. In den Gesprächen mit Anrufenden werden die Auswirkungen der staatlichen Propaganda auf die Bevölkerung sichtbar. Der Film fragt, was „Neutralität“ unter diesen Bedingungen bedeutet und wie die Psychologen Grenzen ziehen, um ihre berufliche Integrität, ihre persönliche Sicherheit und ihre eigene psychische Gesundheit zu schützen.
Der Titel bezieht sich auf den Begriff der inneren Emigration, der auf die Zeit des Nationalsozialismus zurückgeht. Er beschreibt die Spaltung zwischen einem angepassten öffentlichen Verhalten und einer inneren Ablehnung des Geschehens. Umstritten ist, ob der Begriff stillen Widerstand bezeichnet oder eher Passivität legitimiert. Der Film überträgt ihn auf die Mehrheit der heutigen russischen Gesellschaft, die sich ins Private zurückzieht – ein Verhalten, das bereits die Sowjetzeit prägte.
Der Film entstand von 2022 bis 2024 unter strenger Geheimhaltung. Produziert wurde er von Lena Karbes Münchner Produktionsfirma Karbe Film GmbH gemeinsam mit Macalube Films (Anne-Catherine Witt), in Koproduktion mit See-Through Films, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg und dem Mitteldeutschen Rundfunk. Gefördert wurde das Projekt vom FilmFernsehFonds Bayern, vom Deutschen Filmförderfonds und von der Filmförderungsanstalt im Rahmen des deutsch-französischen Minitraité.
Zum Schutz der Beteiligten sind mehrere Mitwirkende, darunter Kamera und Ton, im Abspann als „anonym“ aufgeführt.
Seine Weltpremiere feierte der Film am 9. März 2026 auf dem Thessaloniki International Documentary Festival. Bei seiner Doppelpremiere in Deutschland wurde er beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet und erhielt beim DOK.fest München den VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis. Am 14. Mai 2026 kam der Film im Verleih von Mindjazz Pictures in die deutschen Kinos.
Das MDR-Kulturmagazin artour bescheinigte dem Film „hoch interessante Einsichten“ in die Überlebensstrategien einer Gesellschaft unter starkem Anpassungsdruck. Knut Elstermann zeigte sich in seinem Filmmagazin Zwölf Uhr mittags auf Radioeins „sehr beeindruckt“. Der Film vermittle, was die Menschen in Russland empfinden und welche Ängste sie haben – etwas, das hinter der staatlichen Propaganda sonst verborgen bleibe. Er lobte zudem die Musik von Maxence Dussère, die Kamera und die nächtliche, melancholische Stimmung.
film-rezensionen.de beschrieb ihn als stillen Dokumentarfilm, der moralische Ambivalenzen im autoritären Kontext sichtbar mache, ohne eindeutige Antworten zu geben. Cinema hob den moralischen Zwiespalt der Berater hervor und bewertete den Film als sehenswert.
epd Film deutete den Titel als Bild eines seelischen Rückzugsraums, in den sich all jene zurückziehen, die nicht an der Machtausübung teilhaben. Programmkino.de sah Einblicke in die russische Gesellschaft und ein Land, das sich einem Abgrund nähere. Der Filmdienst verwies auf die Kontinuität zwischen Sowjetunion und heutigem Russland, die der Film etwa an einer seit 1979 unveränderten Metrostation namens „Marksistskaja“ zeige.