Invasion (2007)

Film
Titel Invasion
Originaltitel The Invasion
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe FSK/JMK 12
Stab
Regie
Drehbuch
Produktion Joel Silver
Musik John Ottman
Kamera Rainer Klausmann
Schnitt
Besetzung

Invasion ist ein US-amerikanischer Thriller mit Horror-Elementen unter Regie von Oliver Hirschbiegel. Warner Bros. brachte den Film am 17. August 2007 in die US-Kinos, der deutsche Kinostart folgte am 18. Oktober 2007. Es handelt sich um die vierte Verfilmung von Jack Finneys Roman Die Körperfresser kommen nach Die Dämonischen (1956), Die Körperfresser kommen (1978) und Body Snatchers – Die Körperfresser (1993).

Der Film schildert die Folgen eines Space-Shuttle-Absturzes auf der Erde. Eine in den Trümmern entdeckte außerirdische Lebensform nistet sich in den Gehirnen von Menschen ein, die daraufhin ein völlig verändertes, emotionsloses Verhalten an den Tag legen und versuchen, auf dessen Basis eine neue Gesellschaftsordnung aufzubauen.

Handlung

Ein Space Shuttle fällt auf die Erde und zerschellt in der Atmosphäre, wodurch seine Trümmer über weite Teile der USA verstreut werden. In den Trümmerresten wird eine äußerst temperaturresistente außerirdische Lebensform entdeckt. Tucker Kaufman, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Regierung, sucht ein Labor auf, in dem die Lebensform untersucht wird. Durch eine Unachtsamkeit kommt er mit der Lebensform in Kontakt. In der Nacht macht sein Hautgewebe eine Veränderung durch, die sich aber nach dem Aufwachen wieder gelegt hat.

Kaufmans Ex-Frau, die Psychiaterin Carol Bennell, wird von einer Patientin aufgesucht, die darauf besteht, dass sich die Persönlichkeit ihres Mannes eklatant verändert habe. Auf einer Halloween-Party mit Kindern aus der Nachbarschaft entdeckt ihr Sohn Oliver einen fremdartigen Organismus. Sie bringt diesen zu ihrem platonischen Freund Ben Driscoll, einem Arzt und Wissenschaftler, um ihn untersuchen zu lassen.

Unter den Menschen, die mit den Shuttletrümmern in Berührung kamen, bricht eine unbekannte Seuche aus: Die infizierten Menschen ändern nach dem Einschlafen ihr Verhalten und verlieren jegliche Emotionen. Da Teile des Wracks von Findern über das Internet verkauft wurden, hat die Seuche bereits andere Kontinente erfasst. Kaufman veranlasst das Gesundheitsministerium, eine groß angelegte Impfaktion zu starten, die er zur vorsätzlichen Verbreitung des Virus benutzt. Währenddessen werden in verschiedenen Teilen der Welt Kriege und Konflikte überraschend beendet.

Während Carol ihren Sohn Oliver zu dessen Vater, ihrem Ex-Mann Kaufman, fährt, wird sie Zeugin eines Unfalls: Eine verstörte Frau, die sie vor einer nicht näher bezeichneten Gefahr warnen will, wird von einem anderen Wagen angefahren. Die Polizei macht keine Anstalten, der Verletzten zu helfen oder den Unfallhergang aufzunehmen. Später besucht Carol mit Driscoll die Party seines Freundes Dr. Henryk Belicec. Der anwesende russische Botschaftsangehörige Yorish provoziert die Gäste mit einer Diskussion über die Grausamkeit menschlichen Verhaltens. Eine gewaltfreie Welt, behauptet Yorish, wäre eine Welt, in der die Menschen aufgehört hätten, menschlich zu sein.

Driscoll und seine Mitarbeiter entdecken eine Spore im Gehirn der Infizierten, die dessen Steuerungsfunktion übernimmt, sobald die Infizierten in einen REM-Schlaf fallen. Immun sind diejenigen Menschen, die in ihrem Leben einmal an Varizellen-Enzephalitis bzw. ADEM erkrankt waren. Zu diesen gehört auch Carols Sohn Oliver. Carol will ihren Sohn bei Kaufman abholen, um die Möglichkeit der Erzeugung eines Heilmittels zu prüfen. Zuvor begleitet Carol Driscoll in das Haus der Belicecs, deren Gast Yorish von einer seltsamen Veränderung des äußeren Gewebes befallen ist. Yorish greift Carol an, wird aber überwältigt.

