Jacob Bording (Mediziner)

Jacob Bording

Jacob Nikolaus Bording, auch Jakob Nikolaus Bording, genannt der Ältere (* am 11. Juni oder am 12. Juli 1511 in Antwerpen; † 1., 3. oder 5. September 1560 in Kopenhagen) war ein flämischer Mediziner, Leibarzt und Hochschullehrer.

Leben und Wirken

Jacob Bording war der Sohn des Antwerpener Kaufmannes Nikolaus Bording (1449–1520) und seiner Frau Adriane Adrians Dotter (* ca. 1478), die mit Papst Hadrian VI. verwandt gewesen sein soll.

Nach seiner Schulzeit in Antwerpen studierte er zunächst in Löwen/Flandern alte Sprachen. Ab 1530 folgte zuerst in Paris bei Jacobus Sylvius und später in Montpellier ein Studium der Medizin. Im Jahr 1537 übernahm er durch Vermittlung des Kardinals Jakobus Sadolet eine Dozentenstelle in Carpentras/Frankreich. Bald darauf wechselte er zur Universität Bologna, wo er schließlich im Jahr 1540 promovierte.

Relief Jacob Bordings an der Fassade der Universität Rostock

Als fertiger Mediziner zog es ihn zunächst zurück in seine alte Heimatstadt Antwerpen, in der er sich aber schon bald auf Grund seiner evangelischen Religionszugehörigkeit der Verfolgung durch die „Ketzer-Richter“ des Kaisers Karl V. ausgesetzt sah. Er wanderte 1544 zunächst nach Hamburg aus und folgte im Jahre 1549 einem Ruf des Herzogs Heinrich V. von Mecklenburg-Schwerin, wurde an der dortigen Universität Rostock zum ordentlichen Professor ernannt und gleichzeitig zum Leibarzt des Herzogs bestimmt. Bereits sieben Jahre später und vier Jahre nach dem Tode des Herzogs wurde er vom König Christian III. von Dänemark und Norwegen ebenfalls zum Leibarzt berufen und zum Professor und Rektor an der dortigen Universität Kopenhagen ernannt. Am 5. September des Jahres 1560 starb er im Alter von 49 Jahren.

Familie

Bording war seit 1538 mit Francisca (geborene Negroni oder Nigrona, 1523; † 16. August 1582) verheiratet, einer Tochter des genuesischen Patriziers Termio Negroni und der Jeanne de Rochelle aus dem Patriziat von Avignon. Das Paar hatte neun Kinder, darunter:

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. 1 2 Bording (Jacobus). In: Christian Gottlieb Jöcher (Hrsg.): Allgemeines Gelehrten-Lexicon. Band 1: A–C. Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1750, Sp. 1248 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. 1 2 Georg Friedrich August Blanck, Axel Samuel Theophil Wilhelmi: Bording, Jacob. In: Die Mecklenburgischen Ärzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schwerin i. M. 1901, S. 7–8 (Textarchiv – Internet Archive).
  3. 1 2 3 Hans Schröder: Bording (Jacob 1.). In: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart. Perthes, 1851, S. 342–345 (books.google.de – Hier ist der 5. September 1561 als Todestag angegeben).
  4. ↑ Heinrich Banniza von Bazan, Richard Müller: Deutsche Geschichte in Ahnentafeln. Band 2. Alfred Metzner Verlag, Berlin 1942, S. 305.
  5. ↑ Alfred W. Hein: Genealogie und Stadtgeschichte, Lüneburger Bürgerfamilien vom 15. bis 18. Jahrhundert. Hannover 1990, S. 105.
  6. ↑ Ferdinand Emil Hundrup: Philip Bording. In: Biographiske Efterretninger om dem, der ved Kjøbenhavns Universitet have erholdt de høieste akademiske Værdigheder. 1854, S. 137 (dänisch, runeberg.org).
  7. ↑ Hans Schröder: Bording (Jacob 1.). In: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart. Perthes, 1851, S. 345–346 (books.google.de).
Personendaten
NAME Bording, Jacob
ALTERNATIVNAMEN Bording, Jakob Nikolaus; Bording, Jacob Nikolaus (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG flämischer Mediziner und Leibarzt
GEBURTSDATUM 11. Juni 1511 oder 12. Juli 1511
GEBURTSORT Antwerpen
STERBEDATUM 1. September 1560 oder 3. September 1560 oder 5. September 1560
STERBEORT Kopenhagen