John Douglas French

John Douglas French (* 11. April 1911 in Los Angeles; † 25. Januar 1989 in Los Alamitos) war ein US-amerikanischer Neurochirurg sowie emeritierter Professor an der University of California (UCLA).

Leben

Seine Mutter war Effie Douglas French (1879–1976) und sein Vater Benjamin Franklin French (1832–1888); er wurde als eines von sechs Kindern geboren. Seinen A.B. erwarb er 1933 an der University of California in Los Angeles; es folgte 1937 ein Doktor der Medizin an der University of Southern California. Nach seinem Praktikum an der University of California in San Francisco und der Facharztausbildung an der University of Rochester blieb er dort und fungierte als kommissarischer Leiter der Neurochirurgie. 1947 ging er an das Illinois Neuropsychiatric Institute; dort konzentrierte er sich auf Neurophysiologie und arbeitete im Rahmen des neuen, von Percival Bailey geleiteten chirurgischen Programms mit Neurowissenschaftlern zusammen. 1948 wurde er Leiter der Neurochirurgie am Long Beach Veterans Administration Hospital (LBVAH) sowie Professor für Anatomie an der neuen medizinischen Fakultät der University of California.

1950 wurde Horace W. Magoun zum Professor für Anatomie und Leiter des entsprechenden Fachbereichs an der UCLA ernannt. John Douglas French setzte sich dafür ein, dass Magoun sowie weiteren Kollegen, darunter Donald B. Lindsley und Charles Sawyer, Forschungsräumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden. Die von Magoun und French geleitete Neurowissenschaftsgruppe entwickelte sich zu einer äußerst produktiven Einheit und etablierte sich international als führendes Zentrum für die Erforschung des Nervensystems. 1961 konnte ein zehnstöckiges Forschungszentrum für Neurowissenschaften, das UCLA Brain Research Institute (BRI), am Hauptstandort der Universität in Westwood unter der Leitung von John Douglas French eröffnet werden. Bis 1976 war er Leiter dieser Einrichtung.

Werk

Seine Forschung konzentrierte sich vor allem auf die neuronalen Mechanismen des Gehirns im Zusammenhang mit Epilepsie (epileptische Anfallsmechanismen, kortikale Erregungsmuster, chirurgische Behandlungsmöglichkeiten), Koma (physiologische Marker des Komas, Übergänge zwischen Bewusstseinszuständen, klinische Prognosemodelle), Anästhesie sowie Schlaf und Wachzustand (neurophysiologische Grundlagen des Schlafs, Wirkmechanismen von Anästhetika, neuronale Aktivitätsmuster während Bewusstseinsverlust). Er war einer der Ersten, die das Bewusstsein als Netzwerkzustand beschrieben haben. Seine späten Arbeiten konzentrieren sich auf Alzheimer‑Forschung (frühe neuropathologische Befunde, klinische Diagnostik, Grundlagenforschung zu degenerativen Hirnerkrankungen), die Erkrankung, an der er selbst verstarb.

Ehrungen/Positionen

Dorothy Kirsten und Gordon MacRae (1950)

Privates

Er war seit 1955 mit Dorothy Kirsten (1910–1992) verheiratet, die als renommierte Lyrico-Spinto-Sopranistin für ihre langjährige Karriere an der New Yorker Metropolitan Opera bekannt ist.

Seine Ehefrau setzte sich ab 1982, dem Jahr, in dem bei ihrem Mann die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wurde, für die Errichtung einer Pflegeanstalt für Alzheimer-Patienten ein. Sie gründete die „French Foundation for Alzheimer Research“, um die wissenschaftliche und medizinische Forschung voranzutreiben und Methoden für die Betreuung der rund sieben Millionen Alzheimer-Patienten in den USA zu entwickeln. Im November 1987 eröffnete das „John Douglas French Center for Alzheimer’s Disease“. Er verstarb in der nach ihm benannten Alzheimer-Pflegeeinrichtung in Los Alamitos, der ersten Einrichtung des Landes, die speziell für die Betreuung von Menschen mit dieser degenerativen Gehirnerkrankung konzipiert und errichtet worden war. Er wurde 77 Jahre alt.

Publikationen (Auswahl)

Monografien
Herausgeberschaften
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge

Einzelnachweise

  1. ↑ John D. French, Director 1961–1976 auf University of California (UCLA), abgerufen am 9. August 2026.
  2. ↑ Dr John Douglas French auf findagrave, abgerufen am 9. August 2026.
  3. ↑ John Douglas French, 77; Brain Disease Researcher In: Los Angeles Times. 27. Januar 1989, abgerufen am 9. August 2026.
  4. ↑ UCLA establishes endowed chair in Alzheimer’s research with $1 million from French Foundation vom 28. Februar 2020, abgerufen am 9. August 2026.
  5. ↑ Lanfranco Rasponi; Dorothy Kirsten: A time to sing. Doubleday, New York 1982, ISBN 0-385-14744-9.
  6. ↑ John Douglas French Center for Alzheimer’s Disease abgerufen am 9. August 2026.
Personendaten
NAME French, John Douglas
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Neurochirurg und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 11. April 1911
GEBURTSORT Los Angeles
STERBEDATUM 25. Januar 1989
STERBEORT Los Alamitos