
Jacques Huber (auch Jakob E. Huber oder Jakob Huber-Müller; * 13. Oktober 1867 in Schleitheim, Kanton Schaffhausen; † 18. Februar 1914 in Belém, Brasilien) war ein schweizerisch-brasilianischer Botaniker, Forschungsreisender und Entdecker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Huber“. Er leistete bedeutende Pionierarbeit bei der Erforschung und systematischen Erfassung der Flora des Amazonas-Regenwaldes.
Jacques Huber kam 1867 als Sohn des Pfarrers Johannes Rudolf Emanuel Huber in Schleitheim im Klettgau zur Welt. Nach der Matura 1885 an der Kantonsschule Schaffhausen absolvierte er ein Studium der Naturwissenschaften an der Universität Basel, das er 1890 mit dem Oberlehrerdiplom abschloss. Zur Vertiefung seiner botanischen Studien zog er nach Montpellier, wo er unter Charles Flahault forschte. Im Jahr 1892 wurde er in Basel mit einer Dissertation über epiphytische und endophytische Algen (Contribution à la connaissance des Chaetophorées épiphytes et endophytes) bei Georg Klebs zum Dr. phil. promoviert.
Nach einer kurzen Assistenzzeit im botanischen Laboratorium von Robert Chodat an der Universität Genf folgte er 1895 einer Einladung des Schweizer Naturforschers Emilio Goeldi nach Brasilien. Huber übernahm die Leitung der botanischen Sektion am naturhistorischen und ethnographischen Museum in Belém, dem späteren Museu Paraense Emílio Goeldi.
In den folgenden zwei Jahrzehnten unternahm Huber zahlreiche wissenschaftliche Expeditionen in das Amazonasbecken. Er baute in Belém das umfangreiche Herbarium sowie das zugehörige Arboretum auf. Seine Forschungsschwerpunkte lagen in der Taxonomie, Phytogeographie, Pflanzenökologie und der Agronomie.
Eine wissenschaftlich bedeutende Zusammenarbeit verband ihn mit dem deutschen Geologen Karl von Kraatz-Koschlau, der ebenfalls von Goeldi nach Belém geholt worden war. Gemeinsam unternahmen sie Expeditionen im Bundesstaat Pará und veröffentlichten im Jahr 1900 das interdisziplinäre Werk Zwischen Ocean und Guamá. Die Arbeit gilt als einer der frühesten Ansätze, Botanik, Ökologie und Geologie im Amazonasgebiet systematisch miteinander zu verknüpfen. Nach dem plötzlichen Tod von Kraatz-Koschlau wohl infolge einer Gelbfieber-Erkrankung im Mai 1900, führte Huber die ökologischen Feldstudien in der Region alleine weiter fort.
Insbesondere erwarb er sich internationale Anerkennung auf dem Gebiet der Kautschuk-Pflanzen (Hevea brasiliensis) und beriet die brasilianische Regierung sowie die Industrie in Fragen des Kautschuk-Anbaus. 1911 vertrat er diese Interessen unter anderem auf internationalen Ausstellungen in Turin.
Im Jahr 1907 trat Huber die Nachfolge von Emilio Goeldi als Direktor des Museu Paraense Emílio Goeldi an und leitete die renommierte Institution bis zu seinem frühen Tod. Im Februar 1914 verstarb Huber im Alter von 46 Jahren an den Folgen einer akuten Blinddarmentzündung mit anschließender Sepsis.
| Personendaten | |
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| NAME | Huber, Jacques |
| ALTERNATIVNAMEN | Huber, Jakob E.; Huber-Müller, Jakob; Huber (botanisches Autorenkürzel) |
| KURZBESCHREIBUNG | schweizerisch-brasilianischer Botaniker, Forschungsreisender und Entdecker |
| GEBURTSDATUM | 13. Oktober 1867 |
| GEBURTSORT | Schleitheim, Kanton Schaffhausen |
| STERBEDATUM | 18. Februar 1914 |
| STERBEORT | Belém, Brasilien |