Jean Dupas

Jacques-Émile Blanche – Porträt von Jean Dupas (um 1920). Musée des Beaux-Arts de Bordeaux

Jean-Théodore, genannt Jean Dupas (* 21. Februar 1882 in Bordeaux; † 6. September 1964 in Paris) war ein französischer Maler und Dekorateur. Er erlangte vor allem durch seine Beteiligung an bedeutenden Art-déco-Interieurs in den 1920er- und 1930er-Jahren Bekanntheit.

Leben

Jean Dupas erhielt seine künstlerische Ausbildung zunächst an der École des Beaux-Arts in Bordeaux und anschließend in Paris als Schüler von Gabriel Ferrier. Seit 1909 stellte Jean Dupas regelmäßig im Salon der Société des Artistes Français aus und wurde 1922 dort mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Er war zudem im Salon des artistes décorateurs und im Salon d’Automne vertreten. Im Jahr 1910 gewann er den ersten Rompreis mit der akademisch konzipierten Komposition Eros, der Pan besiegt. Als Stipendiat der Académie de France à Rome war er zunächst Schüler von Émile Auguste Carolus-Duran und ab 1913 von Albert Besnard. Seine Ausbildung wurde durch seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg unterbrochen.

1926 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt, 1937 erfolgte die Beförderung zum Offizier. Im Jahr 1939 zeigte er Wandmalereien auf der Weltausstellung in New York. 1941 wurde er Mitglied des Institut de France. Von 1942 bis 1954 lehrte er als Professor für Malerei an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts (ENSBA) in Paris und bekleidete ab 1943 zusätzlich das Amt des Konservators am Musée Marmottan in Paris.

Werk

Exposition Internationale des Arts Décoratifs 1925

Auf der Exposition internationale des Arts décoratifs et industriels modernes in Paris im Jahr 1925 zeigte Jean Dupas mehrere Werke: Das Tafelbild Les perruches entstand für den Grand Salon des Hôtel du Collectionneur der Gruppe um Jacques-Émile Ruhlmann, das großformatige Gemälde La vigne et le vin (heute im Musée d’Aquitaine in Bordeaux) wurde für den von Pierre Ferret entworfenen Pavillon des Vins de Bordeaux geschaffen und ein weiteres Tafelbild war für den Palais de la Laine bestimmt.

Passagierschiffe und dekorative Großaufträge

Jean Dupas und Jean Dunand, Le Char d’Aurore (Der Wagen der Morgenröte), 1935, Lack und Metallfolie auf Gips. Carnegie Museum of Art, Pittsburgh

Gemeinsam mit Jacques-Émile Ruhlmann und Alfred Janniot gestaltete Jean Dupas den Salon de Thé des Passagierschiffs Île-de-France (1926/27). Den bedeutendsten Auftrag seiner Karriere erhielt er 1934/35 für die dekorative Innenausstattung des Passagierschiffs Normandie. Dabei arbeitete er mit Roger-Henri Expert, Jean Dunand und dem Glaskünstler Jacques-Charles Champigneulle zusammen. Für den Grand Salon der Normandie schuf er gemeinsam mit Champigneulle ein monumentales Églomisé-Ensemble aus vier Bildfeldern mit Motiven aus der Seefahrtsgeschichte (Entführung der Europa, Geburt der Venus, Thétis' Wagen, Poseidons Wagen) mit einer Gesamtfläche von 400 m². Es befindet sich heute im Metropolitan Museum of Art in New York. Ebenfalls für den Grand Salon der Normandie entstand in Zusammenarbeit mit Jean Dunand ein Lack- und Metallrelief auf Gipsgrund mit der Darstellung Le char de l'Aurore (1935), das sich heute im Carnegie Museum of Art in Pittsburgh befindet.

Grafik und Auftragsarbeiten

Jean Dupas entwarf Plakate für englische und amerikanische Modemagazine (darunter Fashions of the Hours, Vogue und Harper’s Bazaar, 1928/29) sowie Werbematerialien für die Kürschnerei Max (mit einem Text von Colette, verlegt von Draeger), die Cheney Brothers Silk Company und die London Underground (1930). In der Bibliothèque nationale de France, Cabinet des Estampes, befinden sich unter anderem Einladungskarten für den Salon des Artistes Décorateurs von 1924 sowie die Werbeplakate Palais de la Nouveauté (1925) und Arnold Constable (1928).

Wandmalereien

Jean Dupas schuf zahlreiche Wandmalereien, unter anderem in der Kapelle der Kirche Église du Saint-Esprit de Paris, im Lycée Claude-Monet und im Lycée Fénelon (beide in Paris), in der Basilika Notre-Dame de Brebières von Albert, im ehemaligen Königsschloss in Bukarest sowie in der Bourse du travail de Bordeaux (1941/42).

Darüber hinaus war er als Grafiker (u. a. Lithografien), als Entwerfer für Glasmalereien, für Tapisserien (Manufacture des Gobelins) sowie für Keramik tätig. Zu seinen Werken zählen auch Dekorentwürfe für Vasen von Maurice Gensoli für die Manufacture royale de porcelaine de Sèvres.

Literatur

Commons: Jean-Théodore Dupas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. 4: Cossintino – Dyck. Paris 2006 (englisch).
  2. 1 2 3 Jean-Théodore Dupas – Life, Art & Legacy. MutualArt, abgerufen am 27. Mai 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 4 5 De Gruyter (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. 2009.
Personendaten
NAME Dupas, Jean
ALTERNATIVNAMEN Dupas, Jean-Théodore
KURZBESCHREIBUNG französischer Maler und Dekorateur
GEBURTSDATUM 21. Februar 1882
GEBURTSORT Bordeaux
STERBEDATUM 6. September 1964
STERBEORT Paris