Jehi Bahk

Jehi Bahk (geboren am 26. Juni 1971 in Wien) ist ein österreichischer Geiger, Dirigent und Musikpädagoge. Er war Gründungsmitglied und Primgeiger des Hugo-Wolf-Quartetts, mit dem er international auftrat und mehrere Kammermusikpreise erhielt.

Leben und Ausbildung

Bahk wurde 1971 in Wien als Sohn koreanischer Eltern geboren. Den ersten Klavier- und Kompositionsunterricht erhielt er von seinem Vater, dem Komponisten Junsang Bahk, den ersten Geigenunterricht von Franz Istvanits. Er begann seine musikalische Ausbildung im Alter von vier Jahren und wurde mit fünf Jahren in die Vorbereitungsklasse für Klavier der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien aufgenommen. Violine studierte er bei Walter Barylli, Michael Frischenschlager und Dora Schwarzberg und schloss sein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien mit Auszeichnung ab.

Bahk absolvierte ein Masterstudium im Fach Orchesterdirigieren an der Korea National University of Arts bei Chiyong Chung. Ergänzend nahm er an Meisterkursen bei Jorma Panula an der Helsinki Panula Academy, Kurt Masur an der International Mendelssohn Academy Leipzig, Riccardo Muti an der Muti Opera Academy, Massimiliano Caldi bei der Florence Conducting Masterclass und Gianluigi Zampieri beim Nepi Festival teil.

Karriere

Während seines Studiums an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien gründete Bahk 1992 das Akademie Quartett, aus dem 1993 das Hugo-Wolf-Quartett hervorging. Der Name wurde den vier Musikern Jehi Bahk, Régis Bringolf, Martin Edelmann und Florian Berner von der Internationalen Hugo Wolf Gesellschaft Wien unter ihrem Präsidenten Leopold Spitzer zuerkannt. Bahk war bis 2005 Primgeiger des Ensembles.

Mit dem Hugo-Wolf-Quartett erhielt Bahk mehrere Auszeichnungen, darunter den Sonderpreis der Wiener Philharmoniker, den ersten Preis beim Internationalen Streichquartett-Wettbewerb in Cremona sowie den Europäischen Kammermusikpreis. 1995 erhielt das Quartett, damals bestehend aus Jehi Bahk, Régis Bringolf, Martin Edelmann und Florian Berner, beim Preisträgerkonzert der Internationalen Sommerakademie des Mozarteums Salzburg einen Anerkennungspreis. 1998 wurde das Quartett vom Wiener Musikverein und dem Wiener Konzerthaus als ECHO-(European Concert Hall Organisation-)„Rising Star“ ausgewählt.

Während seiner Zeit als Primgeiger des Hugo-Wolf-Quartetts initiierte Bahk die Auftragskompositionen und Uraufführungen zeitgenössischer Werke von Komponisten wie Friedrich Cerha, Erich Urbanner, Johannes Maria Staud, Zbigniew Bargielski und Egon Wellesz. Zu den Uraufführungen zählen Cerhas Streichquartett Nr. 4 im Wiener Konzerthaus 2002 und Urbanners Streichquartett Nr. 5 im Wiener Konzerthaus 2003.

Als Solist und Kammermusiker trat Bahk unter anderem in der Carnegie Hall in New York, dem Concertgebouw in Amsterdam, der Wigmore Hall in London, der Suntory Hall in Tokio, der Philharmonie Berlin, dem Herkulessaal in München, der Tonhalle Zürich, dem Wiener Musikverein und dem Wiener Konzerthaus auf. Mit dem Hugo-Wolf-Quartett unternahm er Tourneen durch Nord- und Südamerika, Mexiko, Großbritannien, Irland, Südkorea und Japan.

Von 2005 bis 2008 war Bahk stellvertretender Konzertmeister der Seoul Philharmoniker.

Als Dirigent leitete er unter anderem Konzerte des Seongnam Philharmonic Orchestra, des städtischen Orchesters von Yangju und des Seoripul Orchestra beim Seoripul Festival 2016. 2021 dirigierte er die KBS TV-Produktion Opera Gala Land. Bahk war Jurymitglied beim Internationalen Felix Mendelssohn Dirigierwettbewerb (2023/24) und 2. Internationalen Erich Bergel Dirigierwettbewerb (2024).

Aufnahmen und Sendungen

Das Hugo-Wolf-Quartett machte Aufnahmen für Labels wie Atlantis Art, Extraplatte und Gramola; die Beethoven-Einspielung auf Gramola erhielt den ORF-Ö1-Pasticcio-Preis. Eine Ö1-Sendung aus dem Jahr 2020 enthielt eine Extraplatte-Aufnahme von Sätzen aus Joseph Haydns Streichquartett B-Dur op. 76 Nr. 4, gespielt vom Hugo-Wolf-Quartett mit Bahk als Geiger.

