Jean Rousset

Jean Rousset (* 20. Februar 1910 in Genf; † 14. September 2002 ebenda) war ein Schweizer romanistischer Literaturwissenschaftler.

Leben und Werk

Rousset studierte zunächst Rechtswissenschaften an der Universität Genf und erwarb 1932 das Lizentiat. Danach studierte er Geisteswissenschaften an derselben Institution. 1938 schloss er sein zweites Studium im Fach Französische Literatur ebenfalls mit dem Lizentiat ab. Seine wichtigsten Lehrer waren Albert Thibaudet und Marcel Raymond. Von 1938 bis 1943 war Rousset Französischlektor an den Universitäten Halle und München und hatte dabei Umgang mit antinazistischen studentischen Widerstandsgruppen. Ab 1944 veröffentlichte er Übersetzungen und Aufsätze in der von Pierre Jean Jouve angeregten und von Pierrette und Pierre Courthion herausgegebenen Zeitschrift Lettres, die der Lyrik gewidmet war, aber sich auch dem Geist der Résistance verpflichtet fühlte. 1946 veröffentlichte er eine Übersetzung des Buches Hitler in uns selbst von Max Picard, das das Aufkommen des Nationalsozialismus in Deutschland zu erklären versucht. Von 1946 bis 1949 war Rousset mit einem Forschungsstipendium in Paris und arbeitete an seiner Dissertation über den Barock. In dieser Zeit erschienen seine Übersetzungen von deutschen Barockdichtern in Buchform. Ab 1949 war er Assistent von Marcel Raymond an der Universität Genf. Er promovierte 1953 mit einer Arbeit, die den kunsthistorischen Begriff des Barocks zur Beschreibung der Literatur des 17. Jahrhunderts legitimierte, und war von 1953 bis 1976 als Kollege von Marcel Raymond und ab 1962 Jean Starobinski Professor für französische Literatur an der Universität Genf. Als Gastprofessor unterrichtete er an den Universitäten Basel und Princeton. 1983 erhielt er den Prix de la Ville de Genève.

Rousset war Mitglied der Académie royale de Belgique, der Accademia Nazionale dei Lincei in Rom, der Società Universitaria per gli Studi di Lingua e Letteratura Francese in Florenz, der Modern Language Association und der Association internationale de littérature comparée. Er war Ehrendoktor der Universitäten Lausanne, Cluj, Paris (Sorbonne), Venedig und Trient.

Rousset wird zur sogenannten Genfer Schule der Literaturwissenschaft gezählt.

Werke

Monographien

Übersetzungen

Herausgeberschaft

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Michel Jeanneret: In memoriam Jean Rousset (1910–2002). In: Dix-septième siècle. 2003, abgerufen am 24. April 2024 (französisch).
  2. ↑ Roger Francillon: Jean Rousset ou la passion de la lecture. Zoé, Carouge-Genève 2001, S. 12–15.
  3. ↑ Francillon: Jean Rousset ou la passion de la lecture. S. 15.
  4. ↑ Francillon: Jean Rousset ou la passion de la lecture. S. 19.
  5. ↑ Francillon: Jean Rousset ou la passion de la lecture. S. 20.
  6. ↑ I Lincei del passato: Jean Rousset. Accademia Nazionale dei Lincei, abgerufen am 26. September 2026 (italienisch).
  7. ↑ Francillon: Jean Rousset ou la passion de la lecture. S. 19–20.
Personendaten
NAME Rousset, Jean
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Romanist und Literaturwissenschaftler
GEBURTSDATUM 20. Februar 1910
GEBURTSORT Genf
STERBEDATUM 14. September 2002
STERBEORT Genf