Jenseits der Brandmauer (Untertitel: Über mein Leben in der ostdeutschen Provinz) ist ein am 13. August 2026 veröffentlichtes Buch von Jan Gorkow unter dessen Spitznamen Monchi. Das Buch erschien bei Kiepenheuer & Witsch. Das autobiografische Sachbuch vom Sänger von Feine Sahne Fischfilet thematisiert Gorkows Politisierung und den Umgang mit dem Erstarken der AfD. Es erreichte eine Woche nach Veröffentlichung Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste.
In mehreren Kapiteln schildert Gorkow in einfacher, teils vulgärer, Sprache sein Leben in der Landstadt Jarmen in Vorpommern. Ausgehend von der Wahlergebnissen der Bundestagswahl 2025, bei der die AfD in Jarmen 54 Prozent der Stimmen erhielt, beschreibt er seinen Umgang mit Nachbarn und Anwohnern, die mglw. Wähler der AfD waren. Gorkow stellt dar, nachdem er einige Jahre in Rostock gelebt hatte, dass ihn das Wahlergebnis persönlich schockierte, da er viele Einwohner kenne. Aus Gorkows Sicht funktioniere der Alltag dort nur, wenn man trotz großer Gegensätze miteinander auskommt. Dasselbe lokale Gasthaus, in dem seine Band Konzerte plant, dient gleichzeitig als Treffpunkt für den AfD-Stammtisch.
Zugleich wirft Gorkow in dem Buch einen Blick in seine Jugend, in der er durch rechtsextreme Jugendliche, mit denen er die gleiche Schule besuchte, bei einer Feier schwer verletzt und anschließend bedroht wurde. Dieses Erlebnis prägte seine linke politische Haltung, die seit seinem Rückzug nach Jarmen an Radikalität verloren habe. Darüber hinaus schildert er eigene Initiativen, wie das Festival Wasted in Jarmen und die Realisierung eines Skateparks, mit denen er sich vor Ort engagiert und bemüht ist, Brücken zu bauen. Sein Leitmotiv sei hierbei Lass uns schauen, was uns verbindet und nicht was uns trennt.
Das Buch erreichte eine Woche nach der Veröffentlichung Platz 1 auf der Spiegel-Bestsellerliste im Bereich Sachbuch. Den ersten Platz erreichte es auch auf der Bestsellerliste des Börsenblatts.
Die ARD-Kultursendung ttt – titel, thesen, temperamente fasste das Buch damit zusammen, dass es Monchi bei seinem Engagement um Machen statt meckern gehe. „Monchi beschreibt, wie das [Wasted in Jarmen-Festival] auch Jugendliche anlockt, die sonst rechte Sticker kleben.“ Das Buch sei „erfrischend offen, auch selbstkritisch, kein Heldenepos, sondern ein Plädoyer für das Sich-treu-bleiben, für Engagement in der Provinz, wo man den Unterschied machen kann und für das Durchhalten, wenn mal was nicht gelingt.“
Im SWR lobte Samira Straub die lose Erzählweise des Buches, kritisiert allerdings, dass Gorkow behauptet, sich von einfachen Antworten abzuwenden, diese dann jedoch selbst auf das Erstarken der AfD gebe und beiläufig rechtsradikale Positionen normalisiere.
Matthias Quent resümierte in der Freitag, dass Gorkow unwissentlich an Didier Eribon anknüpfe, der in Rückkehr nach Reims die durch „den eigenen Bildungsaufstieg wachsende Entfremdung zu seiner Herkunft aus einer Arbeiterfamilie und den politischen Rechtsruck in seinem früheren sozialen Umfeld beschreibt. Monchi schreibt dagegen nicht aus der Position des distanzierten, sondern des trotzigen Rückkehrers. [...] Zwischen denen, die mobil und überall in der Welt zuhause sind, und denen, die in der Enge der eigenen Heimat verbleiben, läuft es bei Monchi auf ein zuversichtliches und weltoffenes regionales Identitätsangebot hinaus.“
Die Junge Welt kritisierte an dem Buch analytische Defizite und zieht Parallelen zum Werdegang von Campino der Band Die Toten Hosen. „Unterm Strich [...] läuft das Buch darauf hinaus, eine Distanzierung des Autors von jener Sorte Antifaschismus anzuzeigen, der er und seine Band im vergangenen Jahrzehnt zugerechnet wurden. [...] Schlussendlich wünscht der Autor als rechtschaffener Bürger dem Bundeskanzler Merz und dem Finanzminister Klingbeil eine erfolgreiche Amtszeit, um weitere Zugewinne der AfD zu verhindern.“