Das Ensemble wirkte an CD-, Radio-, Fernseh- und Videoproduktionen für Sender und Organisationen wie den ORF, die BBC, DeutschlandRadio Berlin, den SWR, Radio France, Minnesota Public Radio, Unitel, RTÉ Ireland und den KBS Korea mit.

Lehrtätigkeit

Bahk unterrichtete am Vienna Konservatorium und am Franz Schubert Konservatorium in Wien. Von 2005 bis 2008 war er Professor für Violine an der German School of Music Weimar der Kangnam University in Yongin, Südkorea. Von 2015 bis 2022 war Bahk Professor an der Universität Suwon, wo er Violine, Kammermusik und Orchesterliteratur unterrichtete und das Streichorchester leitete.

Einzelnachweise

  1. ↑ Hugo Wolf Quartett. In: Musikdatenbank von mica – music austria. mica – music austria, 28. März 2024, abgerufen am 11. Juni 2026.
  2. ↑ Hugo Wolf Quartett. In: Oesterreichisches Musiklexikon online. Österreichische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 11. Juni 2026.
  3. ↑ Contemporary Music Biennale 2009 programme. (PDF) Bibliotheca Alexandrina, 2009, abgerufen am 11. Juni 2026.
  4. ↑ Jehi Bahk. In: Universal Edition. Abgerufen am 11. Juni 2026.
  5. ↑ 오스트리아서 울려퍼진 '독도 심포니'. In: Yonhap News Agency. 26. Mai 2009, abgerufen am 11. Juni 2026 (koreanisch).
  6. ↑ Panula Academy. Abgerufen am 24. Juli 2026 (englisch).
  7. ↑ „Nerven zeigen und die Arbeit lieben!“ – Das Hugo Wolf-Quartett im Gespräch mit Peter Cossé, MUSIKZEIT, "HUGO WOLF 1860–1903, 2003 Sonderheft". Abgerufen am 22. August 2026.
  8. ↑ Daniela Seiler, Art. „Hugo Wolf Quartett“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits. Abgerufen am 22. August 2026.
  9. ↑ Preisträger-Konzert der Sommerakademie Mozarteum. In: Stadt Salzburg. 21. August 1995, abgerufen am 11. Juni 2026.
  10. ↑ European Concert Hall Organisation. Abgerufen am 22. August 2026.
  11. ↑ Friedrich Cerha: 4. Streichquartett. In: Universal Edition. Abgerufen am 11. Juni 2026.
  12. ↑ Erich Urbanner: Streichquartett Nr. 5. In: Doblinger Musikverlag. Abgerufen am 11. Juni 2026.
  13. ↑ 성남시립교향악단 제154회 정기연주회. Seongnam Arts Center, abgerufen am 24. Juli 2026 (koreanisch).
  14. ↑ 양주시 시립합창단‧시립교향악단, 2018 송년음악회 개최. In: Yonhap News Agency. 10. Dezember 2018, abgerufen am 24. Juli 2026 (koreanisch).
  15. ↑ 2016 서리풀페스티벌 – 서초강산 퍼레이드. In: Naver Blog. Seoripul Festival, abgerufen am 24. Juli 2026 (koreanisch, Das veröffentlichte Veranstaltungsplakat nennt „지휘 박제희“ (Dirigent: Jehi Bahk)).
  16. ↑ [HQ Audio] 오페라 갈라랜드 OPERA GALA LAND – FULL. (Video) In: YouTube. KBS제주, 29. Dezember 2021, abgerufen am 24. Juli 2026 (koreanisch). Bahk wird im Video mehrfach als Dirigent genannt.
  17. ↑ Jury. In: Felix Mendelssohn International Conducting Competition. Abgerufen am 24. Juli 2026 (englisch).
  18. ↑ Mureș: 40 de dirijori se întrec la Concursul Internațional „Erich Bergel“. In: Zi de Zi. 8. April 2024, abgerufen am 24. Juli 2026 (rumänisch).
  19. ↑ Ein Zeichen der Freundschaft. In: Ö1. ORF, 21. Oktober 2020, abgerufen am 11. Juni 2026.
  20. ↑ Prüfungen erfolgreich bestanden – Koreanische Musikstudenten qualifizieren sich für „German School of Music Weimar“. 2005, abgerufen am 22. Juli 2026.
Personendaten
NAME Bahk, Jehi
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Geiger, Dirigent und Musikpädagoge
GEBURTSDATUM 26. Juni 1971
GEBURTSORT Wien