Jan Schur

Jan Schur
Jan Schur (2016)
Jan Schur (2016)
Zur Person
Geburtsdatum 27. November 1962 (63 Jahre)
Geburtsort Leipzig, DDR
Nation Deutschland Demokratische Republik 1949 Deutsche Demokratische Republik/Deutschland Deutschland
Disziplin Straße
Fahrertyp Mannschaftszeitfahrer
Vereine / Renngemeinschaften
SC DHfK Leipzig
Internationale Teams
1990
1991
1992–1994
Chateau d’Ax-Salotti
Gatorade-Chateau d’Ax
Motorola
Wichtigste Erfolge
Olympische Spiele
Gold Mannschaftszeitfahren 1988
Weltmeisterschaften
Regenbogentrikot Mannschaftszeitfahren 1989
Letzte Aktualisierung: 18. Oktober 2026
Von links nach rechts: Jan Schur, Olaf Ludwig, Jens Heppner (1989)

Jan Schur (* 27. November 1962 in Leipzig) ist ein ehemaliger deutscher Radrennfahrer.

Sportliche Laufbahn

Der Sohn der Radsportlegende Täve Schur wurde 1989 Weltmeister mit der DDR-Mannschaft im Mannschaftszeitfahren über 100 Kilometer. Den Höhepunkt seiner Karriere erlebte er bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul, als er mit der Mannschaft zusammen mit Uwe Ampler, Mario Kummer und Maik Landsmann Olympiasieger im Mannschaftszeitfahren wurde. Für diesen Erfolg ehrte ihn die DDR-Staatsführung mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold. 1987 und 1989 siegte er im Auswahlrennen Rund um Langenau, 1987 im Tribüne Bergpreis. In der Griechenland-Rundfahrt 1987 wurde er Dritter und gewann zwei Etappen, ebenso in der Hessen-Rundfahrt. In der Oder-Rundfahrt 1987 wurde er zweifacher Etappensieger und in der Schweden-Rundfahrt Vierter. 1988 gewann er die Meisterschaft von Zürich bei den Amateuren.

Wie fast alle Straßenfahrer der DDR startete Schur auch auf der Bahn der Werner-Seelenbinder-Halle in Berlin. Dort gewann er die „Internationale Zweier-Mannschaftsmeisterschaft“ 1988 mit Andreas Lux als Partner.

Nach der Friedlichen Revolution in der DDR versuchte er sich bei diversen italienischen Profirennställen, ehe er seine Karriere 1994 nach einem Sportunfall beenden musste. Im Dezember 2007 gestand er in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung seine langjährige Tätigkeit als Stasi-Spitzel. Er fungierte seit 1981 unter dem Decknamen „IM Reinhold“. Nach eigenen Angaben führte er ab Ende 1988 von sich aus keine informellen Gespräche mehr mit der DDR-Staatssicherheitsbehörde. Diese habe daraufhin im Jahre 1989 die Zusammenarbeit mit ihm beendet. Eine Beteiligung am systematischen Staatsdoping in der DDR wies er zurück. Er habe verabreichte Oral-Turinabol-Tabletten entsorgt.

Bedeutende Platzierungen

1987 1988 1989 1990 1991 1992
Olympische Spiele Mannschaftszeitfahren 1 —
Weltmeisterschaften Straßenrennen 47 — 37 — — 79
Mannschaftszeitfahren — — 1 — — —
Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen.

Familiäres

Nicht nur sein Vater war Radsportler, auch sein Bruder Gus-Erik Schur (* 1965) war einige Jahre wie er selbst für den SC DHfK Leipzig aktiv.

Berufliches

Jan Schur betrieb Ende der 1990er Jahre in Schierke ein kleines Sporthotel,„Täve’s Sporthotel“ (heute „Waldschlösschen“).

Von 2001 bis 2006 studierte Schur Sportwissenschaft an der Universität Leipzig. Er besitzt den Trainerschein A für Radsport. Seit 2004 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Jan und Täve Schur GmbH.

Commons: Jan Schur – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Neues Deutschland, 12./13. November 1988, S. 4
  2. ↑ radsportnew.com vom 6. Dezember 2007: Jan Schur war „IM Reinhold“
  3. ↑ Schur gesteht Zusammenarbeit mit Stasi spiegel.de 6. Dezember 2007
  4. ↑ Berliner Zeitung vom 30. Dezember 1995: Jan Schur rekonstruiert im Harzer Wintersportort Schierke eine Herberge und benennt sie nach dem berühmten Vater: „Täve“ bekommt nun sein eigenes Hotel
  5. ↑ Multibeton: Täve's Sporthotel in Schierke (Memento vom 31. Januar 2017 im Internet Archive)
  6. ↑ JAN SCHUR. Archiviert vom Original; abgerufen am 14. Juni 2023 (Lebenslauf auf Offizieller Website).