Jidokwan

Joseon Yeonmugwan Kong Soo Do Bu
Gründung 3. März 1946 in Seoul, Südkorea
Gründer Chun Sang-sup
Sitz Seoul
Nachfolger Jidokwan
Jidokwan
Gründung 1953 in Seoul, Südkorea
Gründer Yun Gwae-byeung, Lee Jong-woo
Sitz Seoul
Vorläufer Joseon Yeonmugwan Kong Soo Do Bu
Nachfolger Taekwondo Jidokwan, Karate Jidokwan
Taekwondo Jidokwan
Gründung ca. 1966 in Seoul, Südkorea
Gründer Lee Jong-Woo
Sitz Seoul
Vorsitz Ahn Hak-seon
Website World Taekwondo Jidokwan Federation
Karate Jidokwan
Gründung ca. 1966 in Seoul, Südkorea
Gründer Yun Gwae-byeung
Sitz Seoul
Nachfolger Gongsudo Taegeuk-gwan
Vorsitz Jeong Dong-hun
Koreanische Schreibweise
Koreanisches Alphabet: 지도관
Hanja: 指導館
Revidierte Romanisierung:Jidogwan
McCune-Reischauer:Chi Do Kwan

Jidokwan (auch Ji Do Kwan, Jidogwan oder Chidogwan, koreanisch 지도관) ist eine südkoreanische Kampfkunstschule und ein Zweig der Joseon Yeonmugwan Kong Soo Do Bu (조선 연무관 공수도부).

Die Schule wurde 1953 von Yun Gwae-byeung und Lee Jong-woo gegründet und ist eine der ursprünglichen neun Kwans (Kampfkunstschulen). In der Korean Taekwondo Association (KTA) wird sie als Kwan Nr. 8 geführt.

Um 1966 teilte sich die Schule in Taekwondo Jidokwan und Karate Jidokwan.

Teakwondo Jidokwan existiert bis heute in Korea als eine Art Bruderschaft fort, die das Kukkiwon-Kampfsportsystem befürwortet und World Taekwondo unterstützt. Während Karate Jidokwan als Taegeuk-gwan fortgeführt wird.

Wortbedeutung

Der Name Jidokwan bedeutet etwa „Schule des weisenden Weges“ oder „Schule des Weges der Weisheit“.

Vorgeschichte

Die Geschichte beginnt mit dem Koreaner Chun Sang-Sup, welcher als Jugendlicher während seines Aufenthalts in Japan Judo und Karate lernte. Nach seiner Rückkehr nach Korea vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Chun Sang-sup von Lee Gyeong-seok, dem Leiter der Judo-Schule Joseon Yeonmugwan (조선연무관) – auch Chosun Yun Moo Kwan, angesprochen und gebeten, dort das japanische Karate (Kong Soo Do – 공수도 Hanja 空手道 RR Gongsudo) zu unterrichten.

Er willigte ein und gründete am 3. März 1946 die „Joseon Yeonmugwan Kong Soo Do Bu“ (der Zusatz „Bu“ (부) bedeutet „Abteilung“) – eine neue Abteilung der Judo-Schule in Susong-dong, Jongno-gu, Seoul. Mit Beginn des Koreakriegs am 25. Juni 1950 wurde Chun Sang-Sup von der Armee eingezogen. Danach galt er als vermisst. Am gleichen Tag wurde die Schule geschlossen.

Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens im Koreakrieg am 27. Juli 1953 begannen die ehemaligen Schüler wieder mit dem Training in der Schule. Unterrichtet wurden sie dabei von Lee Kyo-yoon (später Han Moo Kwan) und Lee Jong-woo, die ebenfalls Schüler von Chun Sang-Sup gewesen sind.

Kurz darauf wurden sie von Lee Jae-hwang, der im Gebäude Judo unterrichtete, aufgefordert, die Räumlichkeiten zu verlassen. So waren sie gezwungen, anderweitig eine Trainingsstätte zu finden.

Da sie den stellvertretenden Direktor und Judoka Lee Sang-mook des Korean Amateur Sports Gymnasium (Hanguk Cheyuk Kwan, kurz: Han Che) in Cho-dong, Jung-gu, Seoul, kannten, fragten sie dort nach und erhielten die Erlaubnis.

