Japanischer Hase

Japanischer Hase

Japanischer Hase (Lepus brachyurus)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Gattung: Echte Hasen (Lepus)
Art: Japanischer Hase
Wissenschaftlicher Name
Lepus brachyurus
Temminck, 1845

Der Japanische Hase (Lepus brachyurus, japanisch (日本)野兎 (Nihon) Nousagi, deutsch ‚(Japanischer) Feldhase‘) ist eine Säugetierart aus der Gattung der Echten Hasen innerhalb der Hasenartigen. Er ist auf den japanischen Inseln endemisch.

Merkmale

Der Japanische Hase ist eine relativ kleine Hasenart mit einem Körpergewicht von 2,1 bis 2,6 Kilogramm und einer Körperlänge von 45 bis 54 Zentimetern. In seiner Gestalt ähnelt er vor allem dem Schneehasen (L. timidus).

Die Körperfärbung ist sehr variabel und reicht von Rotbraun bis zu einem dunklen Braungrau mit variablen Anteilen von Weiß auf dem Kopf und an den Beinen. Tiere in Gebieten mit Schneefall im Winter wie in Teilen Honshu's (am Japanischen Meer) und auf der Insel Sado besitzen einen Saisondimorphismus und wechseln im Winter zu einem weißen Fell, wobei die Ohrenspitzen schwarz bleiben. Der Wechsel von braunem zu weißem Fell findet zwischen Mitte September und Ende November statt, während die Tiere von Ende Januar bis Mai wieder ins braune Sommerfell wechseln.

Verbreitung

Verbreitungsgebiet des Japanischen Hasen

Das Verbreitungsgebiet des Japanischen Hasen ist auf die japanischen Inseln Honshū, Shikoku, Kyushu, Sado, die Oki-Inseln, Awaji-shima, Shōdoshima, die Gotō-Inseln und die Amakusa-Inseln beschränkt. Auf Hokkaidō kommt die Art nicht vor.

Als Lebensräume besiedelt der Japanische Hase verschiedene Habitate von Grasland bis zu offenen Waldgebieten und kommt sowohl im Flachland wie in subalpinen Regionen bis in Höhen von 2.700 Metern vor.

Lebensweise

Der Japanische Hase ist nachtaktiv und ruht den gesamten Tag. Er ernährt sich im Sommer vor allem von Gräsern, die 48 % der Nahrung ausmachen, Kräutern sowie Feldfrüchten. Im Winter frisst er zudem Blätter und Rinden von jungen Bäumen, vor allem der Sicheltanne (Cryptomeria japonica), des Japanischen Ahorn (Acer japonicum), Paulownien, Acanthopanax, Aralia und verschiedener Leguminosen. Dabei nehmen sie täglich 200 bis 500 Gramm pflanzliches Material zu sich, was 10 bis 20 % ihres Körpergewichts entspricht.

Im Norden ihres Verbreitungsgebiets reicht die Paarungszeit von Februar bis Juli und die Weibchen bringen von April bis August drei- bis fünfmal im Jahr Jungtiere zur Welt. Dabei besteht ein Wurf aus einem bis vier Jungtieren mit einem Geburtsgewicht von 77 bis 165 Gramm. Im Süden Japans hingegen kommt es ganzjährig zur Paarung und die Wurfgröße beträgt ein bis drei Jungtiere mit je 125 bis 150 Gramm Geburtsgewicht. Weibchen im Norden sind 42 bis 43 Tage trächtig, während die Trächtigkeit im Süden 45 bis 48 Tage beträgt. Die Weibchen erreichen ihre Geschlechtsreife im Altern von 8 bis 10 Monaten.

Die Jungtiere werden in einer flachen Mulde geboren (mit einer typischen Tiefe von nur 5 Zentimetern) und können bereits eine Stunde nach der Geburt laufen. Sie werden nur einmal am Tag um Mitternacht gesäugt und nehmen bereits ab dem achten Tag pflanzliche Nahrung zu sich. Im Altern von vier Wochen werden sie entwöhnt.

Japanischen Hasen haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von knapp über einem Jahr und können bis zu vier Jahre alt werden.

Natürliche Feinde sind Japanischer Rotfuchs, Japanischer Marder und Japan-Wiesel sowie verschiedene Greifvögel (u. a. Habicht, Steinadler, Berghaubenadler).

Systematik

Der Japanische Hase wird als eigenständige Art den Echten Hasen (Gattung Lepus) zugeordnet. Je nach Quelle sind bis zu vier Unterarten beschrieben:

Gefährdung und Schutz

Der Japanische Hase ist in seinem gesamten Verbreitungsgebiet häufig, in den letzten Jahren nahm die Siedlungsdichte jedoch ab. Die Gesamtgröße des Bestandes ist unbekannt, verglichen mit der Dichte in den 1970er und 1980er Jahren ist diese jedoch zurückgegangen. Dabei wurde festgestellt, dass sie vor allem in jungen Waldbeständen mit Kräuterbewuchs größer ist als in älteren Waldbeständen. Vor allem auf Sado gehen die Bestände aufgrund der Jagd und des dort eingeführten Japanischen Marders (Martes melampus) zurück.

Die Art wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) aufgrund der Bestandsgröße als nicht gefährdet (least concern) eingestuft.

Belege

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 The wild mammals of Japan: memorial project of the Ninth International Mammological Congress, which was held in 2005 in Sapporo, Hokkaido, Japan by the Mammological Society of Japan. 1. Auflage. Shoukadoh, Kyoto 2009, ISBN 978-4-87974-626-9 (englisch).
  2. 1 2 3 4 5 6 7 Joseph A. Chapman, John E. C. Flux (Hrsg.): Rabbits, Hares and Pikas. Status Survey and Conservation Action Plan. (Memento des Originals vom 14. Januar 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF-Datei; 10,74 MB) International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), Gland 1990; S. 69-. ISBN 2-8317-0019-1.
  3. 1 2 3 4 Lepus brachyurus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: F. Yamada, A. T. Smith, 2008. Abgerufen am 25. Januar 2012.

Literatur

Siehe auch

Commons: Lepus brachyurus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien