Die Interface Control Information (ICI) (dt. etwa „Schnittstellensteuerinformation“) bezeichnet grundlegende Informationen, die von einer Komponente zur anderen an einer Schnittstelle übertragen werden. Das Konzept der Schnittstelle und die Informationen zu ihrer Steuerung oder Kontrolle finden ganz allgemein in technischen Bereichen wie der Kommunikationstechnik, Rechnernetzen oder der Computertechnik, beispielsweise in eingebetteten Systemen, Anwendung.
Ursprünglich wurde der Begriff im Zusammenhang mit dem OSI-Modell erwähnt. Häufiger ist damit jedoch die Beschreibung (Definition, Spezifikation und Dokumentation), sowie Verwaltung von Schnittstelleninformationen (Daten oder Parameter) in einem sogenannten Interface Control Document (ICD) gemeint.
Für eine Schnittstelle liegen mehrere Definitionen vor, wie z. B. nach IEEE handelt es sich um „eine gemeinsame Grenze zwischen zwei Funktionseinheiten, definiert durch verschiedene Merkmale in Bezug auf die Funktionen, den physikalischen Signalaustausch und sonstige Eigenschaften“ oder um eine „Hardware- oder Softwarekomponente, die zwei oder mehr andere Komponenten miteinander verbindet, um Informationen von einer zur anderen zu übertragen“.
Bei elektronischen und computerbasierten Geräten oder Systemen spielt das Hardware-Software-Interface (HSI) eine bedeutende Rolle. Die Komponenten werden dabei über eine serielle Schnittstelle (serielle Datenübertragung) oder parallele Schnittstelle (parallele Datenübertragung) angebunden.
Das Thema ist außerdem verwandt mit dem Konfigurationsmanagement. IEEE definiert für die Schnittstellenkontrolle einen „Prozess der Identifizierung aller funktionalen und physikalischen Merkmale, die für die Schnittstellenbildung zwischen zwei oder mehr Konfigurationselementen relevant sind.“ Dies gilt auch für das Konfigmanagement von Software.
Auch innerhalb von integrierten Schaltkreisen (ICs) bzw. der Mikroelektronik existieren Schnittstellen. Die Elemente eines System-on-a-Chip (SoC) kommunizieren über diese Schnittstellen auf Systembussen miteinander.
Im Falle des OSI-Modells handelt es sich um Schnittstellensteuerinformation zwischen den verschiedenen Schichten. Sie dienen dazu, der darunter liegenden Schicht Steuerinformationen zu übermitteln, die die Behandlung der zugehörigen Service Data Unit (SDU) durch die diensterbringende Schicht näher beschreibt. Sie werden in der dienstnutzenden Schicht erzeugt und in der diensterbringenden Schicht terminiert. Es handelt sich um eine rein vertikale Kommunikation, die nur Relevanz zwischen zwei Schichten hat.
Hier spielen Application Programming Interfaces (APIs) eine Rolle. Da Software in der Regel zur Verarbeitung einer Vielzahl von Informationen dient und somit per se komplex ist, versucht man, Schnittstelleninformationen von Modellierungssprachen wie UML zu erfassen. Wenn die Software Teil eines Gesamtsystems ist, ist es Aufgabe des System Engineerings, diese Schnittstelleninformationen zu analysieren und zu spezifizieren.