Im September 1953 wurde die „Dae Han Che Yook Kwan Kong Soo Do Bu“ gegründet und erste Ausbilder waren: Lee Kyo-yoon, Yun Gwae-byeung, Lee Jong-woo.

Wegen andauernde Konflikte zwischen Lee Kyo-yoon und Lee Chong-woo, verließ Lee Kyo-yoon die Schule und gründete später den Han Moo Kwan.

Gründung der Jidokwan

Es folgte der Wunsch, die Schule vollständig von ihren Judo-Wurzeln zu lösen und so wurde die Schule „Jidokwan“ genannt. Zum Schulleiter wurde Yun Gwae-byeung gewählt, der zuvor Direktor des Kanbukan (japanisch 韓武舘, dt. etwa „Halle der koreanischen Kampfkünste“) und ein Freund von Chun Sang-Sup gewesen war.

Im Dezember 1955 veranstaltete Jidogwan in Seoul Prüfungen für Graduierte und Dan-Träger sowie Mannschafts- und Einzelwettbewerbe.

Im November 1960 wurde das Jeonbuk-Karate-Turnier und das Herbstprüfungsturnier in Jeonju veranstaltet.

Am 22. September 1961 wurde die Korea Tae Soo Do Association, später wieder umbenannt in Korea Taekwondo Association, gegründet, wobei Yun Gwae-byeung und Lee Jong-woo (einer seiner Schüler) anwesend waren.

Während Yun Gwae-byeung der Meinung war, die Jidokwan Schule solle ihre Eigenständigkeit bewahren – ähnlich wie die Tang-Soo-Do- und Moo-Duk-Kwan-Schulen – und die Kontrolle über ihren eigenen Lehrplan, hielt Lee Jong-woo die Beteiligung am sogenannten „Kwan Unity Act“ für den richtigen Weg und setzte sich für den Beitritt zur „Korea Tae Soo Do Association“ ein. Schließlich ließ sich Lee Jong-woo zum stellvertretenden Vorsitzenden der KTA und ins Exekutivkomitee wählen.

Das wesentliche Merkmal, durch das sich Jidokwan von anderen Schulen abhob, war das Kyorugi (Sparring). Als Taekwondo-Turniere zwischen den frühen 1960er und den 1970er Jahren an Bedeutung gewannen, profilierte sich Jidokwan besonders.

Trennung in Taekwondo und Karate

Ein andauernder Konflikt führte um 1966 zur Spaltung der Schule in:

Am 20. Mai 1976 strich die KTA die Namen der Kwans und ersetzte sie durch Nummern. Taekwondo Jidokwan wurde Kwan Nr. 8.

Gegenwart

Jidokwan-Symbol

Das Ji-Do-Kwan-Symbol besteht aus drei Kreisen. Ein Kreis steht für Ganzheit, da er weder Anfang noch Ende hat. Der große äußere Kreis symbolisiert das Universum. Innerhalb dieses äußeren Kreises steht der größere Kreis für die Erde, während der kleinere Kreis das Leben auf der Erde repräsentiert. Alle diese Kreise sind miteinander verbunden.

Auch die Farben Rot und Blau sind für die Bedeutung des Ji-Do-Kwan-Symbols von Bedeutung. Rot ist die Farbe von Energie und Kraft, Mut und Aufmerksamkeit. Blau steht für Frieden, Ruhe und Freundschaft. Gemeinsam schaffen sie Gleichgewicht und Harmonie.

Leiter (Kwan Jang) des Joseon Yeonmugwan Kong Soo Do Bu / Jidokwan

  1. Chun Sang-sup (Gründer), 3. März 1946 bis 1950
  2. Yun Gwae-byeung, zwischen 1950 und 1953 bis 1966

Leiter (Kwan Jang) des Taekwondo Jidokwan

  1. Lee Jong-woo, von 1966 bis 1973
  2. Bae Young-gi, von 1973 bis 1975
  3. Lee Jong-woo, von 1975 bis 1988
  4. Lee Seung-wan, von 1988 bis 2018
  5. Ahn Hak-seon, seit 2018

Leiter (Kwan Jang) des Karate Jidokwan (Gongsudo Hansuhoe / Gongsudo Taegeuk-gwan)

