John B. Alexander

John B. Alexander

John B. Alexander (* 1937 in New York) ist ein ehemaliger Offizier der United States Army, Sicherheitsberater und Sachbuchautor. Er wurde vor allem durch seine Arbeiten zu nichttödlichen Waffen, Spezialoperationen und sicherheitspolitischen Zukunftsszenarien bekannt. Daneben veröffentlichte er Schriften zu Remote Viewing, Parapsychologie, Nahtoderfahrungen sowie zu UFOs.

Laufbahn

Alexander trat 1956 als Soldat in die United States Army ein, erreichte den Rang eines Sergeant First Class und wurde anschließend über die Officer Candidate School zum Offizier ausgebildet. 1988 schied er im Rang eines Obersts der Infanterie aus dem aktiven Dienst aus. Während seiner militärischen Laufbahn war er in den Bereichen Spezialoperationen, Nachrichtendienst sowie Forschung und Entwicklung tätig. Von 1966 bis Anfang 1969 führte er Special Forces A-Teams in Vietnam und Thailand und nahm an dem Phoenix-Programm teil. Seine letzte militärische Verwendung war die Leitung des Advanced System Concepts Office beim U.S. Army Laboratory Command.

Alexander erwarb einen Bachelorabschluss in Soziologie an der University of Nebraska Omaha, einen Masterabschluss in Erziehungswissenschaft an der Pepperdine University und einen Ph.D. in Erziehungswissenschaft an der Walden University. Später absolvierte er Weiterbildungsprogramme an der University of California, Los Angeles, der MIT Sloan School of Management und der Harvard Kennedy School.

Er beschäftigte sich während seiner militärischen und späteren zivilen Laufbahn wiederholt mit parapsychologischen Phänomenen. In dem 1980 in Military Review erschienenen Aufsatz The New Mental Battlefield: “Beam Me Up, Spock” diskutierte er militärische Anwendungsmöglichkeiten von Remote Viewing, außerkörperlichen Erfahrungen, Psychokinese und weiteren psychotronischen Konzepten. Bereits in den 1970er Jahren suchte er, als er in Hawaii stationiert war, auf Bimini in den Bahamas nach der legendären Stadt Atlantis. Während seiner Karriere bei der Armee zeigte er zusammen mit seinem Kollegen Oberstleutnant Jim Channon in dessen Handbuch für das „First Earth Battalion“ großes Interesse an esoterischen Techniken. Ein Beispiel hierfür ist die neurolinguistische Programmierung, mit der er hoffte, Soldaten ähnlich wie „Jedi-Krieger“ zu stärken (so seine eigene Darstellung in seinem 1990 erschienenen Buch „The Warrior’s Edge“). Von 1982 bis 1983 unterstand Alexander direkt Generalmajor Albert Stubblebine, der das Project Stargate zum Einsatz paranormaler Fähigkeiten für das US-Militär förderte.

Nach seinem Ausscheiden aus der Armee wechselte Alexander an das Los Alamos National Laboratory. Dort war er als Project Manager, Non-Lethal Defense tätig. Vor seinem Ausscheiden aus der Armee hatte er das Advanced Systems Concepts Office des U.S. Army Laboratory Command geleitet. Nach Angaben der Joint Special Operations University hielt Alexander Briefings zu nichttödlicher Kriegführung unter anderem für Mitarbeiter des Weißen Hauses, den National Security Council, Mitglieder des US-Kongresses, den Director of Central Intelligence, dem Deutschen Bundestag und führende Vertreter des Verteidigungsministeriums.

Alexander gehörte zu den frühen Befürwortern einer stärkeren militärischen Nutzung nichttödlicher Waffen, dazu zählen unter anderem elektromagnetische Impulse, Hochleistungsmikrowellen, akustische Systeme, klebende Schäume und Mittel zur Störung von Fahrzeugen oder Infrastruktur. So organisierte und leitete er Konferenzen zu nichttödlicher Kriegführung und war US-Delegierter bei mehreren NATO-Studien zu diesem Thema. Der Council on Foreign Relations führte Alexander 1998 als Mitglied einer unabhängigen Arbeitsgruppe zu nichttödlichen Waffentechnologien auf.

