Johannes Schnagg

Johannes Schnagg (* um 1430; † 11. Juli 1497 in Disentis) war ein Bündner Benediktiner und von 1464 bis 1497 Abt des Klosters Disentis.

Wirken

Johannes Schnagg stammte aus der Region Augsburg. Er wurde 1464 zum Abt ernannt. Zuvor wird er nicht urkundlich erwähnt.

An der Verbindung des Grauen Bundes mit dem Zehngerichtebund war Schnagg 1471 beteiligt. Im folgenden Jahr erwarb er die Herrschaft Jörgenberg von Graf Jos Nicolaus von Zollern. Mit der Gemeinde Disentis einigte sich Schnagg 1472 und 1477 über das gemeinsame Regiment und dessen Organisation, die Lehen, Verpfändungen und die Aufnahme von Novizen.

Nach dem Bellenzerzug 1478 schloss Schnagg einen Sonderfrieden mit dem Herzogtum Mailand. Die guten Beziehungen zu Mailand waren mit dem Einfall der Franzosen in Norditalien und dem Beginn der Mailänder- und Italienkriege beendet. Die klösterlichen Rechte und Privilegien wurden 1495 durch König Maximilian I. in vollem Umfang bestätigt. Trotz dieser Bemühungen verband sich der Graue Bund am 21. Juni 1497 als zugewandter Ort mit der Eidgenossenschaft und ging ein Bündnis mit Frankreich ein.

Für die Abtei Disentis erwarb Schnagg 1471 das Antistitium in Chur.

Literatur

Belege

  1. 1 2 Veronika Feller-Vest: Johannes Schnagg. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 19. August 2011.
VorgängerAbt des Klosters DisentisNachfolger
Johannes von UssenprechtAbt
1464–1497
Johannes Brugger