
Isa Melsheimer (* 19. September 1968 in Neuss) ist eine deutsche Bildhauerin, Objekt- und Installationskünstlerin, Malerin und Hochschullehrerin. Isa Melsheimer lebt und arbeitet in Berlin.
Isa Melsheimer wuchs auf einem Weingut in Reil an der Mosel auf. Von 1991 bis 1997 studierte sie Malerei an der Hochschule der Künste Berlin (heute Universität der Künste Berlin) in der Meisterklasse Georg Baselitz.
Nach einem Vertretungssemester der Klasse Björn Dahlem an der Bauhaus-Universität Weimar und einer Gastprofessur für experimentelles Zeichnen an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig ist sie seit dem Wintersemester 2022 Professorin für Keramik im Studiengang Freie Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel.
Isa Melsheimer beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit organisch gewachsenen und mit konstruierten Lebensräumen. Ihr Interesse gilt den Bedingungen, die sich im Prozess von Gestaltung und Transformation dieser Räume herausbilden. Dabei richtet sie den Blick sowohl auf die Geschichte des Gebauten, von einzelnen architektonischen Strukturen über städtische Gefüge bis hin zu natürlichen Formationen, als auch auf die Einflüsse menschlichen Handelns auf ökologische Systeme.
Melsheimer arbeitet vor allem mit Keramik, nutzt aber auch Materialien wie Beton, Glas, Metall, Holz, Garn, Stoff, Pflanzen und Alltagsobjekte. Neben den plastischen Arbeiten entsteht eine fortlaufende Serie von Gouachen.
Ein zentraler Aspekt in ihren Arbeiten sind fragile, oft surreal anmutende Behausungen und architektonische Fragmente, die als Ausschnitte eines größeren, nicht vollständig erfassbaren Ganzen erscheinen. Melsheimer untersucht darin, wie Räume entstehen, sich verändern und welche kulturellen, sozialen und ökologischen Bedeutungen sie tragen. Ihre teils ortsbezogenen Installationen verflechten subjektive Erinnerungen, Symbole und Zeitgeschehen zu vielschichtigen Raumgebilden. In diesen überlagern sich Vergangenheit und Gegenwart, Natur und Architektur.
Die Kunsthistorikerin und Kuratorin Verena Gamper beschreibt die Auseinandersetzung Isa Melsheimers in ihren Keramiken mit der gebauten Umwelt als vielschichtigen Prozess. Die Arbeiten, so Gamper, „changieren in ihrer Erscheinung zwischen Fragment und Modell, zwischen Gemachtem und Gewachsenem, zwischen künstlich und natürlich - befriedet unter Glasuren, die an Ausblühungen, oxidierte Steine, Flechten oder Erdschichten erinnern.“
In ihrer Materialität und Formensprache öffnen die Arbeiten ein Feld vielfältiger Assoziationen - von (utopischen) Architekturmodellen über Tierbauten bis hin zu organischen Strukturen. „In ihrem hybriden Erscheinungsbild zwischen modellhaften Versuchsanordnungen menschlicher Unterkünfte und Behausungen anderer Lebewesen, zwischen Menschengemachtem, Tierischem und Gewachsenem legen die Keramiken nahe, dass dieser architektonische Prozess in einer nicht mehr anthropogen überformten Welt anzusiedeln ist.“
Die Arbeiten von Isa Melsheimer befinden sich in zahlreichen öffentlichen und institutionellen Sammlungen. In Deutschland sind ihre Werke unter anderem in der Berlinische Galerie, im Museum Ludwig, im Museum Kunstpalast sowie in der Sammlung der Deutschen Bank vertreten. Darüber hinaus in der Sammlung Falckenberg und der Sammlung Philara, die beide für ihre umfangreichen Bestände zeitgenössischer Kunst bekannt sind.
International finden sich Werke Melsheimers etwa im Mudam Luxembourg, im S.M.A.K. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst im Bonnefantenmuseum sowie im Carré d’Art – Musée d’art contemporain de Nîmes. Weitere öffentliche Sammlungen sind das Centre national des arts plastiques in Frankreich und die Fundación Helga de Alvear in Spanien.
| Personendaten | |
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| NAME | Melsheimer, Isa |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Malerin, Objekt- und Installationskünstlerin, Keramikerin, Bildhauerin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 19. September 1968 |
| GEBURTSORT | Neuss |