Johann Louis Tellkampf

Johann Louis Tellkampf, auch Johann Ludwig (* 28. Januar 1808 in Bückeburg; † 15. Februar 1876) war ein deutscher Nationalökonom und preußischer Politiker. Er war Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung und im Deutschen Reichstag.

Leben

Tellkampf war Sohn des fürstlich-bückeburgischen Kanzleirats Johann George Dietrich Tellkampf (1771–1846) und dessen Frau Charlotte Christane Baum (1782–1857). Er studierte an der Universität Göttingen, an der er sich 1835 als Dozent niederließ. 1838 ging Tellkampf infolge des Umsturzes der hannöverschen Verfassung nach Amerika und bekleidete dort bis 1846 die Professur der Staatswissenschaften erst am Union College, dann am Columbia College in New York City und verfasste außer verschiedenen handelspolitischen Abhandlungen die Schrift Über die Besserungsgefängnisse in Nordamerika und England. Im Auftrag der preußischen Regierung, die ihn schon zu einer Beratung über Gefängnisreform hinzugezogen hatte, studierte er 1846 das Gefängniswesen in England, Frankreich und Nordamerika und wurde in demselben Jahr zum Professor der Nationalökonomie an der Universität Breslau ernannt.

Vom 19. Mai 1848 bis zum 21. Mai 1849 gehörte Tellkampf als Abgeordneter für Schweidnitz der Frankfurter Nationalversammlung an. Er zählte zu den Fraktionen Landsberg sowie Württemberger Hof und gehörte dem Geschäftsordnungs- sowie dem Verfassungsausschuss an. Von 1849 bis 1851 war er Mitglied der preußischen Zweiten Kammer und ab 1855 Vertreter der Universität Breslau im preußischen Herrenhaus, in dem er zur liberalen Minorität gehörte. Im Reichstag, dem er seit 1871 angehörte, zählte er zur nationalliberalen Fraktion.

Tellkampf war verheiratet mit Wilhelmine Caroline Charlotte Simpson, Nachkommin einer aus Schottland nach Preußen eingewanderten Familie.

Werk (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Verlag Carl Heymann, Berlin 1904, S. 81.