Jacobi-Matrix
Definition
Sei
eine Funktion, deren Komponentenfunktionen mit
bezeichnet seien und deren partielle Ableitungen alle existieren sollen. Für einen Raumpunkt
im Urbildraum
seien
die jeweils zugehörigen Koordinaten.
Dann ist für
die Jacobi-Matrix im Punkt
definiert durch
.
In den Zeilen der Jacobi-Matrix stehen also gerade die (transponierten) Gradienten der Komponentenfunktionen
von
.
Andere übliche Schreibweisen für die Jacobi-Matrix
von
an der Stelle
sind
,
und
.
Beispiel
Die Funktion
sei gegeben durch

Dann ist

und damit die Jacobi-Matrix

Anwendungen
- Ist die Funktion
total differenzierbar, dann ist ihr totales Differential
an der Stelle
die lineare Abbildung
.
- Die Jacobi-Matrix an der Stelle
ist also die Abbildungsmatrix von
.
- Für
entspricht die Jacobi-Matrix dem transponierten Gradienten von
. Manchmal wird der Gradient auch als Zeilenvektor definiert. In diesem Fall sind Gradient und Jacobi-Matrix gleich.
- Die Jacobi-Matrix kann, wenn man sie für eine Stelle
ausrechnet, zur Näherung der Funktionswerte von
in der Nähe von
verwendet werden:

- Diese affine Abbildung entspricht der Taylor-Approximation erster Ordnung (Linearisierung).
Jacobi-Matrix einer holomorphen Funktion
Neben Funktionen
kann man auch Funktionen
auf (komplexe) Differenzierbarkeit untersuchen. Funktionen, die komplex differenzierbar sind, werden holomorph genannt, denn sie haben andere Eigenschaften als die (reell) differenzierbaren Funktionen. Auch für die holomorphe Funktion
kann man Jacobi-Matrizen bestimmen. Hier gibt es zwei unterschiedliche Varianten. Zum einen eine
mit komplexwertigen Einträgen und zum anderen eine
-Matrix mit reellwertigen Einträgen. Die
-Jacobi-Matrix
am Punkt
ist durch

definiert.
Jede komplexwertige Funktion kann in zwei reellwertige Funktionen aufgespalten werden. Das heißt, es existieren Funktionen
, sodass
gilt. Die Funktionen
und
kann man nun wieder gewöhnlich partiell differenzieren und in einer Matrix anordnen. Seien
die Koordinaten in
und setze
für alle
. Die
-Jacobi-Matrix
der holomorphen Funktion
am Punkt
ist dann definiert durch
.
Gilt bei den Jacobi-Matrizen für holomorphe Funktionen
, so kann man natürlich die Determinanten der beiden Matrizen betrachten. Diese beiden Determinanten stehen in Beziehung zueinander. Es gilt nämlich
.