
Issam Sartawi (arabisch عصام السرطاوي, DMG ʿIṣām as-Sarṭāwī; * 1935 in Akko; † 10. April 1983 in Albufeira) war ein palästinensischer Politiker.
Sartawi wurde 1935 in Akko geboren. Nachdem die Stadt, die gemäß des UN-Teilungsplans für Palästina eigentlich Teil des arabischen Staates werden sollte, im Mai 1948 von der Hagana erobert wurde, fand sich seine Familie als Flüchtlinge im Westjordanland wieder. Von dort zog die Familie nach Bagdad, wo sein Vater Ali eine Anstellung als Lehrer fand. Sartawi nahm zunächst 1951 ein Ingenieurstudium an der Universität Bagdad auf. Ab 1954 studierte er an der Universität Bagdad Medizin und spezialisierte sich anschließend in den USA auf dem Gebiet der Kardiologie.
Im Jahr 1967 verließ er die USA und kehrte in den Nahen Osten zurück. Er näherte sich der Fatah an und baute in deren Lagern im Westen Jordaniens nahe Salt eine medizinische Versorgung auf. In Jordanien lebten zu dieser Zeit über 600.000 palästinensische Flüchtlinge. Während der Schlacht von Karame befand er sich gerade als Arzt in dem Dorf. Er war an der Gründung des Palästinensischen Roten Halbmonds beteiligt.
Sartawi schloss sich zunächst dem bewaffneten Kampf gegen Israel an. In Abgrenzung zur Fatah gründete er, der dem Nasserismus anhing, im November 1968 die militante Action Organization for the Liberation of Palestine (AOLP). Auf das Konto der Gruppierung geht u. a. der Anschlag auf einen Zubringerbus am Flughafen München-Riem, der Passagiere zu einem Flug der israelischen El Al bringen sollte. Die AOLP ging im Juni 1971 in die Fatah auf.
Sartawi wurde zum Berater für Europa und Nordamerika von Jassir Arafat, dem Vorsitzenden der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), und wurde Mitglied des Revolutionsrats der Fatah. Innerhalb der PLO entwickelte er sich zum Moderaten, suchte den Kontakt zu linken, friedensorientierten Israelis und setzte sich für die Anerkennung des Staates Israel durch die PLO ein. Im Jahr 1979 wurde er gemeinsam mit dem Israeli Arjen Eliav für die Organisation von Treffen von israelischen Aktivisten mit der PLO mit dem österreichischen Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte ausgezeichnet. Im Oktober 1982 führte er direkte Verhandlungen mit Eliav über die Freilassung von Gefangenen in Wien.
Mit Widerstand vonseiten radikaler Palästinenser konfrontiert, versuchte er mehrfach, aus dem Palästinensischen Nationalrat zurück zu treten. Arafat lehnte die Rücktritte jedoch ab und unterstützte Sartawi. Bei einem Treffen der Sozialistischen Internationalen im portugiesischen Albufeira wurde Sartawi am 10. April 1983 in der Lobby des Hotels, in dem die Konferenz stattfand, erschossen. Das Attentat wird der Abu-Nidal-Organisation zugeschrieben. Drei Tage später wurde er in Amman begraben.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sartawi, Issam |
| KURZBESCHREIBUNG | palästinensischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 1935 |
| GEBURTSORT | Akko |
| STERBEDATUM | 10. April 1983 |
| STERBEORT | Albufeira |