International Project Management Association

International Project Management Association
(IPMA)
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Rechtsform Verein
Gründung 1965
Gründer Roland Gutsch
Sitz Fraumünsterstrasse 17, Zürich, Schweiz
Aktionsraum weltweit
Präsident Mladen Vukomanović
Umsatz 1.277.000 Euro (2025)
Website www.ipma.world

Die International Project Management Association (kurz IPMA) ist ein von Europa ausgehender weltumspannender Projektmanagementverband und seit 1995 Zertifizierungsstelle für die hauseigenen Projektmanagement-Standards.

Geschichte

Die IPMA wurde 1965 als Diskussionsrunde internationaler Projektmanager durch Roland Gutsch gegründet und trug bis 1994 den Namen INTERNET. Der erste internationale Kongress fand 1967 in Wien statt. 1979 formal etabliert wählte sie die Schweiz als Sitz für das Sekretariat und die Gesellschaft, internationale Expertenseminare wurden am Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon durchgeführt. Rechtssitz der Gesellschaft ist Zürich in der Schweiz und das IPMA Central Secretariat befindet sich in den Niederlanden (2002–2014: Nijkerk, seit 2014: Amsterdam).

Unter dem Dach der IPMA sind 70 nationale Projektmanagementvereinigungen mit weltweit mehr als 40.000 Mitgliedern zusammengeschlossen. Die nationalen Vereinigungen professionalisieren Projektmanagement unter Berücksichtigung landesspezifischer kultureller Anforderungen. Um eine einheitlich hohe Qualität zu gewährleisten und gemeinsame Standards zu wahren, gibt die IPMA seit 1999 die IPMA Individual Competence Baseline (ICB) heraus. Sie stellt die Grundlage der nationalen Projektmanagement Baselines dar, die wiederum die Basis für die nationalen Zertifizierungsprogramme ist.

Präsidenten:

  • 1972–1976: Olof Hörberg (Schweden)
  • 1976–1982: Roland Gutsch (Deutschland)
  • 1982–1985: Steen Lichtenberg (Dänemark)
  • 1985–1988: Eric Gabriel (UK)
  • 1988–1991: Roland Gutsch (Deutschland)
  • 1991–1994: Morten Fangel (Dänemark)
  • 1994–1996: Klaus Pannenbäcker (Deutschland)
  • 1996–1998: Giles Caupin (Frankreich)
  • 1998–2000: Rodney Turner (UK)
  • 2000–2002: Daniel Scheifele (Schweiz)
  • 2002–2004: Miles Shepard (UK)
  • 2004–2006: Adesh Jain (Indien)
  • 2006–2008: Veikko Välilä (Finnland)
  • 2008–2010: Brigitte Schaden (Österreich)
  • 2010–2012: Roberto Mori (Italien)
  • 2012–2014: Mladen Radujkovic (Kroatien)
  • 2015–2017: Reinhard Wagner (Deutschland)
  • 2018–2020: Jesús Martínez Almela (Spanien)
  • 2021–2023: Joop Schefferlie (Niederlande)
  • 2024-: Mladen Vukomanović (Kroatien)

IPMA Individual Competence Baseline

Die IPMA Individual Competence Baseline (ICB) ist der weltweite Standard für individuelle Kompetenzen in den Domänen Projektmanagement, Programmmanagement und Projektportfoliomanagement und beschreibt ein umfassendes Kompetenzinventar. Grundlage der ersten internen Version der ICB waren die nationalen Competence Baselines aus Großbritannien, Schweiz, Deutschland und Frankreich. Die im Februar 1999 erstmals veröffentlichte Version ICB 2.0 umfasste 28 Kernelemente und 14 zusätzliche Elemente für Wissen und Erfahrung im Projektmanagement, die in den nationalen Competence Baselines wiederzufinden waren. Im Juni 2006 wurde die ICB 3.0 veröffentlicht, die die folgenden drei Kompetenzbereiche mit 46 Kompetenzelementen (in einem sog. Kompetenzauge zusammengefasst) umfasst:

PM-Verhaltenskompetenzen PM-Kontext Kompetenzen PM-technische Kompetenzen
  • Führung
  • Engagement und Motivation
  • Selbstkontrolle
  • Durchsetzungskraft
  • Entspannung und Stressbewältigung
  • Offenheit
  • Kreativität
  • Ergebnisorientierung
  • Effizienz
  • Beratung
  • Verhandlungen
  • Konflikte und Krisen
  • Verlässlichkeit
  • Wertschätzung
  • Ethik
  • Projektorientierung
  • Programmorientierung
  • Portfolioorientierung
  • Einführung von Projekt-, Programm-
    und Projektportfoliomanagement
  • Stammorganisation
  • Business
  • Systeme, Produkte und Technologie
  • Personalmanagement
  • Gesundheit, Sicherheit und Umwelt
  • Finanzmanagement
  • Recht
  • Projektmanagementerfolg
  • Interessierte Parteien und Umwelten
  • Projektanforderungen und Projektziele
  • Risiken und Chancen
  • Qualität
  • Projektorganisation
  • Teamarbeit
  • Problemlösung
  • Projektstrukturen
  • Leistungsumfang und Lieferobjekte
  • Projektphasen, Ablauf und Termine
  • Ressourcen
  • Kosten und Finanzen
  • Beschaffung und Verträge
  • Änderungen
  • Überwachung, Steuerung und Berichtswesen
  • Information und Dokumentation
  • Kommunikation
  • Projektstart
  • Projektabschluss

