John Coyle White

John Coyle White (1970)

John Coyle White (* 26. November 1924 in Newport, Texas; † 20. Januar 1995 in Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei, der unter anderem zwischen 1951 und 1977 Landwirtschaftsminister von Texas, von 1977 bis 1978 stellvertretender US-Landwirtschaftsminister sowie zwischen 1978 und 1981 Vorsitzender des Democratic National Committee (DNC) war.

Leben

John Coyle White, Sohn des Pachtbauern (Sharecropper) Eddie Hilliard White (1893–1974) und Carrie Lou Campbell Custer (1899–1962), absolvierte ein Studium am Texas Technological College in Lubbock und schloss dieses 1946 ab. 1951 wurde er als Nachfolger von James E. McDonald erstmals Landwirtschaftsminister von Texas (Texas Commissioner of Agriculture) und bekleidete dieses Amt bis 1977 unter den Gouverneuren Allan Shivers (1949 bis 1957), Price Daniel (1957 bis 1963), John Connally (1963 bis 1969) Preston Smith (1969 bis 1973) und Dolph Briscoe (1973 bis 1979) bis zu seinem Rücktritt 1977, woraufhin Reagan V. Brown ihn ablöste. Er war die jüngste Person, die jemals in Texas in ein bundesstaatliches Amt gewählt sowie zwölfmal wiedergewählt wurde, und bekleidete den Posten mehr als 26 Jahre lang, wodurch er zugleich der am längsten amtierende Landwirtschaftsminister von Texas war. In dieser Funktion setzte er sich dafür ein, den Übergang von Texas von einer Agrar- zu einer überwiegend städtisch geprägten Wirtschaft zu erleichtern und etablierte Vermarktungsprogramme, die anderen Bundesstaaten als Vorbild dienten. Er war maßgeblich am Aufbau enger Arbeitsbeziehungen zu mexikanischen Agrarorganisationen beteiligt, wodurch die Absatzmärkte für beide Länder erweitert wurden.

White war 1957 ferner für die Demokratische Partei erfolgloser Bewerber für eine Kandidatur zum US-Senat für Texas sowie 1960 und 1964 Delegierter für Texas zur Democratic National Convention, dem Parteitag der Demokratischen Partei, der im Turnus von vier Jahren stattfindet, und während dieser Versammlung den Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei nominiert sowie ein Parteiprogramm festgelegt. Zu Beginn der Präsidentschaft von Jimmy Carter fungierte er zwischen Januar und seiner Ablösung durch James H. Williams im Dezember 1977 als erster Stellvertretender Landwirtschaftsminister (US Deputy Secretary of Agriculture) und damit als Vertreter von US-Landwirtschaftsminister (Secretary of Agriculture) Robert Bergland. Er war in dieser Funktion für die Umsetzung der nationalen Agrarpolitik verantwortlich und fungierte als Hauptvertreter der USA bei Verhandlungen mit ausländischen Regierungen – unter anderem mit der Sowjetunion – über Getreideabkommen. In dieser Zeit kam es zu große Unruhen unter den Landwirten des Landes, wobei seine sachliche Vermittlung im Umgang mit unzufriedenen Gruppen zu mehreren erfolgreichen Änderungen der US-Agrarpolitik führte. Nach seinem Rücktritt 1978 wurde er als Nachfolger von Kenneth M. Curtis Vorsitzender des Democratic National Committee (DNC), des nationalen Organisationsgremiums der Demokratischen Partei, und behielt diese Funktion bis zu seiner Ablösung durch Charles Manatt 1981. Er trug als DNC-Vorsitzender dazu bei, dass die Demokratische Partei bei den Kongresswahlen 1978 ihre Mehrheit behaupten konnte.

Bei den Wahlen 1980 gewannen die Republikaner die Präsidentschaft und die Mehrheit im US-Senat, doch die Demokraten verteidigten unter der Führung von Tip O’Neill ihre Mehrheit im US-Repräsentantenhaus. Er war damit Vorsitzender des DNC zu einer Zeit, als die Demokraten das Weiße Haus, den Senat, das Repräsentantenhaus sowie die Mehrheit der Gouverneursposten kontrollierten. Aus seiner Ehe mit Mary Jean Prince White (1927–2005) ging der Sohn Jake Rayburn White (1952–1971) hervor. Nach seinem Tode aufgrund einer Herzerkrankung im Georgetown University Hospital in Washington, D.C., wurde er auf dem Texas State Cemetery in Austin bestattet.

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Einzelnachweise

  1. ↑ Shivers, (Robert) Allan. In: rulers.org. Abgerufen am 24. Juni 2026 (englisch).
  2. ↑ Daniel, (Marion) Price. In: rulers.org. Abgerufen am 24. Juni 2026 (englisch).
  3. ↑ Connally, John B(owden, Jr.). In: rulers.org. Abgerufen am 24. Juni 2026 (englisch).
  4. ↑ Smith, Preston (Earnest). In: rulers.org. Abgerufen am 24. Juni 2026 (englisch).
  5. ↑ Briscoe, Dolph, (Jr.). In: rulers.org. Abgerufen am 24. Juni 2026 (englisch).
  6. ↑ Brown, Reagan V. bei The Political Graveyard (englisch)
  7. ↑ Williams, J. H. bei The Political Graveyard (englisch)
  8. ↑ Bergland, Bob. In: rulers.org. Abgerufen am 26. Juni 2026 (englisch).
  9. ↑ Nomination of John C. White to be Deputy Secretary of Agriculture hearing before the Committee on Agriculture, Nutrition, and Forestry, United States Senate, Ninety-fifth Congress, first session, March 15, 1977, 1977
  10. ↑ Curtis, Kenneth M(erwin). In: rulers.org. Abgerufen am 26. Juni 2026 (englisch).
  11. ↑ Manatt, Charles Taylor bei The Political Graveyard (englisch)
  12. ↑ Democratic Party: Chairmen of the Democratic National Committee. In: rulers.org. Abgerufen am 26. Juni 2026 (englisch).
  13. ↑ O'Neill, Thomas P(hilip), Jr.,. In: rulers.org. Abgerufen am 26. Juni 2026 (englisch).