Isabel Wilkerson

Isabel Wilkerson während des Texas Book Festival (2010)

Isabel Wilkerson (* 1961 in Washington, D.C.) ist eine mit dem Pulitzer-Preis-ausgezeichnete US-amerikanische Journalistin und Autorin des mit mehreren Preisen ausgezeichneten Sachbuchs The Warmth of Other Suns: The Epic Story of America's Great Migration, das sich mit der Wanderungsbewegung von Afroamerikanern aus den ländlichen Gebieten der Südstaaten der USA in die Industriestädte des Nordens, Nordostens und Westens zwischen 1910 und 1970 auseinandersetzt.

Leben mit Werk

Isabel Wilkerson studierte Journalismus an der Howard University und wurde in dieser Zeit Herausgeberin der Uni-Zeitschrift The Hilltop. Noch während ihrer College-Zeit absolvierte sie mehrere Praktika bei Zeitungen und Zeitschriften, darunter bei der Los Angeles Times und der Washington Post.

1994, als sie die Chicagoer Büroleiterin der The New York Times war, erhielt sie als erste afroamerikanische Frau den Pulitzer-Preis für Feature Writing für ihre Artikel, die die Auswirkungen der Überschwemmungen im Mittleren Westen während des Jahres 1993 und ihr Artikel über einen 10-jährigen Jungen, der sich um seine vier Geschwister kümmerte. Mehrere von Wilkersons Reportagen wurden in die von David Garlock herausgegebene Sammlung Pulitzer Prize Feature Stories: America's Best Writing, 1979 - 2003 aufgenommen.

Wilkerson erhielt 1993 einen George Polk Award, 1994 die von der National Association of Black Journalists vergebene Auszeichnung als Journalist des Jahres und 1998 eine Guggenheim Fellowship.

Sie unterrichtete an der Emory University, der Princeton University, der Boston University und an der Northwestern University Journalismus und gehörte zum beratenden Gremium für das Journalismus-Programm an der Columbia University.

2010 veröffentlichte sie ihr Buch The Warmth of Other Suns: The Epic Story of America's Great Migration, an dem sie über 15 Jahre gearbeitet hatte und der 2024 auf Platz zwei der besten Bücher des 21. Jahrhunderts von der New York Times Book Review gewählt wurde. Es setzt sich mit den drei Routen auseinander, die gewöhnlich von Afroamerikanern genutzt wurden, die zwischen 1915 und 1970 aus den Südstaaten in den Norden und den Westen der Vereinigten Staaten migrierten. Für ihr Buch interviewte Wilkerson mehr als 1000 Personen, die Teil dieser Wanderungsbewegung waren. Das Buch schaffte es fast sofort nach Veröffentlichung auf die Bestseller-Liste der New York Times und wurde von zahlreichen Kritikern auf ihre jeweilige Liste der interessantesten und wichtigsten Bücher des Jahres 2010 aufgenommen, darunter von den Kritikern von The New York Times, The Los Angeles Times, The New Yorker, Salon.com, The Washington Post, The Economist und The Daily Beast. Im März 2011 gewann Wilkerson mit diesem Buch den National Book Critics Circle Award in der Kategorie Sachbuch. Das Buch wurde außerdem mit dem Anisfield-Wolf Book Award, dem Mark Lynton History Prize, dem Sidney Hillman Buchpreis, dem Heartland Prize for Nonfiction ausgezeichnet und war für den Dayton Literary Peace Prize nominiert.

In ihrem 2020 erschienenen Buch Caste: The Origins of Our Discontents wendet Wilkerson den Kastenbegriff auf unsere Gesellschaft an, weil sie diese jenseits von Rasse, Klasse oder Geschlecht auch von Kaste geprägt sieht. Sie arbeitete folgende Herrschaftsprinzipien heraus, mit deren Hilfe sich die globalen Eliten abgrenzten und abkapselten: Erbfolge, strenge Auswahl der Zulassung bzw. Endogamie, Förderung harter gesellschaftlicher Hierarchien, angebliche Reinheit und angeborene Überlegenheit der Mitglieder, Entmenschlichung und Stigmatisierung der anderen, Gewalt und Terror zur Abgrenzung. Das Werk fand starke Beachtung in der US-amerikanischen Öffentlichkeit und wurde von der Presse als außergewöhnlich wichtig beurteilt.

Veröffentlichungen

Bücher

Essays, Kolumnen und Vorlesungen

Auszeichnungen

Commons: Isabel Wilkerson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Emory University Education Program. Emory University, archiviert vom Original am 2. Dezember 2008; abgerufen am 20. April 2014 (englisch).
  2. ↑ 30 Moments in Journalism. NABJ, archiviert vom Original am 6. Oktober 2008; abgerufen am 20. April 2014 (englisch).
  3. ↑ First Born, Fast Grown: The Manful Life of Nicholas, 10 (April 4, 1993) (PDF), New York Times. Abgerufen am 20. März 2014 (englisch). 
  4. ↑ Gewinner des George Polk Award, Internetseite der Long Island University
  5. ↑ National Association of Black Journalists: Past Award winners. NABJ, archiviert vom Original am 1. Juni 2008; abgerufen am 20. April 2014 (englisch).
  6. ↑ John Simon Guggenheim Foundation – Isabel Wilkerson. In: gf.org. Abgerufen am 12. Februar 2016 (englisch).
  7. ↑ Isabel Wilkerson, Director, Narrative Nonfiction Program. Boston University, archiviert vom Original am 5. Dezember 2010; abgerufen am 20. April 2014 (englisch).
  8. ↑ The Warmth of Other Suns: The Epic Story of America's Great Migration, Random House official website.
  9. ↑ Verena Gerbeth: Das ist der beste Roman des 21. Jahrhunderts: New York Times veröffentlicht dieses Ranking. In: Nordbayern.de. Verlag Nürnberger Presse, 25. April 2026, abgerufen am 27. April 2026.
  10. ↑ Great Migration: The African-American Exodus North. National Public Radio, abgerufen am 20. April 2014 (englisch).
  11. ↑ Teresa Weaver: The Shelf: Top Ten of 2010. Atlanta Magazine, archiviert vom Original am 6. Dezember 2010; abgerufen am 20. April 2014 (englisch).
  12. ↑ Laura Miller: The best nonfiction books of 2010. Salon.com, abgerufen am 20. April 2014 (englisch).
  13. ↑ A Year’s Reading: Reviewers’ favorites from 2010. The New Yorker, abgerufen am 20. April 2014 (englisch).
  14. ↑ Books of the Year: Page turners, The Economist, 2. Dezember 2010. Abgerufen am 20. April 2014 (englisch). 
  15. ↑ Best nonfiction of 2010, The Washington Post, 10. Dezember 2010. Abgerufen am 20. April 2014 (englisch). 
  16. ↑ The Best of the Best Books 2010. The Daily Beast, abgerufen am 20. April 2014 (englisch).
  17. ↑ Hans-Christian Lange: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen: Ein Insider entlarvt die neue Geld- und Politikkaste. Westend; 1. Edition 2021.
Personendaten
NAME Wilkerson, Isabel
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Journalistin und Autorin
GEBURTSDATUM 1961
GEBURTSORT Washington, D.C.