| Strukturformel | |||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Iodchlorid | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
| ||||||||||||||||||
| Summenformel | ClI | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
rotbraunes Öl bzw. rubinrote nadelförmige Kristalle | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 162,36 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
| ||||||||||||||||||
| Dichte |
3,1 g·cm−3 | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
| ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
94,4 °C (Zersetzung) | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
41,8 Torr (30 °C) | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
Zersetzung in Wasser, löslich in Ethanol, Schwefelkohlenstoff, Aceton, Pyridin | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Thermodynamische Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| ΔHf0 |
−23,8 kJ/mol | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Iodchlorid (auch Iodmonochlorid) ist eine Interhalogenverbindung, die aus den Elementen Iod und Chlor besteht. Es wurde 1814 von Humphry Davy sowie unabhängig auch von Gay-Lussac entdeckt.
Iodchlorid lässt sich aus den Elementen oder durch Kochen von Iod in Königswasser herstellen.
Die Verbindung kann auch durch die Umsetzung von Trifluorchlormethan mit Iod erhalten werden.
Iodchlorid tritt in zwei polymorphen Kristallformen auf. Die α-Form bildet rubinrote Nadeln, riecht stechend und ist wenig hygroskopisch. Sie schmilzt bei 27,38 °C mit einer Schmelzenthalpie von 11,61 kJ·mol−1. Die Wärmekapazität beträgt bei 22 °C 57,53 J·mol−1·K−1. Die metastabile β-Form liegt in Form von braunroten, rhombischen Tafeln vor, die bei 13,8 °C schmelzen. Beide Kristallformen bilden ein monoklines Gitter mit der Raumgruppe P21/c, allerdings mit unterschiedlichen Zellkonstanten.
Iodchlorid zerfällt am Siedepunkt in Chlor und Iod. In Wasser zersetzt es sich zu Chlorwasserstoff, Iodsäure und Iod. Mit Alkalimetallen und mit Aluminium erfolgt eine heftige bis explosionsartige Reaktion. Gefährliche Reaktionen sind auch mit Phosphor, Schwefel, Phosphortrichlorid und Metallsulfiden möglich.
Iodchlorid kann in der organischen Synthesechemie als Iodierungsreagenz für aromatische Verbindungen oder gleichzeitiges Iodierungs- und Chlorierungsreagenz für ungesättigte Verbindungen eingesetzt werden. Mit einer essigsauren Iodchlorid-Lösung lässt sich außerdem die Iodzahl von Ölen und Fetten bestimmen (Wijs-Methode).
Iodchlorid ist allgemein ätzend, die Dämpfe/Aerosole verursachen Husten, Atemnot und Schleimhautreizungen. Die niedrigste bekannte letale Dosis beträgt oral bei Ratten 50 mg/kg Körpergewicht, beziehungsweise 500 mg/kg bei der Aufnahme durch die Haut.