Jebsheim

Jebsheim
Jebsheim (Frankreich)
Jebsheim (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Kanton Colmar-2
Gemeindeverband Colmar Agglomération
Koordinaten 48° 7′ N, 7° 29′ OKoordinaten: 48° 7′ N, 7° 29′ O
Höhe 177–186 m
Fläche 14,85 km²
Einwohner 1.360 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 92 Einw./km²
Postleitzahl 68320
INSEE-Code

Mairie Jebsheim

Jebsheim [jɛps.(h)ajm] ⓘ (els. Iebse) ist eine französische Gemeinde mit 1.360 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Die Bewohner nennen sich in der Amtssprache Jebsheimois oder Jebsheimoises, in der elsässischen Regionalsprache Jebsemer.

Lage

Jebsheim liegt in der Oberrheinebene, etwa zwölf Kilometer nordöstlich von Colmar; die Entfernung zum östlich gelegenen Rhein und der Grenze zu Deutschland beträgt etwa sechs Kilometer.

Geschichte

In Jebsheim gab es schon in römischer Zeit eine Siedlung, da sich hier Straßen kreuzten. Erstmals erwähnt wurde der Ort 861. Unter den Herzögen von Württemberg wurde hier 1535 die Reformation eingeführt. Im Dreißigjährigen Krieg hatte Jebsheim besonders zu leiden. Jebsheim war auch Stammsitz der älteren (evangelischen) Linie des Berckheim (Adelsgeschlecht)es. Die Familie teilte sich mit den drei Söhnen des Egenolf (Egenolph) III. von Berckheim (1552–1629) und dessen Frau Margaretha von Lichtenfels in drei Stämme. Wilhelm II. († 1665) begründete die ältere (evangelische) Linie zu Jebsheim, Hans Rudolph II. die mittlere Linie zu Krautergersheim, und Egenolf IV. († um 1639) die jüngere (katholische) Linie zu Rappoltsweiler. Die Linie zu Krautergersheim erlosch im Mannesstamm am 12. November 1787 mit dem Enkel ihres Begründers, Franz Samuel, französischer Oberst, Stettmeister zu Strassburg und Rektor der dortigen Universität. Aus der jüngere Linie stammte u. a. der badische Staatsminister Karl Christian von Berckheim (1774–1849).

Burg/Schloss Berckheim sind untergegangen, Spuren finden sich noch in einer Glasmalerei des fünfzehnten Jahrhunderts im Norden Sakristei der Kirche Saint-Martin und von einigen erhaltenen Grabdenkmälern dieser Familie in der Kirche.

Traurige Bekanntheit erlangte Jebsheim im Januar 1945, als sich dort alliierte Truppen und deutsche Panzergrenadiere – Letztere unter dem Befehl Heinrich Himmlers – heftige letzte Kämpfe lieferten (Poche de Colmar).

Bevölkerungsentwicklung

Jahr19621968197519821990199920062017
Einwohner692740917871918101310811403
Quelle: Gemeindeverzeichnis, Cassini und INSEE

Damen von Berckheim

Die vier Schwestern bildeten in ihrer Jugend als sogenannte „Damen von Berckheim“ (les demoiselles de Berckheim) einen historisch bekannten literarischen Zirkel unter Einbeziehung der Werke des Pädagogen und Dichters Gottlieb Konrad Pfeffel (1736–1809). Antiquarisch sind heute noch Aufzeichnungen darüber zu erhalten. Zwei dieser vier Schwestern sind in Jebsheim geboren. Es sind dies:

Zur Ehrung eines Mitglieds des Berckheimer Adelsgeschlechtes wurde eine Straße in Jebsheim „rue Baron Berckheim“ genannt.

Ehemalige Eisenbahnstation Jebsheim

Vor dem Ersten Weltkrieg verlief eine Überlandstraßenbahn ca. 22 Kilometer über Colmar, Horbourg-Wihr, Muntzenheim, Jebsheim und Elsenheim nach Marckolsheim (Anschluss Straßenbahn Straßburg – Erstein – Markolsheim). Wegen des Ausbaues der Landstraßen sind keine Relikte mehr vorhanden. Neuerdings erinnert in Marckolsheim eine Tramform in Blumenform an diese Bahn.

Sehenswürdigkeiten

Veranstaltungen

An einem Septembersonntag lässt man in Jebsheim am "ronde-des-fetes" das Landleben im Allgemeinen und die Kuh im Besonderen hochleben.

Literatur

Commons: Jebsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Der Kreis Colmar im Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. April 2023; abgerufen am 15. Februar 2026.