Joachim Klinger

Joachim Klinger (* 18. April 1932 in Dortmund; † 1. Februar 2024 in Berlin) war ein deutscher Jurist, Lyriker, Karikaturist und Illustrator. Klinger lebte mehr als vierzig Jahre in Hilden (Rheinland), danach in Berlin.

Leben und Werk

Bereits in seiner Jugend zeichnete Klinger als guter Beobachter des Menschen Typen und Charaktere.

Ausbildung

Klinger studierte ab 1952 in Münster und Tübingen Jura. Schon als Werkstudent im Blechwalzwerk bei der Dortmund-Hörder Hüttenunion (DHHU) zeichnete er seine Kollegen. Er promovierte in Tübingen.

Filmreferent

Klinger war 30 Jahre lang – zuletzt als Leitender Ministerialrat – im Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen tätig. Er war verantwortlich für Theater, Film und Internationales.

Als Filmreferent des Landes NRW im Kultusministerium – unter Minister Hans Schwier – war er maßgeblich daran beteiligt, dass aus dem damaligen Filminstitut 1979 das heutige Filmmuseum Düsseldorf entstanden ist. In den 1980er Jahren wurde er als Vertreter der Bundesländer im Bereich Kultur in die Deutsche UNESCO-Kommission Bonn (DUK) und zur UNESCO-Generalkonferenz in Paris entsandt.

Als Präsident der Jury des Kultusministers von Nordrhein-Westfalen vergab er in Oberhausen Jahr für Jahr den Preis für „den besten Film mit bildungspolitischem Thema“.

Künstlerisch

Er arbeitete künstlerisch als Maler, Zeichner, Karikaturist und Buchillustrator und verfasste Gedichte. Seine Gedichtbände versah er mit eigenen Illustrationen; außerdem illustrierte er Werke anderer Autoren des Grupello Verlags.

Als lyrischer Autor des Grupello Verlages ließ Klinger beispielsweise in seinen Versen die Dichter Morgenstern und Ringelnatz aufeinandertreffen.

Joachim Klinger war ab 1987 Mitglied der Guardini Stiftung.

Im Hildener Wilhelm-Fabry-Museum befindet sich eine an die tausend Arbeiten umfassende Sammlung von Aquarellen, Zeichnungen und Karikaturen Klingers. Auch sein künstlerischer Nachlass wird nach seinem Tod dort aufbewahrt.

Karikaturen und Bildgeschichten von ihm erschienen regelmäßig im Kulturmagazin Musenblätter. Bis zu seinem Tod 2024 sind in den Musenblättern über 610 Graphiken, Zeichnungen, Gedichte erschienen. Seine Serie „Julle und Vatz“ karikatiert den Dialog zwischen „Vater und Tochter“. Er setzte sich mit Jugend und Alter auseinander. Bei seiner Serie „Bildbetrachtungen“ zeichnete er mit hintergründigem Humor die Gesichtsausdrücke von Bildbetrachtern. Seinen Künstlerkollegen widmete er einzelne Musenblätter.

Der Humorpark in der Eremitage in Waghäusel bekam 17 Karikaturen von Joachim Klinger geschenkt und stellt sie in seinem Museum aus.

Ausstellung

Zu seinem 85. Geburtstag veranstaltete das Wilhelm-Fabry-Museum in Hilden vom 5. März bis 23. April 2017 eine monographische Ausstellung mit Werken des Künstlers als Hommage an sein Leben aus verschiedenen Zyklen und Werkabschnitten.

Neben Typen und Charakteren wurden Ansichten französischer und italienischer Landschaften ausgestellt. Von seiner Reise mit dem Zirkusunternehmer Roncalli nach Moskau brachte er überspitzt gezeichnete Charaktereigenschaften typischer Protagonisten, wie Dompteure, Clowns und Jongleure mit.

Ein Nachruf auf Joachim Klinger, der am 1. Februar 2024 in Berlin verstorben ist, ist in den Musenblättern und auf der Seite „Düsseldorf-Kunst & Kultur“ abgedruckt.

Werke (Auswahl)

Autor der Bücher

Filmporträt

Als Joachim Klinger 1994 in den Ruhestand ging, drehte Werner Biedermann zusammen mit Tom Alker über ihn ein Filmporträt: „Die zwei Welten des Dr. K.“

Commons: Joachim Klinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Frank Becker: Joachim Klinger †. In: Musenblätter - Das unabhängige Kulturmagazin. 4. Februar 2024, abgerufen am 5. Februar 2024.
  2. 1 2 3 4 Gudrun Parzich, Wolfgang J. Ruf: In memoriam Joachim Klinger. In: filmbüro NRW. Februar 2024, abgerufen am 17. Juni 2024.
  3. 1 2 Rolf Heinzmann: Joachim Klinger, Freispruch für die Karikatur. Humorpark, Februar 2024, abgerufen am 20. Juni 2024.
  4. 1 2 3 Wolfgang J. Rulf: Nachruf auf Joachim Klinger. In: Düsseldorf, Kunst & Kultur. Stadt Düsseldorf, 1. Februar 2024, abgerufen am 17. Juni 2024.
  5. ↑ Als Werkstudent im Blechwalzwerk (1953)
  6. 1 2 3 4 Sandra Abend: Vorwiegend heiter - Werke von Joachim Klinger. Ausstellungskatalog Wilhelm-Fabry-Museum, Hilden 2017. In: Rheinische Museen.de. Wilhelm-Fabry-Museum, März 2017, abgerufen am 17. Juni 2024.
  7. ↑ Persönlichkeiten, auf duesseldorf.de
  8. ↑ Biografische Angaben auf der Seite des Grupello-Verlags (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  9. ↑ Andreas Öhler: Ein Gespräch mit dem Dichter und Zeichner Joachim Klinger über sein Lebenswerk. In: Guardini akut. 2020, abgerufen am 3. Juli 2024.
  10. ↑ Wilhelm Fabry Museum (Hilden): Fabry Museum (Hilden). In: Sammlung Joachim Klinger. Museum digital, abgerufen am 14. Juni 2024.
  11. ↑ Eine amüsante "Atastrophe". In: Neue Ruhr Zeitung (NRZ). 25. November 2008, abgerufen am 17. Juni 2024.
  12. ↑ Joachim Klinger: Julle und Vatz. In: Musenblätter. 2023, abgerufen am 17. Juni 2024.
  13. ↑ Frank Becker: Joachim Klinger 80 Jahre. In: Musenblätter. April 2012, abgerufen am 17. Juni 2024.
  14. ↑ Joachim Klinger: Märchen (für Peter Härtling). In: Musenblätter. 16. Juni 2007, abgerufen am 17. Juni 2024.
  15. ↑ Dazu eine anregende Besprechung von Frank Becker in: Musenblätter – Literatur-Rezensionen vom 13. September 2018; siehe ausführlich unter Der fahle Reiter | Joachim Klingers lyrische Spätlese
  16. ↑ Werner Biedermann, Tom Alker, Joachim Klinger: Werner Biedermann zum 70. Geburtstag - Landeshauptstadt Düsseldorf (duesseldorf.de). In: Filmmuseum. 1994, abgerufen am 20. Juni 2024.
Personendaten
NAME Klinger, Joachim
KURZBESCHREIBUNG deutscher Jurist, Lyriker, Karikaturist und Illustrator
GEBURTSDATUM 18. April 1932
GEBURTSORT Dortmund
STERBEDATUM 1. Februar 2024
STERBEORT Berlin