  1. Yun Gwae-byeung (윤쾌병), 1966
  2. Jeong Dong-hun (정동훈) (* 24. August 1945), seit September 1966.

Literatur

Anmerkung

  1. ↑ Zu jener Zeit war die Joseon Yeonmugwan die repräsentative Zweigstelle des Kōdōkan, der obersten Institution des japanischen Judo. Joseon (koreanisch 조선 Hanja 朝鮮) war der damalige Name Koreas. Seit dem 15. August 1945 verwendet Nordkorea den Namen „Joseon“ als Landesnamen. Südkorea nutzte den Namen Joseon bis zur Festlegung des 38. Breitengrades am 15. August 1945. „Yeonmugwan“ (연무관 Hanja 研武館) bedeutet „Kampfkunstforschungsschule“. Der Zusatz „Bu“ (부 Hanja 部) bedeutet „Abteilung“.

Einzelnachweise

  1. ↑ Judo-Träger Lee Gyeong-seok (10. Dan). In: JoongAng Ilbo. 1996 (koreanisch).
  2. 1 2 Taekwondo History. In: Kidokwan. Abgerufen am 8. Juli 2026 (englisch).
  3. ↑ The original founding Kwans. In: World Song Moo Kwan Association. (englisch).
  4. ↑ Shin Seong-hwan: Ein halbes Jahrhundert Taekwondo. In: vs21tkd.com. (koreanisch).
  5. ↑ 60 Jahre blutiger Kampf auf dem Platz. In: The JoongAng Plus. 1982 (koreanisch).
  6. ↑ Park Sang-wook: Lee Gyo-yun, Gründer von Hanmugwan, ist verstorben. In: World Taekwondo News. 2017 (koreanisch).
  7. ↑ Kyo-yoon Lee: Global Taekwondo. Hanmi Publishing, Seoul 2003, ISBN 89-952721-4-7 (englisch).
  8. ↑ The original founding Kwans. In: World Song Moo Kwan Association. (englisch).
  9. 1 2 3 Taekwondo Jidokwan Federation, abgerufen am 18. Juli 2026 (koreanisch).
  10. ↑ Kang Won Silk, Lee Kyong Myong: A Modern History of Taekwondo. Bokyung Moonhwasa, Seoul 1999, ISBN 89-358-0124-0 (englisch, stanford.edu [PDF; 218 kB]).
  11. 1 2 History of Jidokwan. In: River Valley Taekwondo. (englisch).
  12. ↑ Karate Jidogwan Yeongdeungpo Dojo 1966. In: Naver Blog. 2007 (koreanisch).
  13. ↑ Karate Jidogwan Yeongdeungpo Dojo 1966. In: Naver Blog. (koreanisch).
  14. ↑ Karate Taegeuk-gwan (Hansuhoe). In: Naver Blog. 2007 (koreanisch).
  15. ↑ 1973 Gründung Hansuhoe, abgerufen am 29. Juli 2026 (koreanisch).
  16. ↑ Eröffnungsfeier 1980, abgerufen am 29. Juli 2026 (koreanisch).
  17. ↑ Karate Taegeuk-gwan Haupthalle. In: Naver Blog. (koreanisch).
  18. ↑ 14. Kyokushin-Karate-Turnier (koreanisch).
  19. ↑ Teilnahme in Brunei, abgerufen am 29. Juli 2026 (koreanisch).
  20. ↑ Zertfizierungsschreiben des koreanischen Karate-Verbands, abgerufen am 29. Juli 2026 (koreanisch).
  21. ↑ Jidokwan Origins and History. In: Blue Dragon TKD. (englisch).
  22. ↑ Taegeukgwan Cheftrainer Jeong Dong-hun 1982. In: Naver Blog. 2007 (koreanisch).
  23. ↑ Schulung von Vorsitzendem Jeong Dong-hun und Ausbilder Im Jin-wook, Juni 2026. In: Karate Taegeuk-gwan. 2026 (koreanisch).
  24. ↑ Gongsoodo Jidokwan Yeongdeungpo Dojo (1966) – Meister Jeong Dong-hun. In: Naver Blog. (koreanisch).
  25. ↑ Direktor Jeong Dong-hun September 1966, abgerufen am 29. Juli 2026 (koreanisch).