In Kaufmans Haus versucht dieser Carol zu überreden, „einer der Ihren“ zu werden. Als sie sich wehrt, infiziert er sie mit seinem Speichel. Sie setzt ihre Suche fort, wissend, dass sie die Verwandlung hinauszögern kann, solange sie wach bleibt. Um nicht aufzufallen, mimt sie eine der Infizierten, die bereits in der Überzahl sind. In den Fernsehnachrichten erfährt Carol, dass überall auf der Welt Kriege und Konflikte aufgehört haben. Pakistan und Indien lösen den Kaschmir-Konflikt, George W. Bush und Hugo Chávez schließen Freundschaft und im Irak gibt es keine Terroranschläge mehr.

Carol findet ihren Sohn in der Wohnung von Kaufmans Mutter. Beide spielen zunächst die Rolle der Infizierten, um dann aus dem Haus zu fliehen. Sie verstecken sich beide in einer Drogerie, wo sie auf Driscoll wartet. Als sie kurz eingeschlafen ist, weckt Oliver sie mit einer von ihr vorbereiteten Injektion. Schließlich taucht Driscoll auf, der die Vorzüge der sich verändernden Welt preist. Carol erkennt, dass Driscoll ebenfalls umgewandelt wurde, und schießt ihm ins Bein, um ihn aufzuhalten. Driscolls Mitarbeiter Galeaneo, begleitet von einer Armeeeskorte, rettet sie und ihren Sohn und bringt sie mit einem Helikopter der Armee zu einer Militärbasis.

Galeanos Team entwickelt ein Heilmittel, welches das Virus in kürzester Zeit unschädlich macht. Die ehemals Infizierten können sich nach ihrer Heilung nicht mehr erinnern, was sie während ihrer Erkrankung getan haben. In einem Interview antwortet Galeano auf die Frage, ob das Virus erfolgreich eingedämmt sei, man brauche lediglich einen Blick in die Zeitung zu werfen – die Menschheit verhalte sich wieder menschlich. In der letzten Szene macht Carol gerade ihren Sohn für die Schule fertig, während der genesene Driscoll, jetzt offenbar Carols Lebenspartner, die Zeitung liest. Betroffen kommentiert er einen Artikel über die Gewalt in Bagdad. Aus dem Off ist Yorishs Bemerkung zu hören, dass eine gewaltfreie Welt eine Welt wäre, in der die Menschen aufgehört hätten menschlich zu sein.

Vergleich mit dem Roman und dessen Adaptionen

Trotz einer wesentlichen Änderung gegenüber der Romanvorlage und den früheren Verfilmungen weist Invasion einige Gemeinsamkeiten mit seinen Vorgängern auf:

Entstehung und Veröffentlichung

Der Film wurde in Baltimore, Los Angeles und Washington D.C. vom September bis Dezember 2005 und im Januar 2007 gedreht. Veronica Cartwright, hier als verzweifelte Frau eines Infizierten zu sehen, wirkte bereits in der zweiten Romanverfilmung Die Körperfresser kommen unter Regie von Philip Kaufman mit.

Seine geschätzten Produktionskosten betrugen 80 Mio. US-Dollar, was für Produzent Joel Silver „vergleichsweise gering“ sei, aber dem Wunsch von Regisseur Oliver Hirschbiegel entspreche. Der Film beinhalte nicht viele Spezialeffekte, sondern erzähle von Menschen. Hirschbiegel wurde im Verlauf der Produktion allerdings abgelöst. Die Wachowskis und James McTeigue wirkten an der Überarbeitung mit, ohne im Filmabspann erwähnt zu werden. Die US-Kinoeinnahmen beliefen sich nur auf rund 15 Mio. US-Dollar.

Rezeption

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 20 %
Metacritic (Metascore) 45/100
Prädikat der FBW wertvoll
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
CinemaScore C
James Berardinelli SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol

Invasion erhielt ein eher schlechtes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils kritische Besprechungen und ordnet den Film damit als „Gammelig“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Durchwachsen oder Durchschnittlich“ aus.

