Jens Hagen

Jens Hagen (* 12. März 1944 in Steinhöring; † 11. Juni 2004 in Mechernich) war ein deutscher Journalist, Fotograf, Hörspielautor, Schriftsteller, Dichter, Bildender Künstler und politischer Aktivist mit Lebens- und Arbeitsschwerpunkt in Köln.

Leben

Jens Hagen wurde als Sohn von Herbert Hagen im oberbayrischen Steinhöring geboren und wuchs in Dinslaken auf; seit 1964 lebte er in Köln. Bereits in Dinslaken hatte er als Jugendlicher seine journalistische Tätigkeit als Lokalreporter begonnen; auch während seines Studiums der Theaterwissenschaft, Philosophie und Germanistik in Köln arbeitete er u. a. für den Kölner Express als Gerichts- und Polizeireporter.

Als Teil der 68er-Bewegung nahm er in seinen Arbeiten engagiert Partei gegen Obrigkeitstreue und Unterdrückung, unter anderem auch in mehreren Aktionen gemeinsam mit Günter Wallraff, die er in Fotos dokumentierte. So verfasste er gemeinsam mit Wallraff eine Reportage über Polizeiübungen im Einsatz bei Demonstrationen in der Ausbildungsstätte in Bork, die in der linken Zeitschrift konkret veröffentlicht wurde.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Dorothee Joachim und anderen gründete er die erste alternative Kölner Stadt-Zeitung ANA&BELA und die Sozialistische Selbsthilfe Köln; außerdem war er an der WDR-Jugendhörfunksendung Panoptikum beteiligt. Daneben schrieb er für Zeitschriften wie konkret, Spontan, Underground und DVZ.

In den 1960ern tauchte Hagen fotografisch und literarisch in die Musikszene ein, er fotografierte Jimi Hendrix, Frank Zappa und andere, verfasste Texte für Plattencover und schrieb eine Beatles-Biographie. Daneben dokumentierte er Aktionen der 1968er-Bewegung wie etwa die Besetzung der Kölner Universität. Als Mitautor des Reportagebands Was wollt ihr denn, ihr lebt ja noch (mit Günter Wallraff) etablierte er sich 1973 als Schriftsteller.

Seit 1980 arbeitete Hagen als freier Schriftsteller und Hörspielautor. Neben Gedichtbänden, Satiren und Erzählungen schrieb er rund 20 Hörspiele, die in den ARD-Rundfunkanstalten gesendet wurden. 1990 wurde total real zum Hörspiel des Monats gekürt. Seine Satirensammlung Der Tag, an dem Oma wegen Beleidigung der Nationalmannschaft verhaftet wurde gilt wegen des imposanten Titels als das am zweithäufigsten in Fußballreportagen zitierte literarische Werk (nach Die Angst des Tormanns beim Elfmeter).

Seinen langen Krankenhausaufenthalt im Jahr 2002 dokumentierte der Künstler in Fotografien, die 2007 posthum veröffentlicht wurden.

2004 starb Jens Hagen in Mechernich; er wurde auf dem Kölner Südfriedhof beigesetzt.

Hagens Nachlass wurde 2004 ins Historische Archiv der Stadt Köln übernommen und im Frühjahr 2006 bis Ende des Jahres 2008 durch den Sozialwissenschaftler Hans Burbaum verzeichnet, das Findbuch umfasst 350 Seiten. Fünf Jahre nach dem Einsturz des Stadtarchivs konnte ein großer Teil des Nachlasses aus dem Bestand wieder für die Forschung und die zum 70. Geburtstag durchgeführte Veranstaltungsreihe Nie ankommen im Jahr 2014 zugänglich gemacht werden. Zu den Veranstaltungen zählten eine Ausstellung in der Stadtbibliothek Köln sowie ein „performatives Livehörspiel“ auf Basis von Jens Hagens Köln Poem im öffentlichen Raum.

Ausstellungen (Auswahl)

Auszeichnungen

Publikationen

Erzählungen, Geschichten, Reportagen

Hörspiele

Quelle für Hörspielliste, soweit nichts anderes angegeben:

Fotografien

Gedichte

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Lebenslauf im Nachlass, Historisches Archiv der Stadt Köln, Best. 1753 (Memento vom 27. Februar 2014 im Internet Archive)
  2. ↑ Insa Wilke (Hrsg.): Bericht am Feuer. Gespräche, E-Mails und Telefonate zum Werk von Christoph Ransmayr E-Book, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-10-400689-5 (Vorschau ohne Seitenzahl)
  3. 1 2 3 Jens Hagen, Biografie und Nachlass im Portal rheinische-literaturnachlaesse.de
  4. ↑ Felix Klopotek: Es war natürlich auch eine Verweigerungshaltung Die Malerin Dorothee Joachim über die Schule des Verzichts und die Schärfung der Wahrnehmung; Oktober 2012, abgerufen am 24. Februar 2014 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive)
  5. ↑ Insa Wilke Der Tanz am Rhein., Der Tagesspiegel, 23. September 2014
  6. ↑ Kölner Schriftsteller Jens Hagen gestorben ddp-Meldung via internetcologne.de, 16. Juni 2004, abgerufen am 24. Februar 2014
  7. ↑ Ohio-Magazin No. 15, 2007
  8. ↑ Jens Hagen gestorben (EvS); Kölner Stadtanzeiger, Kulturteil; 17. Juni 2004 (via Genios-Datenbank)
  9. ↑ Ausstellungsankündigung Dorothee Joachim, 20. Januar 2014
  10. ↑ Drama Köln: CITY POEM – ein Platz wird zum Gedicht
  11. ↑ Nie ankommen Veranstaltungen zum 70. Geburtstag und 10. Todestag des Kölner Schriftstellers und Künstlers
  12. ↑ 21 Hörspiele mit Autor = »hagen« und Autor-Vorname = »jens«. In: hoerdat.in-berlin.de. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  13. ↑ Ausführliche Buchbesprechung (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) von Stan Lafleur
Personendaten
NAME Hagen, Jens
KURZBESCHREIBUNG deutscher Fotograf, Journalist und Autor
GEBURTSDATUM 12. März 1944
GEBURTSORT Steinhöring
STERBEDATUM 11. Juni 2004
STERBEORT Köln