
Jens Gram Dunker (* 17. Februar 1892 in Christiania; † 25. August 1981 in Oslo) war ein norwegischer Architekt am Übergang vom Historismus zur Moderne. Nach seiner Ausbildung an der TH Dresden gewann er 1919 zusammen mit Gudolf Blakstad den Wettbewerb für Det Nye Teater (heute Oslo Nye Teater). Das 1929 fertiggestellte Gebäude ist eines der ersten funktionalistischen Bauwerke Norwegens, wobei die symmetrisch gestaltete Fassade Dunkers stilistische Herkunft vom Neoklassizismus erkennen lässt.
In den 1930er Jahren realisierte Dunker mehrere Wohnanlagen, fast alle in Oslo. In den 1950er Jahren renovierte er Kirchen und Schlösser, z. B. das Königliche Schloss in Oslo, dessen Verwaltung ihm von 1938 bis 1962 anvertraut war. Er entwarf auch Öfen und Möbel, unterrichtete Architekturstudenten und engagierte sich in Architektenvereinigungen. Er wurde mit zahlreichen in- und ausländischen Orden dekoriert, darunter den Sankt-Olav-Orden.

Jens Dunker ist ein Angehöriger der prominenten Familie Hansteen. Seine Urgroßmutter Conradine Dunker (geborene Hansteen) war Schriftstellerin und Pädagogin. Der Großvater Bernhard Dunker verteidigte als Rechtsanwalt prominente Angeklagte (wie Marcus Thrane) und vertrat die Ansprüche des Stortings gegen die königliche Regierung. Dessen gleichnamiger Sohn war Departementssekretær (Abteilungsleiter) in der Norwegischen Hypothekenbank.
Jens Gram Dunker war das älteste Kind des Sekretärs Bernhard Dunker (1847–1914) und der Anna Cathrine Ottesen (1861–1948) und wurde am 22. Mai 1892 in der Kirchengemeinde Uranienborg (Frogner) in Christiania getauft. Die Familie wohnte 1900 in der Camilla Collets Vei 9 bzw. 1910 in der Oscarsgate 14b. Sie umfasste neben den Eltern und Jens auch die Geschwister Peder Bernhard (* 1899) und Marie (* 1904) sowie ein bis zwei Dienstmädchen.
Mit dreißig Jahren, nachdem er sein Architekturbüro gegründet und den Wettbewerb für Det Nye Teater gewonnen hatte, gründete Jens Dunker seine eigene Familie. Am 3. November 1922 heiratete er Minda Juel Hvoslef (* 30. August 1898; † 16. Juni 1984), die Tochter des Majors Ragnvald Hvoslef (1872–1944) und der Ingeborg Helene Gulbranson (1875–1963).
Über Jens Dunkers weiteres Privatleben liegen keine digitalisierten öffentlichen Dokumente vor. Jedenfalls hat er in Oslo gelebt und ist dort gestorben. Er wurde im Familiengrab auf den Vår Frelsers Gravlund beigesetzt, im Westteil, angrenzend an den Ehrenhain (Feld 26, Reihe 9, Grab 5).

Jens Dunker absolvierte 1910–1911 die Königliche Zeichenschule (Den kongelige Tegneskole, später Statens håndverks- og kunstindustriskole, 1996 in die Kunsthochschule Oslo aufgegangen.) Danach schloss er 1911–1914 sein Architekturstudium an der Technische Hochschule in Dresden ab. In den folgenden Jahren arbeitete er als Assistent in verschiedenen Architekturbüros in Kristiania, unter anderem bei Thorvald Astrup, Morgenstierne & Eide, Arnstein Arneberg, Harald Hals. 1919 machte er sich mit einem eigenen Büro in Rådhusgata selbständig. In derselben Straße befanden sich bereits andere Architekturbüros, wie Gudolf Blakstad, Herman Munthe-Kaas und Lars Backer.
Im selben Jahr 1919 gelang ihm der Durchbruch. Er gewann gemeinsam mit Gudolf Blakstad den Wettbewerb für Det Nye Teater in Kristiania (heute Oslo Nye Teater). Der Entwurf, für den er 1930 mit dem Houens fonds diplom ausgezeichnet wurde, wies neoklassizistische Züge auf und sollte ursprünglich an der Uranienborgveien 11 errichtet werden.
Das 1927–1929 auf einem neuen Grundstück in der Rosenkrantzgasse errichtete Gebäude wurde jedoch „zu einem der ersten funktionalistischen Bauten des Landes.“ Der klassizistische Ursprung ist noch an der Symmetrie der Fassade und an einzelnen Details erkennbar. Das Gebäude ist aus Stahlbeton gebaut; über dem Theatersaal befinden sich vier Stockwerke mit Büros. Der Saal hat „eine schlichte und strenge, aber dennoch geschmeidige Form.“

