
Johannes Klass (auch Klaß) (* 1879 in Reutlingen; † 11. Oktober 1936 in Erfurt) war ein deutscher Architekt und Baubeamter.
Johannes Klass studierte Architektur an der Technischen Hochschule Stuttgart bei Theodor Fischer, der ihn den Philosophen-Architekten nannte, und dessen damaligem Assistenten Paul Bonatz.
Klass hatte zunächst ein Architekturbüro in Stuttgart. 1913 trat er in den Dienst der Stadt Erfurt ein. Als städtischer Oberbaurat und Leiter des Hochbauamtes gestaltete er unter Stadtbaurat Ludwig Boegl in den Jahren bis zu seinem frühen Tod das Baugeschehen in Erfurt wesentlich mit. Dabei strebte er an, seine innerstädtischen Bauten behutsam in den jeweiligen städtischen Kontext einzufügen und sie dennoch durch moderne und originelle Detailgestaltung als zeitgenössisch erscheinen zu lassen.
Zudem beteiligte Klass sich erfolgreich an Architekturwettbewerben, wobei er mit seinem expressionistischen Entwurf für ein Hochhaus in Berlin an der Friedrichstraße im Jahr 1922 internationale Aufmerksamkeit erlangte. Für den Entwurf war zunächst der dritte Preis vorgesehen, jedoch wurde Klass' Entwurf von der Bewertung ausgeschlossen, da er als Baubeamter bereits 1913 aus dem Bund Deutscher Architekten (BDA) ausgeschieden war. Eine Mitgliedschaft war jedoch eine Voraussetzung der Wettbewerbsausschreibung.
Danach kehrte Klass wieder zum traditionsgebundenen und bisweilen monumentalen Stil der Stuttgarter Schule zurück. Er sah sich vor allem als Künstler, was auch in seinen Gedichten zum Ausdruck kam, und war dabei nicht frei von einem gewissen Pathos.
Nach Johannes Klass ist die Johannes-Klaß-Straße in der Ringelberg-Siedlung in Erfurt benannt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Klass, Johannes |
| ALTERNATIVNAMEN | Klaß, Johannes |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt und kommunaler Baubeamter |
| GEBURTSDATUM | 1879 |
| GEBURTSORT | Reutlingen |
| STERBEDATUM | 11. Oktober 1936 |
| STERBEORT | Erfurt |