J. Richard Simon (* 17. September 1929; † 3. Mai 2017 in Iowa City) war ein US-amerikanischer Psychologe und emeritierter Professor für Wirtschaftsingenieurwesen an der University of Iowa.
Er promovierte (Ph.D.) 1955 an der University of Wisconsin in Psychologie. Danach verbrachte er ein Jahr als Fulbright-Stipendiat an der Universität Cambridge, wo er zu Leistungsveränderungen und Alterungsprozessen forschte. Anschließend forschte er ein Jahr am American Institute for Research in Pittsburgh, bevor er 1957 an die University of Iowa berufen wurde und bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1999 hier verblieb. Zwischenzeitlich verbrachte er als Anglophiler noch sieben Forschungssemester als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten in Großbritannien.
Sein bleibender Beitrag zur Wissenschaft ist unter der Bezeichnung Simon-Effekt bekannt geworden: Reaktionen sind schneller und genauer, wenn ein irrelevantes Reizmerkmal (typischerweise die linke oder rechte Position) mit der Position der Reaktion auf einen relevanten Reiz übereinstimmt. Wenn beispielsweise die Aufgabe eines Teilnehmers darin besteht, mit der rechten Taste zu reagieren, wenn der Reiz rot ist, und mit der linken Taste, wenn der Reiz grün ist, ist die Leistung am besten, wenn der rote Reiz an der rechten Position und der grüne Reiz an der linken Position auftritt. Um den Effekt abzusichern, führten er und seine Mitarbeiter eine Reihe von fast 40 Experimenten durch, in denen sie systematisch sein Auftreten unter verschiedensten Bedingungen überprüften, z. B. durch den Nachweis, dass ein Simon-Effekt sowohl bei visuellen als auch bei auditiven Reizen, bei Tastendruckreaktionen sowie bei einhändigen Hebelbewegungen und bei zusätzlichen Tonreizen auftritt, die dem linken oder rechten Ohr präsentiert werden (auditiver Simon-Effekt), während auf zentrierte visuelle Reize reagiert wird. Auch Vergleiche von Teilnehmern, die mit gekreuzten Händen (rechte Hand auf der linken Taste, linke Hand auf der rechten Taste) oder ohne gekreuzte Hände arbeiteten, zeigten, dass die Beziehung zwischen Reizpositionen und Tastenpositionen entscheidend ist. Sein Vorgehen ist ein paradigmatisches Beispiel dafür, dass das Desiderat nach einer Replikation von Befunden von ihm erfüllt wurde. Seine Experimente führten zu verbesserten Notfallmaßnahmen und einer Reduzierung menschlicher Fehler.
In seiner Jugend war er Langstreckenläufer und trainierte trotz seiner Krankheit viele Jahre lang weiter; er spielte auch gern Squash und Tischtennis. Mit seiner vor ihm verstorbenen Frau Betty teilte er die Leidenschaft für Kunst und Kultur. Er stiftete den Aufzug im neu eröffneten Hancher Auditorium der University of Iowa, der ihren Namen trägt, und richtete mehrere Stipendienfonds zur Unterstützung vielversprechender Doktoranden ein. Er hinterließ die Töchter Alissa und Sue. Nach seiner Pensionierung widmete er sich der afrikanischen Stammeskunst. Er sammelte dabei Ibeji-Zwillingsfiguren, die von den Yoruba in Nigeria angefertigt werden; seine Sammlung vermachte er dem Kunstmuseum der University of Iowa. Er verstarb mit 87 Jahren nach einem langen Kampf gegen die Parkinson-Krankheit.
| Personendaten | |
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| NAME | Simon, J. Richard |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Psychologe und Professor für Wirtschaftsingenieurwesen |
| GEBURTSDATUM | 17. September 1929 |
| STERBEDATUM | 3. Mai 2017 |
| STERBEORT | Iowa City |