
Joerg Waehner (* 19. Juni 1962 in Karl-Marx-Stadt) ist ein deutscher Schriftsteller und Künstler. Er benutzt das Pseudonym oe ae.
Joerg Waehner wuchs an der Ostseeküste in der Nähe von Rostock auf. Er lernte den Beruf des Schriftsetzers im Druckhaus Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), das er vor Vertragsbeginn verließ, um in einer nichtstaatlichen Druckerei zu arbeiten, da er sich gegen die feindliche Berichterstattung der „Freien Presse“ über die Ereignisse 1980 in Polen wandte. Fortan galt er als „Sympathisant der Solidarność“. 1982 wurde Waehner vom Ministerium für Staatssicherheit unter falschen Anschuldigungen verhaftet und aus dem „visafreien Reiseverkehr“ (PM12) ausgeschlossen. Er bekam Studienverbot und wurde zur NVA abgeschoben, wo er 1982–1983 in Pirna seinen Wehrdienst ableistete (über seine Armee-Erlebnisse veröffentlichte er später den Tatsachenroman „Einstrich-Keinstrich“).
Mitte der 1980er Jahre folgten erste künstlerische und literarische Aktivitäten in Zusammenarbeit mit Klaus Hähner-Springmühl, Matthias Stein, Claus Löser und der AG. Geige. 1986 zog er nach Berlin, wo er fortan zur Avantgarde-Szene vom Prenzlauer Berg zählte. 1987 Begegnung mit Heiner Müller, der Waehners respektlose Texte über seine Stücke höchst anregend fand und ein Projekt „Kritik und Selbstkritik“ vorschlug. Aus der seinerzeit geplanten Zusammenarbeit entstand 1991 ein Interview zwischen Müller und Waehner.
Zu DDR-Zeiten hatte er diverse Kooperationen mit Künstlern wie Thomas Florschuetz, Rainer Schedlinski, Detlef Opitz und Veröffentlichungen in inoffiziellen Publikationen („Schaden“, „Verwendung“, „Liane“, „Entwerter/Oder“, „Herzattacke“, „Ariadnefabrik“, „A3“, „Kontext“) und in offiziellen Publikationen („Niemandsland“, „Bildende Kunst“, „Temperamente“ und „Sonntag“). Mit Sascha Anderson, Henryk Gericke, Egmont Hesse, Andreas Koziol, Klaus Michael und Rainer Schedlinski war er 1990 Mitbegründer und Mitgesellschafter des Berliner Literaturverlags Druckhaus Galrev, den er 1992 aus Protest gegen die Stasi-Verstrickungen zweier Mitarbeiter und Freunde wieder verließ.
1994 erhielt er seine politische Rehabilitierung durch den Freistaat Sachsen, das Autorenstipendium des Senats von Berlin und bis 2000 holte er ein Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin nach. Von 1996 bis 2013 war Waehner Berater der Berliner IT-Firma Freecom für kulturelle Kommunikation und Grafik-Design.
Seit Ende der 1980er Jahre arbeitete Waehner performativ mit Kurt Buchwald zusammen und präsentierte 1990 erstmals seine Fotoarbeiten in Friedrich Loocks Galerie „Wohnmaschine“. Seitdem beteiligt er sich als Fotokünstler an zahlreichen in- und ausländischen Ausstellungen. Seine Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen. Waehner lebt und arbeitet in Berlin, der Uckermark (KUNST//KONSUM) und dem Atelier in der Steiermark.
| Personendaten | |
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| NAME | Waehner, Joerg |
| ALTERNATIVNAMEN | oe ae (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller und Künstler |
| GEBURTSDATUM | 19. Juni 1962 |
| GEBURTSORT | Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) |