Um 1920 unternahm Jens Dunker Studienreisen nach England, Frankreich, Deutschland und Italien. In den folgenden Jahren beschäftigte er sich intensiv mit Innenarchitektur und angewandter Kunst. Er entwarf im klassizistischen Stil gehaltene Möbel und eiserne Öfen. 1921 wurde er Sekretär des Foreningen Brukskunst (Verein für Angewandte Kunst) und in dieser Funktion wirkte er an der Organisation mehrerer Ausstellungen mit. An der Gemeinschaftsausstellung Form og Farve 1925 nahm er selbst teil.
Seine bei Wettbewerben erfolgreichen Projekte (ein Bad, ein Theater) wurden nicht gebaut; daher ist Det Nye Teater sein einziges realisiertes Gebäude während der 1920er Jahre. Ein gewisser Ausgleich war seine Berufung in das Komitee für die Osloer Stadtplanung 1924 und eine rege schriftstellerische Tätigkeit für die Architektur-Zeitschrift Byggekunst und die Zeitschrift für Stadtgeschichte St. Hallvard.

Von 1932 bis 1938 realisierte Jens Dunker eine Reihe von Wohnhäusern, sowohl Einfamilien- als auch Reihenhäuser und große Wohnblöcke. Die Reihenhäuser entstanden 1932 gemeinsam mit Nicolai Beer; die großen Mietshäuser, ausgeführt in unbehandeltem Backstein, 1938 gemeinsam mit Georg Rohde. Diese Bauten „zeigen einen sicheren Funktionalismus“ (Seip), der für die 1930er Jahre charakteristisch war.
Dunkers Werk zeigt eine Entwicklung „vom klaren, strengen Neoklassizismus oder eleganten Empire-Stil“ seiner Möbelentwürfe der 1920er hin „zu reinem Funktionalismus“ seiner Bauten der folgenden Dekade. „Dunker bediente sich in dieser Zeit gerne der einfachsten geometrischen Formen – Kreise, Quadrate und Pylone – und ging bei der Wahl seiner Stilmittel sehr zurückhaltend vor.“ (Evang)
Während der 1930er Jahre war Jens Dunker ein führendes Mitglied des Oslo Arkitektforening (Osloer Architektenverband; 1933 stellvertretender Vorsitzender, 1934–1935 Vorstandsmitglied).

1938 wurde Jens Dunker zum Verwalter des Königlichen Schlosses in Oslo ernannt. Er bezog seine Dienstwohnung im Slottsforvalterboligen (Schlossverwalterhaus), und blieb in seiner Funktion bis 1962, mit einer Unterbrechung 1942–1945, als die Nasjonal Samling, mit den deutschen Besatzern kollaborierend, ihn absetzte.
Die Schlossverwaltung war anspruchsvoll und verhinderte die Planung und Umsetzung weiterer großer Bauprojekte. Dunker beschäftigte sich nun mit Renovierungen, vor allem im Schloss selbst. Dort renovierte er die Innenräume, das Wachhaus der Garde und das Torgebäude zum Drammensveien. Ein von ihm vorgeschlagener halbrunder neuer Flügel hinter dem Schloss wurde nicht umgesetzt. Er renovierte auch Schloss Oskarshall und Kirchen in Ringebu bzw. Hvaler. 1962, am Ende seiner Amtszeit, entstanden wieder zwei Neubauten, eine Schule in Oslo und ein Hotel in Namsos.
1945–1946 unterrichtete Dunker am Statens Arkitektkurs (Staatlicher Architekturkurs) in Oslo Kunstgeschichte. 1946–1948 und erneut 1950–1959 war er stellvertretender Vorsitzender des Norske Arkitekters Landsforbund (Norwegischer Architektenverband). Er wurde mit bemerkenswert vielen hohen Orden dekoriert, aus allen fünf nordischen und einigen exotischen Ländern. Seit 1945 war er Ritter 1. Klasse des norwegischen Sankt-Olav-Ordens.
Jens Dunker war auch ein begabter Zeichner. Eine Sammlung seiner Zeichnungen, die hauptsächlich Architekturmotive aus seinen Italienreisen zeigen, wird im Norsk Arkitekturmuseum (Norwegisches Architekturmuseum) aufbewahrt.

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In Oslo, soweit nicht anders angegeben.
Restaurierungsarbeiten:

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In Oslo, soweit nicht anders angegeben.
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(Umfangreiches Verzeichnis in Quelle)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dunker, Jens |
| ALTERNATIVNAMEN | Dunker, Jens Gram (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | norwegischer Architekt |
| GEBURTSDATUM | 17. Februar 1892 |
| GEBURTSORT | Christiania |
| STERBEDATUM | 25. August 1981 |
| STERBEORT | Oslo |