Joan Mary Fry (* 27. Juli 1862, London; † 25. November 1955) war eine englische Aktivistin für Frieden und soziale Reformen aus dem Quäkertum (Religious Society of Friends).
Joan Fry entstammte einer wohlhabenden Familie aus der Religious Society of Friends. Sie war die Tochter des Richters, Sir Edward Fry und dessen Frau Mariabella Hodgkin (1833–1930). Ihr Bruder war der Kunstkritiker Roger Fry, ein Mitglied der Avantgarde–Bloomsbury Group, ihre Schwestern die Gefängnisreformerin Margery Fry, die Schriftstellerin Ruth Fry und die Dichterin und Bryologin Agnes Fry.
Während des Ersten Weltkrieges diente sie als Gefängnisseelsorgerin (Quaker Prison Chaplain) und unterstützte Kriegsdienstverweigerer (conscientious objector) vor Gerichten und im Gefängnis.
1919 reiste sie mit anderen Freunden in das besiegte Deutschland und organisierte dort Lebensmittelverteilungsnetze zur Hungerhilfe. Sieben Jahre später, 1926, kehrte Fry nach Großbritannien zurück, wo sie sich weiter für die Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit einsetzte.
Sie hielt 1910 bei der Londoner Jahresversammlung der Quäker die Swarthmore-Vorlesung mit dem Titel „Die Gemeinschaft des Lebens“ („The Communion of Life“).
Als ihre Schwägerin Helen Coombe dauerhaft in eine Nervenheilanstalt gehen musste, half sie ihrem Bruder Roger mit der Erziehung der Kinder.
Die Briefmarkenserie „Britons of Distinction“ der Royal Mail – vom 23. Februar 2012 – würdigten zehn Persönlichkeiten aus der Welt der Wissenschaft und Technologie, Architektur, Politik und Kunst. Eine davon zeigt Joan Mary Fry.
Eine Übersicht ist in der Library of the Religious Society of Friends in London erhältlich.
Kleinschriften
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fry, Joan Mary |
| KURZBESCHREIBUNG | englische Friedensaktivistin, Quäkerin |
| GEBURTSDATUM | 27. Juli 1862 |
| GEBURTSORT | London, England |
| STERBEDATUM | 25. November 1955 |
| STERBEORT | London |