Jan Bormann

Jan Bormann (* Mai 1939 in Dortmund) ist ein deutscher bildender Künstler und Bildhauer.

Leben

Jan Bormann wuchs in Dortmund auf. Während des Zweiten Weltkriegs war er von 1944 bis zum Kriegsende im Heimatdorf seiner Mutter im württembergischen Jagsttal untergebracht. Er bestand die Aufnahmeprüfung zum Gymnasium, musste die Schule aber 1955 mit der Mittleren Reife beenden, weil seine Familie das Schulgeld nicht aufbringen konnte, und ging in Dortmund bei dem Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauerinnung Carl Fink in die Lehre. Nach der Ausbildung als Steinbildhauer arbeitete er einige Jahre in diesem Handwerksberuf. Von 1965 bis 1969 studierte er bei Herbert Volwahsen Bildhauerei an der Städtischen Höheren Fachschule für Gestaltung, der späteren Fachhochschule Dortmund, legte aber in den Semesterferien parallel seine Meisterprüfung ab.

Sein erstes Atelier fand Bormann 1968 auf dem Gelände der stillgelegten Zeche Dorstfeld. Neben seiner Stelle bei der Stadt Dortmund als Grabmalberater und Lehrtätigkeiten von 1970 bis 1978 an der Fachhochschule Dortmund, der VHS Dortmund und VHS Castrop-Rauxel widmete er sich in der freien Zeit seiner Kunst. 1976 kaufte er einen alten Bauernhof in Castrop-Rauxel, in dem er lebt und arbeitet, seit 1989 zusammen mit seiner Frau, der Fotografin Erika A. Schäfer. Bormann ist Mitglied der Künstlervereinigung Dortmunder Gruppe, des Deutschen Werkbunds Nordrhein-Westfalen e. V. und des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (bbk).

Werk

Bormann verwendet vorwiegend Naturstein wie Muschelkalkstein, Rotlava, Anröchter Dolomit, Granit und Speckstein sowie Holz in seinen plastischen Arbeiten, in späteren Werken auch Bronze und Stahl. Bei seinen Skulpturen greift er häufig auf die beiden Grundformen Würfel oder Kugel zurück. Seit den 1970er Jahren gestaltete er zahlreiche großformatige Plastiken und Installationen im öffentlichen Raum. Seine Arbeiten sind auf Bildhauersymposien und in Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten.

Bormann gilt als Vater der Haldenkunst. Sein Ansatz, „die Abraumhalden der Zechen als die Berge des Neuen Emschertales zu definieren“ und den ununterscheidbaren Bergehalden durch eine „wiedererkennbare Landschaft, die dem Auge Orientierung bietet“, ein unverwechselbares Erkennungsmerkmal zu geben, war innovativ. Diese Idee, Halden mit künstlerischer Intervention in Landmarken zu verwandeln, stellte er in den 1980er Jahren beim Kommunalverband Ruhrgebiet und später bei der Internationalen Bauausstellung Emscher Park vor. Seine Sonnenuhr mit Geo-Kreuz auf der Halde Schwerin wurde die erste Landmarke der IBA, der im Laufe der Jahre Installationen anderer Künstler auf den Halden folgten.

Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)

Flüsterbrücke
Schweriner Ring

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Der Name hinter der Kunst – Ausstellung von Jan Borman im Torhaus. In: wirindortmund.de. Abgerufen am 31. März 2023
  2. 1 2 3 4 5 Stadt Dortmund: Künstler: Jan Bormann. Abgerufen am 31. März 2023
  3. ↑ Hans van Ooyen: Die Blaue Welle. Jan Bormann und das Neue Emschertal. (hrsg. von der Emschergenossenschaft) Bönen 2014, Transript (Memento vom 31. März 2023 im Internet Archive)
    1. ↑ S. 6–7, S. 18.
    2. ↑ S. 18.
    3. ↑ S. 19.
    4. ↑ S. 8.
    5. ↑ S. 10-11.
    6. ↑ S. 3-5.
  4. 1 2 3 Skulpturen–Plastiken–Montagen: Ausstellung von Jan Bormann im Torhaus am Rombergpark. In: wirindortmund.de. Abgerufen am 31. März 2023
  5. ↑ Thomas Wrycza: Auszeichnung für Jan Bormann. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 12. April 2010. Abgerufen am 31. März 2023
  6. ↑ Flottmann-Hallen Herne: Jan Bormann "Metaphern". Abgerufen am 31. März 2023
  7. ↑ LWL-Medienzentrum für Westfalen: Jan Bormann (*1939), Bildhauer. Abgerufen am 31. März 2023
  8. ↑ Stadt Dortmund: Jan Bormann. Abgerufen am 31. März 2023
  9. ↑ Lena Herrmann: Neuer 3,5-Tonnen-Koloss steht jetzt im Dortmunder Westfalenpark. In: ruhr24.de vom 11. Dezember 2023. Abgerufen am 28. Mai 2024
  10. ↑ Stadt Dortmund: Künstler: Jan Bormann. Titel: Deportationsdenkmal. Abgerufen am 1. April 2023
  11. ↑ Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Dortmund (Nordrhein-Westfalen). In: jüdische-gemeinden.de. Abgerufen am 1. April 2023
  12. ↑ Jan Bormann, Flüsterbrücke, 2009, Dortmund. In: kunst-ruhryal.de. Abgerufen am 31. März 2023
  13. ↑ Die Halde Schwerin in Castrop-Rauxel. In: ruhrgebiet-industriekultur.de. Abgerufen am 1. April 2023
  14. ↑ Stadt Waltrop: Spurwerkturm. Abgerufen am 31. März 2023
  15. ↑ Denkmalschutz Halde. In: werkbund-initiativ.de. Abgerufen am 31. März 2023
  16. ↑ Regionalverband Ruhr (RVR): Halde Schwerin - Kreis Recklinghausen. Abgerufen am 31. März 2023
  17. ↑ Stadt Dortmund: Künstler: Jan Bormann. Titel: Knospende Form. Abgerufen am 31. März 2023
  18. ↑ Stadt Dortmund: Künstler: Jan Bormann. Titel: o. T. (Spielstraße Blücherpark). Abgerufen am 31. März 2023
  19. ↑ Jan Bormann. Ohne Titel. In: skulpturen.kulturraum.nrw Abgerufen am 31. März 2023
  20. ↑ Michael Lemken: Eine „quadratische“ Ausstellung im Torhaus Rombergpark. In: Ars tremonia vom 7. August 2021. Abgerufen am 31. März 2023
  21. ↑ Kunstverein Gelsenkirchen: Ausstellungsreihe "Kunst am Baum". Abgerufen am 31. März 2023
  22. ↑ Jochen Schübel: Metaphern aus Stein, Holz und Fundstücken. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 27. März 2009. Abgerufen am 31. März 2023
  23. ↑ Ausstellung Schiff-Art. In: ruhr-guide.de. Abgerufen am 31. März 2023
  24. ↑ Jan Bormann. In: artfacts.net. Abgerufen am 31. März 2023
Commons: Jan Bormann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Personendaten
NAME Bormann, Jan
KURZBESCHREIBUNG deutscher Bildhauer
GEBURTSDATUM Mai 1939
GEBURTSORT Dortmund