Insa Meinen

Insa Meinen (* 1963) ist eine deutsche Historikerin. Als Wissenschaftlerin forschte sie zur Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, zum Holocaust in Belgien und über jüdische Flüchtlinge in Westeuropa.

Arbeit

Nach einer Promotion in Oldenburg (2000) war Meinen an der Universität Konstanz (2001 bis 2008) tätig. Von 2012 bis 2013 arbeitete sie als Stipendiatin an der Freien Universität Brüssel (CIERL-ULB). An der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg (2009 bis 2017) forschte sie zur Geschichte Frankreichs und Belgiens, insbesondere während des Zweiten Weltkriegs, zur deutschen Besatzungspolitik, sowie zum Holocaust.

Meinen legte zunächst eine Studie über Wehrmacht und Prostitution im besetzten Frankreich während des Zweiten Weltkriegs vor. Ihr Buch „Die Shoah in Belgien“ wirft ein neues Licht auf die Beteiligung der deutschen Dienststellen an der Umsetzung des Holocaust in Belgien und die Reaktion der Juden. Meinen weist nach, dass ein großer Teil der Juden in Belgien nicht in Massenrazzien, sondern in Einzelaktionen der deutschen Besatzer festgenommen wurden. Das Buch fand in Belgien viel Beachtung, wurde aber auch kritisiert, weil Meinen den CEGES-Bericht La Belgique docile relativierte, der die Verantwortung der belgischen Behörden stark hervorhebt. In ihren gemeinsam mit Ahlrich Meyer verfassten Arbeiten über jüdische Flüchtlinge in Westeuropa beleuchtete Meinen zahlreiche Einzelschicksale von Juden, die nach 1933 beziehungsweise 1938 aus Deutschland und Österreich nach Belgien und zum Teil weiter nach Frankreich flohen. In jüngeren Veröffentlichungen wandte sie sich der wirtschaftlichen Lage der Juden und der „Arisierung“ in Belgien zu. Dabei war Meinen an zwei DFG-Projekten mit Bezug zu den Benelux-Staaten beteiligt:

Auszeichnungen

Im Jahr 2011 erhielt sie den Alexander von Humboldt-Forschungspreis, den der belgische Fonds de la Recherche Scientifique (FRS-FNRS) in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Stiftung alle zwei Jahre zur Würdigung des Gesamtwerkes eines deutschen Wissenschaftlers vergibt.

Publikationen (Auswahl)

Monographien

Aufsätze

Einzelnachweise

  1. ↑ Ahlrich Meyer, Insa Meinen: Verfolgt von Land zu Land. Brill, 2013, ISBN 978-3-657-77564-4 (brill.com [abgerufen am 2. Juni 2026]).
  2. ↑ Rudi Van Doorslaer (dir.), Nico Wouters, Emmanuel Debruyne, Frank Seberechts: La Belgique docile. Luc Pire, Waterloo 2007, ISBN 978-2-87415-848-3 (cegesoma.be).
  3. ↑ Marie-Cécile Royen: Une nouvelle approche de la Shoah en Belgique. In: Le-Vif-L’Express, Nr. 30, S. 33–35. 2012, abgerufen am 11. Februar 2024 (französisch).
  4. ↑ Zwangsmigration und Holocaust. In: fid-benelux.de. 2009, abgerufen am 11. Februar 2024.
  5. ↑ Projekt: Zwischen Arisierung und Deportation. In: fid-benelux.de. 2014, abgerufen am 11. Februar 2024.
  6. ↑ Alexander von Humboldt-Forschungspreis für Oldenburger Historikerin Insa Meinen Carl von Ossietzky Universität Oldenburg vom 21. Juli 2011.
Personendaten
NAME Meinen, Insa
KURZBESCHREIBUNG deutsche Historikerin
GEBURTSDATUM 1963