Jean Escarra (geb. 10. April 1885 in Paris; gest. 14. August 1955 ebenda) war ein französischer Bergsteiger, Jurist, Sinologe und Hochschullehrer. Er war Berater der chinesischen Regierung und lehrte als Professor an der Faculté de Droit de Paris, d. h. der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Paris.
Escarra, der in eine französische Familie spanischer Abstammung hineingeboren wurde, promovierte 1907 an der Universität Paris in Rechtswissenschaften und kam zwischen 1921 und 1938 nach China, um als Rechtsberater für die chinesische Regierung zu arbeiten. Er machte zahlreiche Vorschläge für die Reform des chinesischen Rechtssystems und war 1930 an der Ausarbeitung des Zivilgesetzbuches der Republik China beteiligt. In der Zwischenkriegszeit war er auch einer der Berater von Chiang Kai-Shek in China bei dessen Versuch, das chinesische Recht zu reformieren. 1941 schloss er sich Charles de Gaulle an und war insbesondere für die Beziehungen zwischen dem Freien Frankreich und der Republik China zuständig. Anschließend kehrte er nach Frankreich zurück und wurde 1944 Präsident des Ausschusses für geistiges Eigentum, dessen Arbeit zur Verabschiedung des französischen Urheberrechtsgesetzes vom 11. März 1957 führte.
Der Jurist und Bankier Édouard Escarra (1880–1973), Präsident der Crédit Lyonnais, war sein Bruder.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Escarra, Jean |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Jurist und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 10. April 1885 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 14. August 1955 |
| STERBEORT | Paris |