Johann Botsack

Johann Botsack, zeitgenössischer Kupferstich

Johann Botsack (auch: Botsaccus; * 11. Juni 1600 in Herford; † 16. September 1674 in Danzig) war ein deutscher evangelischer Theologe.

Leben

Botsack wurde als Sohn des damaligen Bürgers in Herford und späteren Vikar in Lübeck Barthold Botsack und dessen Frau Elisabeth (geb. Nagel) geboren. Sein Großvater war der Herforder Bürgermeister Johannes Botsack und die Großmutter väterlicherseits war Katharina Wittig von Liegen. Nach anfänglicher Ausbildung durch Privatlehrer und an der Elementarschule in Herford, setzte er 1613 seine Ausbildung in Lübeck fort. Dort fand er Aufnahme im Haushalt seines Onkels, den Kaufmann Friedrich Botsack. Dieser ermöglichte ihm im Alter von vierzehn Jahren einen Aufenthalt am Gymnasium in Hamburg und 1617 ein Studium an der Universität Wittenberg. Hier wurden Friedrich Balduin, Wolfgang Franz, Jakob Martini, Balthasar Meisner und Nikolaus Hunnius seine Lehrer. 1618 begab er sich aus gesundheitlichen Gründen wieder nach Lübeck und setzte anschließend seine Ausbildung an der Universität Königsberg bei Cölestin Myslenta fort.

Dort blieb er wegen der dort einfallenden Pest jedoch nicht lange und zog daher 1620 an die Universität Rostock. Hier waren es vor allem Paul Tarnow und Johann Affelmann, welche Einfluss auf seine theologische Entwicklung nahmen. Am 2. Juni 1625 erwarb er sich in Rostock den akademischen Grad eines Magisters der philosophischen Wissenschaften. Anschließend wurde er Hauslehrer der Kinder von Helwig Garth. Dessen ältesten Sohn Christian Garth begleitete er nach Wittenberg und bildete diesen, bis jener sich den Magistergrad erwerben konnte. In Wittenberg betätigte er sich auch als Privatdozent und absolvierte weiter Studien bei Paul Röber, Wilhelm Leyser und Johann Hülsemann. Am 15(19). Juli 1630 erwarb er sich dort das Lizenziat der Theologie und promovierte am 15. März 1631 zum Doktor der Theologie.

Im August 1631 wechselte er als Rektor an das Akademische Gymnasium Danzig und wurde zugleich am 30. Oktober 1631 Pastor der Marienkirche. Im geistlichen Ministerium der Stadt führte er von 1643 bis 1661 als Senior Ministerii den Vorsitz. und war zugleich Oberpfarrer der St. Johanniskirche ebenda. Im März 1672 wurde er aus seiner Stellung emeritiert.

Bekannt geworden ist Botsack als Gesinnungsgenosse von Abraham Calov und als Teilnehmer am Collegium in Thorn 1645, wo er neben Calov und Johann Hülsemann, einer der Hauptvertreter des lutherischen Bekenntnisses war. In Danzig setzte er mit Calov die gnesiolutheranerische Richtung gegenüber der Ideen der Philippisten durch. Als lutherischer Streittheologe des 17. Jahrhunderts füllte er seine Schriften mit konfessioneller Polemik gegen Katholiken, Reformierte und Sekten.

Familie

Seine erste Ehe schloss er im Februar 1631 in Wittenberg mit Sabina Hettenbach († 7. Dezember 1642 in Danzig), die Tochter des Professors der Medizin Ernestus Hettenbach, die Witwe des Professors der Theologie Wolfgang Franz. Seine zweite Ehe ging er 1644 mit Adelgunde Cramer († 17. Dezember 1659 in Danzig), die Tochter des Pfarrers St. Johann in Danzig Mag. Johann Jacob Cramer, ein. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Drei Söhne und drei Töchter. Zwei Söhne und eine Tochter starben vor dem Vater. Zwei Töchter und ein Sohn überlebten den Vater. Von den Kindern kennt man:

  1. To. Maria Elisabeth Botsack ⚭ Ernst von Dorne
  2. To. Adelgunde Botsack ⚭ mit Melchior Scheffler
  3. So. Nathanel Friedrich Botsack

Er war der Onkel des Braunschweiger Superintendenten und Kopenhagener Theologieprofessors Bartholomäus Botsack.

Werke (Auswahl)

Johann Botsack. Promptuarium allegoriarum sacrarum. Amsterdam: Johannes van Ravesteyn, 1668.

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ Eintrag von Johann Botsack im Rostocker Matrikelportal
  2. ↑ Helwig Garth (* 28. Dezember 1579 in Kirdorf/Hessen bei Alsfeld; † 5. Dezember 1619 in Prag), Vater: Balthasar Garth (* 25. April 1550 in Frankenberg; † 30. Oktober 1598 in Alsfeld (Pest)) 1566 Uni. Marburg, Mag. phil., 1578 Pfr. Kirdorf/Hessen, 1584 Pfr. Alsfeld; Mutter: Katharina Höltzscher (auch: Hültscher; * 1562; † 28. Oktober 1598 in Alsfeld (Pest)), 1591 Schule Hirschfeld, 15. Oktober 1594 Universität Marburg, Bacc. phil ebd., 1597 Mag. phil. ebd., 1601 Universität Straßburg, 14. Januar 1602 Universität Tübingen, 11.05.1602 Doktor theol. ebd., 16. Februar 1603 Uni. Wittenberg, 6. Juli 1603 ord. Stadtkirche Wittenberg, 25. Oktober 1603 Oberpfarrer u. Superintendent Oschatz, Dezember 1609 Superintendent Freiberg/Sachsen, 1613 Pfr. St. Salvator Prag, 1619 Kon.Ass. ebd., ⚭ 24. April 1604 in Wittenberg mit Sabine Hunnius (* 3. September 1580 in Marburg; † 20. Oktober 1621 in Wittenberg), To. d. Prof. theol. an der Uni. Wittenberg Ägidius Hunnius der Ältere, (fünf Kinder, drei Söhne und zwei Töchter) To. Eleonore Katharina Garth (* 1606 in Oschatz; † 30. Juli 1621 in Wittenberg), To. Sabine Justine Garth (* 30. August 1608 in Oschatz; † 18. November 1615 in Prag). So. Aegidius Gart († jung), So. N.N. Garth († jung): div. Lit. Roth: Lp. R 9332, Matr. Uni. Wittenberg, Heidelberg, Marburg, Frenckel: Diptycha Ositientia, Eckert: Pfb. Prag. Hütteroth, Milbrad: Pfb. Hessen, Garthius, (Helvicus). In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 10, Leipzig 1735, Sp. 364., Jöcher 2, Sp. 868;
  3. ↑ Christian Garth (* Freiberg/Sachsen) 28.10.1622 Uni. Wittenberg (dep.), 29.03.1631 Mag. phil ebd., Lehrer und Rektor Freiberg, Matrikel Uni. Wittenberg AAV IV, S. 270, Nr. 375
  4. ↑ Heinz Neumeyer, "Danzig", in: Theologische Realenzyklopädie: 36 Bde., Berlin: de Gruyter, 1977–2007, Bd. 8: 'Chlodwig – Dionysius Areopagita' (1981), pp. 353–357, hier p. 355. ISBN 3-11-008563-1.