| Interhyp AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 7. Juni 1999 |
| Sitz | München, |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | ca. 1.400 |
| Branche | Finanzdienstleistungen |
| Website | www.interhyp-gruppe.de |
| Stand: 9. September 2026 | |
Die Interhyp AG ist ein in München ansässiger Vermittler für private Baufinanzierungen. Das 1999 gegründete Unternehmen gehört seit 2008 zur niederländischen ING Groep. Interhyp vergibt selbst keine Darlehen, sondern vermittelt Angebote von Banken, Sparkassen, Bausparkassen und Versicherungen. Das Unternehmen finanziert sich über die Provisionen, die es bei Vermittlung erhält. Der Unternehmenssitz ist in der August-Everding-Straße 24, 81671 München.
Interhyp wurde 1999 von Robert Haselsteiner und Marcus Wolsdorf gegründet. Beide arbeiteten zuvor als Investmentbanker für Goldman Sachs, unter anderem im Zinsgeschäft. Zu den Investoren zählten 3i und Earlybird Venture Capital. Das Internetportal ging im Januar 2000 online.
Interhyp kooperierte unter anderem mit dem Online-Immobilienportal Propertygate. 2000 öffnete sich Interhyp für die Zusammenarbeit mit Maklern, Bauträgern und anderen Partnern wie freien Vermittlern. Im ersten Geschäftsjahr wurden Finanzierungen mit einem Volumen von 300 Millionen Mark vermittelt.
Nach steigenden Umsätzen strebte das Unternehmen im Jahr 2005 einen Börsengang an. Den Auftrag für die Koordination des Vorhabens erhielt die Deutsche Bank. Die Erstnotierung erfolgte Ende September 2005 im Prime Standard und war nach Unternehmensangaben 30-fach überzeichnet. Daher wurde die Greenshoe-Option ausgeübt. Es handelte sich laut einem Bericht des Handelsblatts um den erfolgreichsten Börsengang des Jahres 2005. Im Dezember nahm die Deutsche Börse Interhyp in den Aktienindex SDAX auf.
Nachdem es zuvor erste Zweigniederlassungen gab, wurde von 2005 an dieser Vertriebskanal neben dem Internet etabliert, das jedoch durch Kooperationen etwa mit Cortal Consors nach wie vor den Kern des Geschäfts bildete. 2007 wurde mit MLP ein Gemeinschaftsunternehmen ins Leben gerufen, an dem Interhyp 50,2 % besitzt. Die Kooperation mit den Beratern des Finanzvertriebs stärkte das Geschäft. Neben neuen Finanzierungen stieg die Nachfrage nach Anschlussfinanzierungen.
Vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise ab 2007 gab es einen Gewinneinbruch. Daraufhin kündigte ING Direct, eine Tochtergesellschaft der ING Groep, die Übernahme von Interhyp an. Das Unternehmen wurde mit über 400 Millionen Euro bewertet. Nach Genehmigung der Transaktion durch die Niederländische Zentralbank sicherte sich ING Direct im Juni 2008 erstmals eine Mehrheit der Aktien. Im Laufe dieses Jahres stieg der Anteil der Niederländer auf über 95 %.
2011 wechselten die Interhyp-Gründer aus der operativen Leitung in den Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung beschloss einen Squeeze-out der verbleibenden Aktionäre, daraufhin endete der Handel der Interhyp-Aktie an der Börse. Unter der Führung von ING Direct forcierte Interhyp vor allem die Expansion in der Fläche. Durch die Kombination aus digitalem und stationärem Vertrieb gewann Interhyp 2014 und 2015 weitere Marktanteile. In den folgenden Jahren strebte das Unternehmen vor allem eine stärker internationale Aufstellung an.
Seit dem 1. April 2017 ist Jörg Utecht als Nachfolger Michiel Goris Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe. 2019 wurde Stefan Hillbrand zum Finanzvorstand berufen.
Angesichts der negativen Entwicklung der Baufinanzierung insgesamt als Folge des steigenden Zinsniveaus kündigte Interhyp Ende 2022 den Abbau von bis zu 100 der 1600 Mitarbeiterstellen über freiwillige Regelungen an. Nach in den Vorjahren meist wachsenden Geschäften brach das Abschlussvolumen im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um rund 15 % ein. Das operative Vorsteuerergebnis sank um 43 % auf 61 Millionen Euro.
Die Interhyp AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Sie wurde am 7. Juni 1999 ins Handelsregister eingetragen. Das Grundkapital beträgt 6.593.525 Euro, eingeteilt in auf den Namen lautende Stückaktien. Ihr Gegenstand ist die Vermittlung von Darlehen, Versicherungen, Aktien- und Rentenfonds sowie anderen Produkten und die Beratung hierzu, soweit es sich nicht um genehmigungspflichtige Tätigkeiten nach dem Kreditwesengesetz handelt.
Dem Vorstand der Interhyp AG gehören Jörg Utecht (Vorsitzender), Jana Brendel und Stefan Hillbrand an. Der Aufsichtsrat der Interhyp AG besteht aus sechs Mitgliedern. Den Vorsitz hat Sali Salieski, der als Global Head of Retail für Privatkunden der ING in den Niederlanden tätig ist.
Die Interhyp AG gehört zum Geschäftsbereich Retail Germany der ING Groep und befindet sich vollständig im Eigentum der ING Deutschland GmbH. Diese wiederum gehört der ING Holding Deutschland GmbH, deren einzige Gesellschafterin die ING Bank N.V. ist. Die wichtigsten Tochtergesellschaften der Interhyp AG sind Prohyp GmbH (100 %), ThinkImmo GmbH (100 %) und die MLP Hyp GmbH (50,2 %). Die Hausfinanz Beratungsgesellschaft mbH (100 %) ist nicht operativ tätig.
In den Anfangsjahren kritisierten Beobachter die lückenhafte Berücksichtigung staatlicher Fördergelder.
Die Deutsche Kreditbank sah aufgrund der Konkurrenz zur Direktbank ING-DiBa die Unabhängigkeit der Beratung gefährdet und kündigte im August 2008 ihre Kooperation mit Interhyp.
Im Mai 2010 berichtete die Die Welt über Bankenwerbung mit günstigen Kreditkonditionen. Demnach buhlten Banken „mit besonders attraktiven Schaufensterkonditionen um Eigenheimerwerber“. Laut der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg seien an diese Konditionen „so hohe Auflagen geknüpft, dass sie kaum ein Kunde erfüllen kann.“ Die Welt führt im Artikel explizit die Interhyp als ein Negativbeispiel für diese Art von Lockvogelangeboten an.
2013 kritisierte Finanztest, Interhyp stelle Interessenten auf seiner Website überhöhte Kredite in Aussicht. Das Unternehmen habe mit einer Zinsbindung über fünf Jahre und einem Prozent Tilgung gerechnet, was nicht ausreichend sei. Finanztest lobte, dass Interhyp noch am Tag der Veröffentlichung des Tests reagiert und seine Website angepasst habe.