Ivar Paulson

Ivar Paulson (* 26. Mai 1922 in Tallinn, Republik Estland; † 6. März 1966 in Sollentuna, Schweden) war ein estnischer Ethnologe, Religionswissenschaftler und Dichter. Sein besonderes Interesse galt den Seelenvorstellungen der nordeurasischen Völker, insbesondere der alt-estnischen Volksreligion (Estnische Mythologie).

Leben und Wirken

Paulson ist der Sohn von Johannes Theodor Paulson (* 1887) und Maria Paulson, geborene Haggi (* 1892). Paulson hatte noch einen Bruder, Rolf Paulson. In Tallinn besuchte er das J. Westholmi Gümnaasium, später das Tallinna Õhtugümnaasium. Er studierte Ethnographie und Archäologe an der Universität Tartu und emigrierte nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nach Deutschland, wo er 1946 in Hamburg mit dem Thema „Beiträge zur Wirtschaftsethnologie der Ostjaken“ promoviert wurde, und später nach Schweden. Ab dem Jahr 1951 lehrte und forschte er als Hochschullehrer in Stockholm. Dort wurde er im Jahr 1958 zum Dr. phil promoviert. Sein Hauptwerk sind seine Studien über die Religionen in Nordeurasien. Paulson veröffentlichte auch eine Gedichtsammlung Päikesele vastu (Eesti Kirjastus Orto, 1951) und nahm an den Aktivitäten der Estnischen Wissenschaftlichen Gesellschaft in Schweden (Eesti Teaduslik Selts Rootsis / Estniska Lärdomssällskapet i Sverige) teil. Paulson war mit Linda Paulson, geborene Ment (* 1921) verheiratet.

Ehrungen

An der Universität Tartu werden „Ivar Paulson Lectures“ abgehalten. Sie sind eine von der Estnischen Gesellschaft für Religionswissenschaft organisierte Vortragsreihe, die sich auf die wichtigsten Themen, Probleme und neuen Entwicklungen in der zeitgenössischen Religionswissenschaft fokussiert.

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise und Fußnoten

  1. ↑ Jaan Kaplinski Hellar Grabbile
  2. ↑ Genealogie der Familie
  3. ↑ H. Fischer: Geschichte der Finnougristik/Uralistik in Hamburg. Finnisch-Ugrische Mitteilungen Band 43, (2019), Textauszug auf real.mtak.hu S. 185
  4. ↑ Album Academicum Universitatis Tartuensis 1918-1944, auf ra.ee
  5. ↑ TLÜAR väliseesti isikud, isik.tlulib.ee Biografische Daten auf Estnisch.