Richard „Jock“ Kinneir (* 11. Februar 1917; † 23. August 1994) war ein britischer Typograf und Grafikdesigner, der gemeinsam mit seiner Kollegin Margaret Calvert viele der Verkehrsschilder entwarf, die im Vereinigten Königreich, in den Kronbesitzungen und in den britischen Überseegebieten verwendet werden. Ihr System wurde zu einem Vorbild für moderne Verkehrsbeschilderung.
Kinneir wurde 1917 in Hampshire geboren. Von 1935 bis 1939 studierte er Gravur an der Chelsea School of Art. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kinneir als Ausstellungsgestalter für das Central Office of Information tätig. Anschließend arbeitete er für die Design Research Unit, bevor er 1956 sein eigenes Büro eröffnete. Kinneir unterrichtete am Royal College of Art, wo er die Abteilung für Grafikdesign leitete. Zudem lehrte er in Teilzeit an der Chelsea School of Art.
Kinneir und seine Frau Joan hatten drei Kinder und sieben Enkelkinder.
Kinneirs erster Großauftrag war die Gestaltung der Beschilderung für den Flughafen Gatwick. Er wählte eine seiner Studentinnen am Chelsea College of Art, Margaret Calvert, als Assistentin aus. Als Sir Colin Anderson, der Vorsitzende von P&O, von der Beschilderung in Gatwick erfuhr, beauftragte er Kinneir mit dem Entwurf eines Gepäckkennzeichnungssystems für P&O.
Im Jahr 1957 wurde Anderson zum Vorsitzenden jenes Regierungsausschusses ernannt, der für die Gestaltung der Beschilderung des neuen britischen Autobahnnetzes zuständig war. Ziel war es, Schilder zu entwickeln, die auch bei hoher Geschwindigkeit gut lesbar waren. Kinneir wurde als Designer engagiert. Für diesen Auftrag entwickelten Kinneir und Calvert eine neue Schriftart, die auf der „Akzidenz-Grotesk“ basierte. Diese Schrift erhielt später den Namen „Transport“. Sie kam erstmals 1958 bei der Umgehungsstraße von Preston (Preston By-pass) zum Einsatz. Die ursprünglichen Modelle der Straßenschilder, die Kinneir und Calvert für eine Präsentation vor dem Verkehrsministerium angefertigt hatten, befinden sich heute in der St Bride Library, einer auf Druckwesen und Typografie spezialisierten Bibliothek in London.
T. G. Usborne, der für den Anderson-Ausschuss zuständige Beamte des Verkehrsministeriums, gründete daraufhin unter dem Vorsitz von Sir Walter Worboys einen weiteren Ausschuss. Dieser sollte die Beschilderung aller übrigen britischen Straßen – also nicht nur der Autobahnen – überprüfen. 1964 nahm Kinneir Margaret Calvert als Partnerin auf und benannte sein Büro in „Kinneir Calvert Associates“ um. Das Duo entwickelte ein System aus sorgfältig gewählten Formen und Farben, das weitgehend den Vorgaben entsprach, die auf der UN-Weltkonferenz für Straßen- und Kraftfahrzeugverkehr von 1949 festgelegt worden waren.
Im weiteren Verlauf realisierten Kinneir und Calvert noch zahlreiche andere Designprojekte. Sie entwickelten die Schriftart „Rail Alphabet“ für British Rail. Zudem arbeiteten sie für Krankenhäuser, die Armee und weitere Flughäfen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kinneir, Jock |
| ALTERNATIVNAMEN | Kinneir, Richard |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Typograf und Grafikdesigner |
| GEBURTSDATUM | 11. Februar 1917 |
| STERBEDATUM | 23. August 1994 |