Klaus Michael

Klaus Michael (* 1959 in Lutherstadt Wittenberg) ist ein deutscher Germanist und Literaturwissenschaftler.

Leben

Klaus Michael gehörte 1977 zu den Gründern des Montagskreises Suhl. Nach einer Lehre als Baufacharbeiter und Abitur an der Abendschule studierte er von 1982 bis 1987 Germanistik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Von 1987 bis 1991 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Literaturgeschichte an der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin in einer Forschungsgruppe zur Literatur der Weimarer Republik unter Werner Mittenzwei und erhielt 1991 einen Wissenschaftspreis des BMFT. 1994 promovierte er über die frühe Filmkritik Siegfried Kracauers an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1994 bis 1996 forschte er an der Technischen Universität Berlin zur zweiten Literatur und Kunst der DDR im Wissenschaftler-Integrationsprogramm und zum Schriftstellerverband der DDR im Schwerpunkt Diktaturenvergleich der Volkswagenstiftung.

Seit 1986 publizierte Michael u. a. in nicht offiziellen Zeitschriften in Berlin (Ps. Michael Thulin, August Thalheimer). Mit Heinz Havemeister, Volker Handloik und Susanne Schleyer gab er 1988 bis 1990 in Berlin die Literatur- und Kunstzeitschrift Liane heraus. 1990 Mitgründer des Berliner Literaturverlags Druckhaus Galrev, war er von 1990 bis 1992 mit Rainer Schedlinski dessen Geschäftsführer. Mit Lutz Seiler, Peter Walther und Birgit Dahlke (ab 1996) brachte er 1993 bis 1998 die Literaturzeitschrift moosbrand heraus, die 1996–1998 im Verlag Janus-Press Gerhard Wolf Berlin erschien.

1997 bis 2026 war Michael Präsidialsekretär der Sächsischen Akademie der Künste. 2000 bis 2001 war Michael zugleich Gründungskoordinator der Jungen Akademie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften / Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina. Er war Vorstandsmitglied des Peter Huchel-Hauses e. V. Wilhelmshorst bei Potsdam, war von 2000 bis 2010 im Ständigen Ausschuss Kunst des Deutschen Evangelischen Kirchentages aktiv und war Mitglied im Kuratorium des Lessing-Preises des Freistaates Sachsen.

Publikationen und Herausgaben

Aufsätze und Beiträge (Auswahl)

Arbeiten zur Literatur der zwanziger Jahre, zur nicht offiziellen Kultur und Literatur bis 1989 in der DDR und zur Gegenwartsliteratur.

Bis 1989 Beiträge u. a. im Poesiealbum, in nicht offiziellen Zeitschriften Ariadnefabrik, Bizarre Städte, Kontext, Liane, Schaden und nach 1990 in Zeitschriften und Tageszeitungen il verri, Focus, Berliner Zeitung, Der Tagesspiegel, Ostragehege, Sax.

Weiterhin Lexikoneinträge im Lexikon der sozialistischen Literatur. Ihre Geschichte in Deutschland bis 1945. Herausgegeben von Simone Barck, Silvia Schlenstedt u. a. . J.B. Metzler Stuttgart und Weimar 1994 und Wer war wer in der DDR? Ein Lexikon ostdeutscher Biographien. Herausgegeben von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs u. a. Ch. Links Berlin 1992 ff.

Fußnoten

  1. ↑ Ingrid Sonntag (Hrsg.): An den Grenzen des Möglichen: Reclam Leipzig 1945–1991. Ch. Links Verlag, 2016, ISBN 978-3-86153-931-5, S. 513 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).