Johann Weidlein

Johann Weidlein oder János Weidlein (* 25. Oktober 1905 in Murgau, Königreich Ungarn, Österreich-Ungarn; † 29. Januar 1994 in Schorndorf) war ein deutscher Hungaristiker, Germanist und Philologe.

Leben

Johann Weidlein gehörte seit 1929 zum Kreis um den Vertreter der ungarndeutschen Minderheit Jakob Bleyer. Nach dessen Tod wurde er zu einem überzeugten Anhänger des späteren Volksgruppenführers Franz Anton Basch und dem Volksbund der Deutschen in Ungarn. In Budapest leitete Weidlein das erste „Volksdeutsche Gymnasium“ Ungarns und war als Privatdozent an der Universität Debrecen tätig. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs flüchtete Weidlein 1944 aus Ungarn und arbeitete als Gymnasiallehrer und stellvertretender Schulleiter in Schorndorf, Baden-Württemberg.

Seine Forschungstätigkeit umfasste alle Gebiete der „Volksdeutschen Wissenschaft“, darunter Mundart- und Siedlungskunde, Flurnamenkunde und Volkskunde. Er verfasste zahlreiche Werke zu ungarischen und ungarndeutschen Themen. In der Diskussion um den Ungarnband der Dokumentation des Bundesministeriums für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte von Theodor Schieder und anderen trat Weidlein den Auslegungen des im Auftrag des Ministeriums erstellten Werks entgegen und veröffentlichte seine eigene Dokumentation zum Thema.

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Krisztina Kaltenecker: Solidarität und legalisierte Willkür. Zum Ungarnbild der Bonner Dokumentation. Schriftenreihe des Europa Institutes Budapest, Band 19, 2011, S. 247–272.
Personendaten
NAME Weidlein, Johann
ALTERNATIVNAMEN Weidlein, János
KURZBESCHREIBUNG deutscher Hungaristiker, Germanist und Philologe
GEBURTSDATUM 25. Oktober 1905
GEBURTSORT Murgau, Königreich Ungarn, Österreich-Ungarn
STERBEDATUM 29. Januar 1994
STERBEORT Schorndorf