Gemeinsam mit seinem Freund Albert Stubblebine saß Alexander in den 1990er Jahren im Vorstand des Unternehmens PSI-TECH, was sogenannte psychonautische Konzepte für militärische Zwecke einsetzt. So bat beispielsweise das Verteidigungsministerium das Unternehmen während der Golfkriege darum, mithilfe von Fernwahrnehmung die Standorte von Saddam Husseins Scud-Raketen ausfindig zu machen. 1992 bat das FBI PSI-TECH um Unterstützung bei der Suche nach einem entführten Exxon-Manager.

2003 war Alexander nach Angaben der Joint Special Operations University in Kabul als Mentor für hochrangige Angehörige des afghanischen Verteidigungsministeriums tätig. Die Tätigkeit erfolgte im Rahmen des Office of Military Cooperation–Afghanistan der Koalitionstruppen. Er hat auf verschiedenen Reisen alle Kontinente besucht und u. a. Schamanen im Amazonas und Vodoo-Anhänger in Afrika getroffen.

Parapsychologie und Ufologie

Alexander beschäftigte sich im Zusammenhang mit seiner Promotion mit Arbeiten von Elisabeth Kübler-Ross und war später Präsident der International Association for Near-Death Studies. Auch führte er mit seiner ehemaligen Ehefrau Jan Northup Studien zu außersinnlicher Wahrnehmung mit Delfinen durch. 1985 gründete Alexander das „Advanced Theoretical Physics Project“, einen informellen Kreis von Vertretern der Armee, der Marine und der Luftwaffe sowie mehrere Vertreter der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie und einige Mitglieder der Geheimdienstgemeinschaft, um UFO-Vorfälle zu untersuchen.

Alexander veröffentlichte 2011 das Buch UFOs: Myths, Conspiracies, and Realities. Das Buch enthält ein Vorwort von Jacques Vallée, eine Einleitung von Burt Rutan und einen Kommentar von Tom Clancy.

Persönliches

Alexander lebt in Las Vegas, Nevada, zusammen mit seiner Frau Victoria, die ebenfalls UFO-Forscherin ist. Er ist ein Freund von Al Gore. ihre Bekanntschaft reicht bis ins Jahr 1983 zurück, als Gore an Alexanders Kurs zum Neurolinguistischen Programmieren teilnahm.

Alexander spielt eine herausragende Rolle in dem Buch „The Men Who Stare At Goats“ (2004) des Journalisten Jon Ronson, das später mit George Clooney in der Hauptrolle verfilmt wurde (2009). Ronson griff auch in mehreren damit zusammenhängenden Channel-4-Dokumentationen weiterhin auf Alexanders früheren Status und sein Wissen zurück, in denen er sich mit dem Einfluss von New-Age-Ideen auf das US-Militär befasste.

Schriften

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 John B. Alexander: Convergence: Special Operations Forces and Civilian Law Enforcement. (PDF) In: JSOU Report 10-6. Joint Special Operations University Press, Juli 2010, abgerufen am 21. Juni 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 Biography. John B. Alexander, abgerufen am 21. Juni 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 4 5 NON-LETHALITY: JOHN B. ALEXANDER, THE PENTAGON'S PENGUIN. 13. Dezember 2024, abgerufen am 21. Juni 2026 (englisch).
  4. ↑ John B. Alexander: The New Mental Battlefield: “Beam Me Up, Spock”. (PDF) In: Military Review. Army University Press, Dezember 1980, abgerufen am 21. Juni 2026 (englisch).
  5. ↑ Porter, Tom (1996). Government Research into ESP & Mind Control.
  6. 1 2 Non-Lethal Technologies. Council on Foreign Relations, 17. September 1998, abgerufen am 21. Juni 2026 (englisch).
  7. ↑ Mark Nollinger: Surrender or We’ll Slime You. In: Wired. 1. Februar 1995, abgerufen am 21. Juni 2026 (englisch).
  8. 1 2 UFOs: Myths, Conspiracies, and Realities. Macmillan Publishers, abgerufen am 21. Juni 2026 (englisch).
  9. ↑ a marquis whoswho in america publication: Who's who in America 1997. New Providence (N. J.) : Marquis who's who, 1996, ISBN 0-8379-0175-8 (archive.org [abgerufen am 21. Juni 2026]).
  10. ↑ Ronson, Jon (2004), The Men Who Stare at Goats, S. 49–50.