
James Movel Wuye (* 1960) ist ein nigerianischer Pastor aus Kaduna und Mitgründer sowie einer der beiden Leiter des Interfaith Mediation Centre (IMC). Bekannt wurde er gemeinsam mit Imam Muhammad Nurayn Ashafa durch christlich-muslimische Friedensarbeit in Nordnigeria. Zu den Auszeichnungen des Duos zählen der Prix pour la prévention des conflits der Fondation Chirac (2009), der Deutsche Afrika-Preis (2013) sowie der erstmals vergebene Commonwealth Peace Prize (2025).
In den frühen 1990er-Jahren stand Wuye in Kaduna als Anführer einer christlichen Jugendmiliz gewalttätigen Auseinandersetzungen mit muslimischen Jugendgruppen gegenüber, die von Ashafa organisiert wurden. Bei den Unruhen von 1992 verlor er seine rechte Hand; auf der Gegenseite wurden enge Angehörige und der geistliche Mentor Ashafas getötet. Mitte der 1990er-Jahre wurden beide einander vorgestellt und begannen einen Dialog- und Versöhnungsprozess. Im Jahr 1995 gründeten Wuye und Ashafa in Kaduna das Interfaith Mediation Centre (IMC).
Das IMC bietet Mediationen und Schulungen für Jugendliche, Frauen, Religionsführer und politische Entscheidungsträger an und arbeitet in mehreren nigerianischen Bundesstaaten. Zu den vermittelten Abkommen zählen die Kaduna Peace Declaration vom 22. August 2002 und das Friedensabkommen von Yelwa-Shendam (2004/205). Die Geschichte der Versöhnung und der anschließenden Friedensarbeit wurde international unter anderem in den Dokumentarfilmen The Imam and the Pastor (2006) und An African Answer (2010) dargestellt. Für ihren Einsatz erhielten Wuye und Ashafa 2005 den Bremer Friedenspreis (Kategorie „Vorbildliche Initiative“), 2009 den Prix pour la prévention des conflits der Fondation Chirac und 2013 den Deutschen Afrika-Preis. Am 10. März 2025 wurden beide als erste Träger des Commonwealth Peace Prize geehrt; die Auszeichnung ist mit insgesamt 50.000 Pfund zur Weiterarbeit des IMC verbunden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wuye, James Movel |
| KURZBESCHREIBUNG | nigerianischer Pastor |
| GEBURTSDATUM | 1960 |