Jan Hartman

Jan Hartman (2021)

Jan Marek Hartman (* 18. März 1967 in Breslau) ist ein polnischer Philosoph, Hochschullehrer, Publizist und Politiker (UW, TR, WiR).

Biografie

Jan Marek Hartman wurde in einer assimilierten jüdischen Familie als Sohn des Mathematikers Stanisław Hartman (1914–1992) und Verwandter von Rabbiner Izaak Kramsztyk (1814–1889) geboren.

Hartman studierte Philosophie an der Katholischen Universität Lublin. Im Zeitraum von 1990 bis 1994 war er Doktorand am Philosophischen Institut der Jagiellonen-Universität in Krakau, seit 1994 dessen Assistent. Seit Februar 1995 war er als Assistent, seit Februar 1995 als Adjunkt an dem Institut für Medizinphilosophie des Collegium Medicum derselben Universität beschäftigt, 2004 wurde er zum Leiter dieses Instituts befördert.

Seine Doktorarbeit, erstellt 1995 an der Jagiellonischen Universität bei Władysław Stróżewski, trug den Titel Problematik der Philosophischen Heuristik. 2008 erhielt er den Titel des Professors der humanistischen Wissenschaften, seit 2011 ist er ordentlicher Professor.

2005 bis 2008 war er Professor an der Humanistischen Aleksander-Gieysztor-Akademie in Pułtusk, 2008 bis 2011 Professor an der Kleinpolnischen Ökonomischen Hochschule in Tarnów.

Seine wissenschaftliche Tätigkeit ist der Metaphilosophie und philosophischen Heuristik sowie der Philosophie der Politik, Ethik und Bioethik gewidmet. In öffentlichen Auftritten repräsentiert er den liberalen Standpunkt.

Hartmann verfasste mehrere Bücher, veröffentlichte auch Artikel in der Gazeta Wyborcza, Tygodnik Powszechny, Rzeczpospolita, Polityka u. a. Er leitet die Redaktion der philosophischen Zeitschrift „Principia“.

2002 bis 2011 war er stellvertretender Vorsitzender der polnischen Partnerorganisation der Deutsch-Polnischen Akademischen Gesellschaft. 2007 bis 2013 war er Mitglied der polnischen Organisation von B’nai B’rith. 1993 verbrachte er sechs Monate als junior visiting fellow beim Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen. Im Januar und Februar 2000 war er als visiting scholar an der Philosophischen Fakultät der Universität Aberdeen tätig.

Er war Parteimitglied von Unia Wolności und Mitglied des Wahlkomitees von Bronisław Komorowski vor den Präsidentschaftswahlen 2010. Bei der Parlamentswahl 2011 kandidierte er als Parteiloser für den Sojusz Lewicy Demokratycznej zum Sejm, wurde aber nicht gewählt.

2012 trat er der Ruch Palikota (Palikot-Bewegung) bei, 2013 koordinierte er die Europa-Plus-Bewegung in Kleinpolen und schloss sich der Twój-Ruch-Partei, die aus der Palikot-Bewegung entstanden war, an.

Er bewarb sich erfolglos bei der Europawahl in Polen 2014, da die Twój Ruch mit 3,6 % der Stimmen an der 5-%-Hürde scheiterte. Nach einem Artikel über Inzest wurde er aus der Twój Ruch ausgeschlossen sowie von der Jagiellonen-Universität kritisiert. 2015 wurde er Vorsitzender des politischen Rates der Wolność i Równość (WiR) Zudem engagierte er sich im Komitet Obrony Demokracji, das sich kritisch mit der PiS-Regierung auseinandersetzte. Für die WiR kandidierte er bei den Selbstverwaltungswahlen 2018 auf der Liste der SLD für den Stadtrat von Warschau, wurde aber nicht gewählt.

Jan Hartman gilt als Querdenker und Atheist.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Commons: Jan Hartman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Marek Bartosik: Jan Hartman: Jaki tam ze mnie Żyd… In: Gazeta Krakowska. 22. Februar 2013, abgerufen am 5. August 2018 (polnisch).
  2. ↑ Spis treści: W kręgu teorii. Małopolska Wyższa Szkoła Ekonomiczna, abgerufen am 5. August 2018 (polnisch).
  3. ↑ Jan Hartma: Jak być socjal-konserwatywnym liberałem? In: Przegląd Polityczny. 2007, abgerufen am 5. August 2018 (polnisch).
  4. ↑ Komitet poparcia Bronisława Komorowskiego. In: wiadomosci.onet.pl. 16. Mai 2010, archiviert vom Original am 1. August 2014; abgerufen am 5. August 2018 (polnisch, Wahlkomitee Bronisław Komorowski).
  5. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 12. Oktober 2026.
  6. ↑ Kutz i Środa w radzie programowej think tanku RP. In: Dziennik Zachodni. 14. Juni 2012, archiviert vom Original am 23. September 2015; abgerufen am 5. August 2018 (polnisch).
  7. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 12. Oktober 2026.
  8. ↑ „Hartman ostro o Kijowskim: "pozbyliśmy się go". Grozi PiS i jego prezesowi nowym szefem KOD: Łoziński to osobisty wróg Kaczyńskiego“ auf www.polsatnews.pl, abgerufen am 12. Oktober 2026.
  9. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 12. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Hartman, Jan
ALTERNATIVNAMEN Hartman, Jan Marek (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG polnischer Philosoph, Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 18. März 1967
GEBURTSORT Breslau