Die aktuelle ICB 4.0 wurde im September 2015 verabschiedet und umfasst 29 generische Kompetenzelemente in den drei Kompetenzbereichen Kontext-Kompetenzen, Persönliche und Soziale Kompetenzen sowie Technische Kompetenzen:

Kontext-Kompetenzen (Perspective) Persönliche und Soziale Kompetenzen (People) Technische Kompetenzen (Practice)
  • Strategie
  • Governance, Strukturen und Prozesse
  • Compliance, Standards und Regularien
  • Macht und Interessen
  • Kultur und Werte
  • Selbstreflexion und Selbstmanagement
  • Persönliche Integrität und Verlässlichkeit
  • Persönliche Kommunikation
  • Beziehungen und Engagement
  • Führung
  • Teamarbeit
  • Konflikte und Krisen
  • Vielseitigkeit
  • Verhandlungen
  • Ergebnisorientierung
  • Projekt-, Programm- bzw. Portfoliodesign
  • Anforderungen, Nutzen und Ziele
  • Leistungsumfang und Lieferobjekte
  • Ablauf und Termine
  • Organisation, Information und Dokumentation
  • Qualität
  • Kosten und Finanzierung
  • Ressourcen
  • Beschaffung
  • Planung und Steuerung
  • Chancen und Risiken
  • Stakeholder
  • Change und Transformation
  • Projektselektion und Portfoliobalance
    (im Programm- und Portfoliomanagement)

Zertifizierung

Die ICB in der jeweils gültigen Version stellt die inhaltliche Grundlage für die Zertifizierung in allen 70 Ländervertretungen dar. Die IPMA bietet seit 1995 Projektmanagement-Zertifizierungen an, seit 1998 bestehend aus einem vierstufigen Zertifizierungssystem (4-L-C) mit folgenden Zertifikatslevel:

Die Zertifikatsprüfungen werden dabei von den jeweiligen Ländervertretungen abgenommen. Die Zertifikate haben eine Gültigkeitsdauer von fünf Jahren und können re-zertifiziert werden. Bis 2020 hatte die IPMA weltweit über 350.000 Zertifizierungen ausgestellt:

Ländervertretungen

Weltweit gibt es derzeit 70 verschiedene Ländervertretungen. Den Zertifizierungszahlen der Ländervertretungen lässt sich entnehmen, dass IPMA-Zertifikate insbesondere in der D-A-CH-Region verbreitet sind, im weltweiten Vergleich aber nicht den Bekanntheitsgrad wie PRINCE2 und PMBOK Guide besitzen.

Land Name der Ländervertretung Gründungsjahr Zertifizierte nach dem 4-L-C-System
DeutschlandDeutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM)1979über 75.000 (Stand: 01/2024)
ÖsterreichProjekt Management Austria (pma)1973rund 22.300 (Stand: 2022)
SchweizSwiss Project Management Association (spm)198328.070 (Stand: 01/2024)
Vereinigtes KönigreichAssociation for Project Management (APM)1972
usw.

Project Excellence Award

Die IPMA vergibt seit 2002 an Projektteams, die Spitzenleistung im Projektmanagement nachweisen, den IPMA International Project Excellence Award. Dieser wurde aus dem Deutschen Project Excellence Award (Früher: „Deutscher Projektmanagement Award“) entwickelt, den die GPM seit 1996 in Deutschland vergibt. Projektteams können sich um den Deutschen oder Internationalen Project Excellence Award bewerben. Für die besten Teams gibt es die drei Stufen:

  1. Project Excellence Award Finalist
  2. Project Excellence Award Preisträger
  3. Project Excellence Award Gewinner

Die Bewerber werden durch ein mehrstufiges Verfahren (Assessment) von jeweils einem fünfköpfigen Assessorenteam bewertet. Die Entscheidung über die Vergabe einer der genannten Awardstufen trifft eine hochkarätig besetzte Jury.

Bewertung

Literatur

Commons: International Project Management Association – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ https://web.archive.org/web/19980118100734/http://www.ipma.ch/aboutipm.htm
  2. ↑ North Data: IPMA International Project Management Association, Zürich, Schweiz, abgerufen am 9. November 2023.
  3. ↑ Kontaktseite der Organisation
  4. ↑ IPMA 50 years Building Bridges Worldwide
  5. ↑ https://www.ipma.world/joop-schefferlie-the-impact-of-projects-and-project-management-will-increase/
  6. ↑ IPMA CoD Seville 09 2023 Elections - Results. In: ipma.world. IPMA, September 2023, abgerufen am 30. Januar 2024 (englisch).
  7. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 8. Mai 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. ↑ https://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/GPM/Know-How/programm-icb4/IPMA_ICB4_PM_deutsch_170213.pdf
  9. ↑ https://www.ipma.world/individuals/certification/
  10. ↑ https://www.vzpm.ch/fileadmin/dokumente/downloads/English/IPMA_Yearbook_2020.pdf
  11. ↑ https://www.ipma.world/about-us/membership-associations/member-associations-ma/
  12. ↑ Zertifizierte Projektmanager in Deutschland. GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.
  13. ↑ Über uns. Projekt Management Austria, abgerufen am 8. September 2019.
  14. ↑ https://www.pma.at/de/ueber-uns/presse/presseaussendung-zertifizierungszahlen-2021
  15. ↑ https://www.vzpm.ch/de/
  16. ↑ https://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/GPM/Know-How/programm-icb4/IPMA_ICB4_PM_deutsch_170213.pdf
  17. ↑ https://www.gpm-ipma.de/weiterbildung-mit-zertifikat/projektmanagement