„[…] ein filmischer Blindgänger. Der Film weiß nicht, was er sein will – ein Actionfilm, ein Horrorfilm, eine Science-Fiction-Allegorie oder ein Film über die Bindung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn. Im Ergebnis ist er nichts davon.“

– James Berardinelli

„Das Bild ist zu dunkel und teilweise verschwommen […] und der Schnitt maßlos übertrieben in dem durchschaubaren Versuch, die Action voranzutreiben und das Erzähltempo anzuziehen. Aber sinnlose Jump-cuts und unzusammenhängende Vorausblenden locken niemanden hinter dem Ofen hervor.“

„[…] ein optisch ansehnlicher, aber überflüssiger, charakterloser Thriller […] gelegentliche Verbeugungen vor den Vorgängerfilmen […] erinnern nur daran, um wie viel besser diese waren.“

– Dennis Harvey: Variety

„[…] die Invasion ist wie eine Hirnwäsche, nach der es nur noch gleichgeschaltete, gleichdenkende Amerikaner gibt, die funktionieren und nicht aufmucken. Eine Allianz der Willigen, wie Bush sie sich schöner nicht hätte ausmalen können. […] Wenn man diesen Film gesehen hat, versteht man Amerika nur allzu gut.“

– Peter Zander: Die Welt

„Was als immerhin spannende und teilweise auch ironisch akzentuierte Horrorgeschichte mit vielleicht sogar tieferer Bedeutung beginnt, endet in den lärmenden Verfolgungsjagden und Zerstörungsexzessen routinehafter Event-Filme. Der Suspense der Persönlichkeitsveränderungen geht in einem Wust überraschungsloser Kolportage zugrunde.“

Jackson Bond wurde im Jahr 2008 für den Young Artist Award in der Kategorie Jungdarsteller unter zehn Jahren nominiert.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabebescheinigung für Invasion. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 111122/DVD; abgerufen am 17. April 2026).
  2. ↑ Alterskennzeichnung für Invasion. Jugendmedien­kommission.
  3. 1 2 Susan Wloszczyna: „Paranoia gets revisited in ‘The Visiting’“, USA Today vom 11. November 2006, abgerufen am 7. August 2007.
  4. 1 2 3 Eintrag zu The Invasion in der Internet Movie Database, zuletzt abgerufen am 20. Oktober 2008.
  5. ↑ Berliner Zeitung Nummer 242 vom Mittwoch, 17. Oktober 2007.
  6. ↑ Besprechung von Peter Zander in Die Welt, 17. Oktober 2007.
  7. 1 2 Invasion. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 16. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 163 Kritiken).
  8. 1 2 Invasion. In: Metacritic. Abgerufen am 16. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 31 Kritiken).
  9. ↑ Jury-Begründung. In: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW). Abgerufen am 4. Dezember 2025.
  10. ↑ Derek Armstrong: Kritik zu Invasion (Memento vom 15. Oktober 2019 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
  11. ↑ Datenbankabfrage bei cinemascore.com
  12. 1 2 „[…] a cinematic dud. The Invasion doesn’t know what it wants to be – an action film, a horror movie, a science fiction allegory, a mother/son bonding picture – and, as a result, it ends up being none of the above.“ – Besprechung auf reelviews.net, 2007.
  13. ↑ „The film looks murky and at times blurred […] and it’s been badly overedited in a transparent bid to goose the action, to create a suggestion of narrative tension. But nonsensical jump-cuts and incoherent flash-forwards can’t raise the dead.“ – Besprechung in der New York Times, 17. August 2007.
  14. ↑ „[…] a slick but forgettable, characterless thriller. […] occasional nods to earlier versions […] only serve as a reminder of how much better they were.“ – Besprechung in Variety, 15. August 2007.
  15. ↑ Besprechung in Die Welt, 17. Oktober 2007.
  16. ↑ Zitat (Memento vom 4. November 2007 im Internet Archive) aus der Kritik des Film-Dienst, 12. Oktober 2007, auf film-zeit.de, abgerufen am 26. Oktober 2011.