Johannes Stecher (* 1965) ist ein österreichischer Chorleiter, Gesangslehrer, Pianist und Komponist. Er ist Leiter der Wiltener Sängerknaben und Sängermädchen sowie des von ihm gegründeten Tiroler Barockorchesters Academia Jacobus Stainer. Er widmet sich der Interpretation vor allem der Werke von Johann Sebastian Bach, aber auch anderen Oratorien aller Epochen sowie der Ausbildung junger Solisten.
Stecher lernte von Kind an verschiedene Instrumente. Er studierte Musikerziehung und Instrumental- und Gesangspädagogik sowie Theologie und Orgel.
Bereits im Alter von 16 Jahren unterrichtete Stecher an einer Musikschule und mit 19 übernahm er seinen ersten Chor. Mit 26 Jahren übernahm er 1991 die Leitung der Wiltener Sängerknaben. Er begann mit einer Handvoll Knaben und baute den Chor über 35 Jahre auf 180 Mitglieder auf.
Von 1992 bis 2010 war er Direktor der Musikschule Region Telfs und Umgebung. Er baute die Schule in den Jahren von 1992 bis 2010 von 200 auf 1600 Schülerinnen und Schüler aus und arbeitete in Telfs 16 Jahre lang mit dem von ihm gegründeten Kammerchor und dem Kinderchor der Musikschule.
2017 begann er als Dozent einer Sologesangsklasse am Tiroler Landeskonservatorium, in Kooperation mit der Musikuniversität Wien und im pädagogischen Bereich mit dem Mozarteum Salzburg.
Er bereitete unter anderem Solisten für Opernproduktionen der Salzburger Festspiele und der Mailänder Scala vor.
Mit seinen Vokalensembles Ottocanto und Anima cantando widmete er sich vor allem Werken des Barock und der Klassik. Seine erste Aufnahme des Weihnachtsoratoriums von Bach mit Chor und Solisten der Wiltener Sängerknaben und der Academia Jacobus Stainer sowie die Aufnahme mit Motetten Arvo Pärts, der diese Auswahl an Stücken selbst für die Wiltener Sängerknaben zusammenstellte, wurden für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert.
1996 gründete Stecher das Tiroler Barock-Orchester Academia Jacobus Stainer, das er seitdem leitet. Livemitschnitte der Matthäus-Passion, des Weihnachtsoratoriums und der h-Moll-Messe von Bach, in denen alle Partien ausschließlich mit Chor und Solisten der Wiltener Sängerknaben besetzt waren, wurden im ORF gesendet.
Als Dirigent brachte Stecher Werke zur Aufführung, die zum großen Teil auch als Aufnahmen vorliegen: Messen von Isaac, Palestrina, Byrd und Monteverdi, Marienvesper von Monteverdi, Messias von Händel, Weihnachtsoratorium von Bach (nominiert für den Deutschen Schallplattenpreis), Johannespassion von Bach, h-Moll-Messe von Bach, Matthäuspassion von Bach, Kantaten von Bach, Requiem von Mozart, Krönungsmesse von Mozart, Credo-Messe von Mozart, Missa solemnis und zahlreiche andere Orchestermessen von Mozart, Schöpfung von Haydn, Jahreszeiten von Haydn, Salve Regina, Theresienmesse und Orchestermessen von G. und J. Haydn, Requiem von Brahms, Te Deum von Bruckner, e-Moll-Messe und Motetten von Bruckner, Motetten von Pärt (nominiert für den Deutschen Schallplattenpreis), Symphonien von Schubert, Klavierkonzerte von Brahms, Elias von Mendelssohn, Operngalas gemeinsam mit Bernd Weikl mit Werken von Verdi und Wagner, Orchestermessen von Dvorak, Weber, Orgelkonzerte von Händel, Peters, Poulenc, Carmina Burana von Orff, Uraufführungen von Paul Engel, Eduard Demetz und seines eigenen Werks Josefsmesse.
Als Bariton widmete er sich vor allem Liedern von Brahms, Dvorak, Strauss und Wolff; zwei Aufnahmen erschienen bei Sillton.
Konzerttourneen führten ihn mit den Wiltener Sängerknaben mehrmals in die Schweiz, nach Deutschland, Belgien, Rumänien, Italien und China sowie innerhalb Österreichs in Konzerthäuser wie den Musikverein in Wien.
| Personendaten | |
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| NAME | Stecher, Johannes |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Chorleiter und Gesangslehrer |
| GEBURTSDATUM | 1965 |