Jan Georg Plavec (* 13. April 1984 in Tettnang) ist ein deutscher Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Er hat sich auf Datenjournalismus spezialisiert.
Jan Georg Plavec wuchs in Tettnang auf. Nach dem Abitur am Montfort-Gymnasium Tettnang studierte er von 2004 bis 2010 Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. Er war Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung. 2014 bis 2020 promovierte er an der FU Berlin bei Barbara Pfetsch zur Politischen Kommunikationskultur in Brüssel.
Plavec lebt in Stuttgart. Privat ist er als Musiker aktiv, von 2005 bis 2021 bei der Band Hawelka, seit 2022 bei der Band irgend.
Plavec veröffentlichte erste Texte während seiner Schulzeit bei der Schwäbischen Zeitung. Im Studium schrieb er auch für die Stuttgarter Zeitung, wo er 2011/12 volontierte. Seit 2013 ist er Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung, seit der Fusion der beiden Redaktionen 2016 auch für die Stuttgarter Nachrichten im damals neu geschaffenen Ressort Multimediale Reportage.
Plavec hat sich auf lokalen Datenjournalismus spezialisiert. Seit 2021 ist er Leitender Redakteur für Datenjournalismus. Er hat das baden-württembergische Datenjournalismus-Netzwerk ddjbw gegründet, das mittlerweile in der bundesweiten Fachgruppe Datenjournalismus beim Netzwerk Recherche aufgegangen ist. 2019 und 2021 veranstaltete Plavec gemeinsam mit Hendrik Lehmann und Jakob Vicari die "Journalism of Things"-Konferenz in Stuttgart.
Zudem tritt Jan Georg Plavec immer wieder auf Fachkonferenzen auf und spricht über datenjournalistische Themen, etwa bei der Scicar, dem Forum Lokaljournalismus der Bundeszentrale für politische Bildung, der Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz oder den Medientagen München.
Neben dem Datenjournalismus trat Plavec auch durch den Einsatz von KI in Erscheinung, etwa mit dem 2019 bis 2022 laufenden Projekt Crimemap oder einem 2025 etablierten Workflow für KI-gestützte Illustrationen. Zudem leitete Plavec mehrere lokalhistorische Big-Data-Projekte. Für "Stuttgart 1942" (Kooperation mit dem Stadtarchiv Stuttgart) entstand eine durchsuchbare Datenbank mit 12.000 Straßenansichten aus dem Jahr 1942, das Projekt "BW von oben" (Kooperation mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg) nutzte Zehntausende digitalisierte Luftaufnahmen aus den Jahren 1968 und 2020. "Stuttgart im Zweiten Weltkrieg" (wiederum mit dem Stadtarchiv Stuttgart) nutzt Material aus mehr als 50 dokumentarischen Clips in der sogenannten "Kriegsfilmchronik". Im Juni 2026 wurde es mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet.
Die von Plavec 2020 verteidigte Dissertation ist im Nomos-Verlag erschienen sowie als wissenschaftliches Paper. Seither publiziert er Beiträge in wissenschaftlichen Sammelbänden, etwa zu den Spezifika von lokalem Datenjournalismus oder zu Journalismus und KI.
Plavec engagiert sich auch in der Journalismusausbildung. Er unterrichtet Datenjournalismus und Data Storytelling an der Stuttgarter Hochschule der Medien sowie der Macromedia-Hochschule und in der auf Volontärsausbildung spezialisierten Journalistischen Aus- und Berufsbildung (JAB) Baden-Württemberg. Er ist Autor eines "Studienbriefs" für das Fernstudium an der Deutschen Journalisten Akademie.
| Personendaten | |
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| NAME | Plavec, Jan Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Journalist und Kommunikationswissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 13. April 1984 |
| GEBURTSORT | Tettnang |