Johannes Finck (* 4. Dezember 1888 in Herxheim; † 4. Juni 1953 in Limburgerhof) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher, Journalist und als Politiker Mitbegründer der CDU in Rheinland-Pfalz.
Johannes Finck wurde als Sohn des Polizeibeamten Michael Finck geboren und wuchs mit neun Geschwistern auf. Sein jüngerer Bruder Albert war Rheinland-pfälzischer Kultusminister und 1949 Mitinitiator der dritten Strophe des Deutschlandlieds als Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland.
Nach dem Abitur am Gymnasium Landau absolvierte Johannes ein Theologiestudium an den Universitäten in München und Innsbruck und erhielt 1912 im Dom zu Speyer durch Bischof Faulhaber die Priesterweihe. Für den Volksverein für das katholische Deutschland trat er als Redner auf und war zuerst als Kaplan in Mundenheim, Stadtteil von Ludwigshafen, tätig. Er musste Kriegsdienst leisten und war danach in verschiedenen Pfarreien in der Pfalz als Kaplan tätig, zuletzt 1921 in Frankenthal, als er Chefredakteur der zusammen mit seinem Bruder Albert am Weihnachtsfest 1921 gegründeten Neuen pfälzischen Landeszeitung wurde. In dieser Position wagte er die Auseinandersetzung mit der französischen Besatzungsmacht und den Separatisten sowie später mit den Nationalsozialisten. 1923 übernahm er die Stelle des Pfarrers in Billigheim an der südlichen Weinstraße. Nachdem er diese Stelle seinem Bruder Albert überlassen hatte, wurde er zweiter Vorsitzender der Zentrumspartei in der Pfalz und hatte von 1928 bis 1932 als deren Vertreter einen Sitz im Bayerischen Landtag, gewählt im Stimmkreis Bergzabern.
Während des Dritten Reichs lebte er als Seelsorger in Limburgerhof. Zu den vertrauten Besuchern in seinem Pfarrhaus zählten Angehörige des Widerstands gegen Hitler wie Pater Alfred Delp. Schon vor Kriegsende 1945 entwickelte er zusammen mit Gleichgesinnten die Idee einer interkonfessionellen Volkspartei, der CDU. Für diesen Plan warb bei einem Treffen in seinem Pfarrhaus auch Gustav Heinemann, damals (noch) als Protestant Mitglied der CDU. Zu diesen sonntäglichen Treffen im Wohnzimmer des Pfarrhauses kam 1946 auch der 16-jährige Helmut Kohl. Dabei wurden Referate gehalten; Kohls erstes Thema „Christentum und Sozialismus“. Von Finck gingen entscheidende geistige, auch geistliche und politische Impulse und Orientierungen aus, die Kohls Leben prägen sollten. Die pfälzischen Christdemokraten wählten Finck, der 1946 zum Dekan ernannt wurde, nach der Parteigründung zu ihrem ersten Vorsitzenden. Auch wenn er sich schon bald aus dem Amt zurückzog, blieb er dennoch der geistige Kopf der CDU Pfalz und enger Berater des Bischofs Joseph Wendel.
In Limburgerhof trägt die Johannes-Finck-Straße seinen Namen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Finck, Johannes |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Politiker (Zentrum/CDU) |
| GEBURTSDATUM | 4. Dezember 1888 |
| GEBURTSORT | Herxheim |
| STERBEDATUM | 4. Juni 1953 |
| STERBEORT | Limburgerhof |