Jean Binta Breeze

Jean Binta Breeze (2007)

Jean „Binta“ Breeze MBE (* 11. März 1956 im Hanover Parish; † 4. August 2021 in Sandy Bay) war eine jamaikanische Dub-Poetin, Erzählerin und Performerin, die als erste Frau gilt, die Dub Poetry schrieb und auf der Bühne vortrug. Ihre Auftritte verbanden Reggae-Rhythmen mit Spoken Word; ihre Präsenz brachte ihr den Ruf eines „one-woman festival“ ein. 2012 wurde sie für Verdienste um die Literatur als Member of the Order of the British Empire (MBE) ausgezeichnet.

Leben

Breeze wurde als Jean Lumsden in Patty Hill im Parish Hanover (Jamaika) geboren und wuchs zeitweise bei ihrer Großmutter und Großtante auf. Nach dem Besuch der Rusea’s High School in Lucea heiratete sie 1974 den Lehrer Brian Breese, dessen Namen sie später zu „Breeze“ abwandelte. 1978 zog sie nach Kingston und studierte an der Jamaican School of Drama, wo sie die Dub-Poeten Mikey Smith, Oku Onuora und Mutabaruka kennenlernte. Später lebte sie mehrere Jahre in einer Rastafari-Gemeinschaft in den Clarendon Hills, schloss sich dem Sistren Theatre Collective an und nahm den zusätzlichen Namen „Binta“ an. Im Jahr 1985 kam sie auf Einladung von Linton Kwesi Johnson ins Vereinigte Königreich, um beim International Book Fair of Radical Black and Third World Books aufzutreten; anschließend unterrichtete sie u. a. in London. Seit den 2010er-Jahren lebte sie teils in Leicester und teils im heimatlichen Sandy Bay. Breeze starb am 4. August 2021 im Alter von 65 Jahren zu Hause in Sandy Bay, Hanover, nach einer längeren Erkrankung an COPD.

Wirken

Ihr Debütband Answers erschien in Jamaika; es folgten u. a. Riddym Ravings and Other Poems (1988), The Fifth Figure (2006), die Auswahl Third World Girl (2011) und The Verandah Poems (2016). Das Langgedicht Riddym Ravings verarbeitete Erfahrungen mit Schizophrenie; das Stück Aid Travels With a Bomb erreichte als Song Platz 2 der New Yorker Reggae-Charts. Neben Gedichten schrieb und inszenierte sie Theater- und Filmtexte (u. a. Hallelujah Anyhow, 1991) und veröffentlichte mehrere Alben, darunter Tracks (1991) und Eena Me Corner (2010) mit der Dennis-Bovell-Dub-Band. Ihre Gedichte Moonwise, Rising und Dreamer wurden im Londoner Programm Poems on the Underground gezeigt; Dreamer wurde 2024 erneut in einer Sommerauswahl vorgestellt. Breeze gilt als prägende Vertreterin der Dub-Poetry-Szene, die weibliche Blickwinkel ins Zentrum stellte und jamaikanisches Patois in die Performance-Poetry einbrachte. Sie war seit 2011 Honorary Creative Writing Fellow an der University of Leicester und wurde 2017 mit der Ehrendoktorwürde (D.Litt.) der Universität ausgezeichnet. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2012 das MBE, 2018 einen Lifetime Achievement Award des Jamaican Poetry Festival sowie eine Silver Musgrave Medal des Institute of Jamaica. Ihre Bücher erschienen u. a. bei Bloodaxe Books; zudem gibt es einen Archivbestand zu Breeze im Bloodaxe Books Archive der Newcastle University Special Collections. Ihr Einfluss wurde in zahlreichen Würdigungen hervorgehoben, darunter Essays und Erinnerungen im britischen Literaturumfeld.

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Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Jean ‘Binta’ Breeze obituary. In: The Guardian. 11. August 2021, abgerufen am 26. September 2025 (englisch).
  2. 1 2 Jean Binta Breeze. In: Poetry Archive. 10. Oktober 2022, abgerufen am 26. September 2025 (englisch).
  3. ↑ Farewell, Sister Jean. In: Jamaica Observer. 8. August 2021, abgerufen am 26. September 2025 (englisch).
  4. 1 2 Jean 'Binta' Breeze. In: Bloodaxe Books. Abgerufen am 26. September 2025 (englisch).
  5. ↑ Poems on the Underground August 2024. In: Poems on the Underground. August 2024, abgerufen am 26. September 2025 (englisch).
  6. ↑ Distinguished literary figures from Leicester to be honoured. In: University of Leicester. 16. Januar 2017, abgerufen am 26. September 2025 (englisch).
  7. ↑ Story of the Song | 'Ryddim Ravings' comes complete in the night. In: Jamaica Gleaner. 5. Oktober 2018, abgerufen am 26. September 2025 (englisch).
  8. ↑ Jean 'Binta' Breeze – Newcastle University Special Collections and Archives. In: Newcastle University. Abgerufen am 26. September 2025 (englisch).
  9. ↑ Jean 'Binta' Breeze (1956–2021). In: WritersMosaic. 18. August 2021, abgerufen am 26. September 2025 (englisch).
Personendaten
NAME Breeze, Jean Binta
ALTERNATIVNAMEN Breeze, Jean; Breeze, Binta (Spitzname)
KURZBESCHREIBUNG jamaikanische Dub-Poetin, Erzählerin und Performerin
GEBURTSDATUM 11. März 1956
GEBURTSORT Hanover Parish
STERBEDATUM 4. August 2021
STERBEORT Sandy Bay